Per Mausklick zum Traumstrand | wissen.de
Total votes: 16
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
wissen.de Artikel

Per Mausklick zum Traumstrand

Ob Pauschalreise auf die Kanaren, Mietwagen in San Francisco oder Stadthotel in Hongkong die Möglichkeiten über das World Wide Web Reisen zu buchen, sind heute riesig und laut Werbung häufig günstiger als im klassischen Reisebüro. Allerdings präsentieren sich nicht alle Internet-Portale immer in der Qualität, die sich reisefreudige Websurfer wünschen. Urlauber in Deutschland buchen deshalb oft lieber noch im Reisebüro “um die Ecke und nutzen das Internet eher als Info-Quelle. Manche Travel-Portale leiden nämlich noch an nervigen technischen Kinderkrankheiten, außerdem nutzt kaum ein Reise-Anbieter das volle multimediale Potenzial aus. Ein weiterer Grund, weshalb das Online-Reisegeschäft nicht boomt, ist sicherlich auch das Misstrauen vieler User, über das Internet zu bezahlen. Dennoch ist das Travel-Business im Netz bei weitem keine Mogelpackung: Bei geschickter Websuche lässt sich viel Geld und Zeit sparen.

Online buchen: Bequem und günstig

Die Vorteile, über das Internet zu buchen, liegen klar auf der Hand: Anstrengende Touren durch die City von Reisebüro zu Reisebüro fallen weg. Außerdem können Online-Portal mit der Tatsache auftrumpfen, ein weitaus umfangreicheres Angebot als Reisebüros zu haben, die meistens auf eines oder wenige Touristikunternehmen spezialisiert sind. Und: Reiseveranstalter im Internet sind rund um die Uhr erreichbar.

Zudem haben Websurfer die Möglichkeit, schnell über das Internet Angebote mehrerer Online-Reiseveranstalter zu vergleichen. Dafür gibt es mittlerweile sogar eigene Seiten, z.B. reisemaschine.de, buchungsmaschine.de oder tourmanageronline.de.

Auch in punkto Kosten kann über das Netz an der Reisekasse gespart werden. Weil das Internet Reisebüros ersetzt, die den reinen Urlaubspreis durch eine Provision verteuern, können die Online-Anbieter ihre Dienstleistung günstiger offerieren. Gleichzeitig finden Surfer per WWW oftmals billige Last-Minute-Trips, die im Mausklick-Rhythmus Fernweh-Kribbeln im Magen auslösen.

Wie klicke ich mich zum Strand durch?

Der verheißungsvolle Urlaubstrip ist im Grunde genommen nach wenigen Mausklicks und Tastatureingaben unter Dach und Fach. In eine Suchmaske wird Reiseziel, Termin, Preisvorstellung und vielleicht der Abflugort eingetippt. Nachdem man per Klick bestätigt, sollte die Internet-Seite nach wenigen Sekunden passende Angebote ausspucken. Hat sich der Kunde für eine Offerte entschieden, folgt in einem nächsten Formular die Registrierung: Name, Adresse, Telefonnummer usw. Anschließend steht die Bezahlung der Reise an, entweder per Kreditkarte oder über ein Lastschriftverfahren.

Das war's dann auch schon. Nun kann in Gedanken schon der Koffer gepackt werden. Seriöse Reiseveranstalter rufen nach der Online-Buchung zurück, um sicher zu gehen, oder schicken eine Buchungsbestätigung per E-Mail, die man unbedingt ausdrucken und sicher aufbewahren sollte.

Tipp: Ein gutes Reiseunternehmen stellt seinen Kunden einen Reisesicherungsschein oder Infos zur Verfügung, dass der Veranstalter gegen Insolvenz und Zahlungsunfähigkeit abgesichert ist. Eine Buchung ohne Sicherungsschein kann ein Risiko für den Kunden bedeuten.

Einige Reiseanbieter haben auf ihre Website ebenfalls eine Testbuchung gestellt. Dort können Neukunden erst einmal ausprobieren, wie die Online-Buchung funktioniert.

Realität nicht ganz so rosig

In der Praxis läuft die Buchung leider nicht immer so reibungslos. Die erste Hürde kann bereits die Urlaubssuche darstellen: Häufig ist entweder die Datenbank des Reiseanbieters überlastet, so dass die Etappen-Buchung eine halbe Ewigkeit dauern kann oder die Suchmaschine erklärt schlicht und einfach, dass zum gesuchten Zeitpunkt keine Reise verfügbar ist.

Für extremen Unmut sorgte kürzlich auch folgende Mitteilung auf der Travel-Seite eines großen deutschen Telekommunikationskonzerns, die am Ende (!) aller Buchungsschritte auf dem Bildschirm aufleuchtete: “Es tut uns leid, ihre Anfrage kann momentan nicht bearbeitet werden. Bitte versuchen sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Wer hat da schon Lust, sich zum zweiten Mal durchzuklicken?

Weiterer Minuspunkt: Zu wenig Multimedia

Ein weiterer potenzieller Nachteil ist die Darstellung der Reiseangebote im Netz: Die abgebildeten Fotos zu den Urlaubszielen stammen meistens aus Katalogen, manchmal kommt es vor, dass überhaupt kein Bild vorhanden ist, oder sich vor Ort herausstellt, dass man auf das falsche Foto hereingefallen ist. Hier stellt sich die Frage, weshalb die Anbieter nicht die volle multimediale Bandbreite des Internets nutzen. Live-Webcams von den Urlaubsorten existierten fast überhaupt nicht, nur einige wenige Veranstalter, wie z.B. Expedia haben ihren Online-Katalog mit anschaulicher 3D-Besichtigung von Reisezielen oder Panoramabildern bereichert.

Dafür erschlägt den Internet-Surfer auf den Reise-Websites beinahe ein Angebot an Nebeninformationen: Gesundheitsinformationen, Reiseschutz-Empfehlungen, Routenplaner, Wetterinfos, Währungs-Umrechner und sonstige Tipps können zwar sehr nützlich sein, tauchen allerdings häufig auf den Reise-Websites zu unstrukturiert und mit zu vielen Pop-Up-Fenstern auf, welche die Ladezeiten nur noch zusätzlich verlängern.

Wichtig: Auf Details achten!

Wer kurzfristig vom Reisefieber gepackt wird und auf die letzte Minute verreisen will, fällt häufig schnell auf falsche Schnäppchen herein. Ist der Endpreis unterm Strich tatsächlich der Brutto-Endpreis mit allen üblichen Steuern? Gehören zum Angebot alle wichtigen Eckdaten einer Reise (z.B. Transport, Unterbringung, Verpflegung, Pass- und Visumerfordernisse)? Steckt in der Online-Offerte auch der Transfer vom Flughafen zum Hotel und retour drin? Kostet der Trip bei einem anderen Anbieter nicht 100 Euro weniger? All diese Fragen müssen vor dem finalen Klick auf den Buchen-Button geklärt sein.

Außerdem: Finger weg von Reiseveranstaltern, deren Domäne irgendwo auf den karibischen Inseln liegt, die nur ein Postfach oder eine 0190-Nummer als Kontakt angeben. Wer über das Internet bucht, sollte immer darauf achten, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) schnell und einfach auf der Website einsichtlich sind. Der Blick auf die trockenen Paragraphen ist zwar eine langweilige Angelegenheit, kann sich aber lohnen. Ebenso wichtig ist, die vollständige Adresse des Veranstalters inklusive Telefon- und Faxnummer sowie die Rechtsform des Unternehmens (GmbH oder AG) auf der Internet-Seite zu finden.

Ohne Security keine Zahlung

Ein weiteres Risiko könnte die Zahlungsmethode im Internet sein. Bei der Übermittlung persönlicher Daten (Adresse, Geburtsdatum, Bankverbindung, Kreditkartennummer) muss die Online-Verbindung unbedingt über eine Verschlüsselungsmethode, z.B. SSL (Secure Socket Layer) gesichert sein. Das erkennt man an dem kleinen Symbol eines Vorhängeschlosses am Fenster des Internet-Browers und daran, dass die Webadresse statt mit “http mit “https beginnt.

Wer den gängigen Verschlüsselungsverfahren per WWW immer noch nicht über den Weg traut, hat bei einigen großen Reiseanbietern auch die Möglichkeit, per Telefon seine Daten an einen Call-Center-Agent weiterzugeben.

Wenn alles geklappt hat, liegen die Flugtickets und die übrigen Reisedokumente nach einigen Tagen im Briefkasten, bei kurzfristig bestellten Reisen müssen die Unterlagen direkt am Flughafenschalter abgeholt werden.

Marktstudie: Websurfer oft noch skeptisch

Die Risiken und Ermahnungen, beim Online-Buchen stets wachsam zu sein, schrecken offenbar so manchen deutschen Urlauber ab eine Studie der Hamburger Marktforscher Fittkau & Maas zur Internationalen Tourismus-Börse ITB 2002 in Berlin beweist dies. Über die Hälfte von 100.000 befragten Internet-Usern, so die Studie, hat noch nie eine Reise über das Web gebucht. Noch ernüchterner klingt, dass nur 5,6 Prozent häufiger eine Reise per Mausklick reservierten, und wenn, dann ausschließlich zum Buchen von Hotelzimmern, Flug- oder Zugtickets. Sport-, Bildungs- oder Abenteuerreisen spielen laut Fittkau & Maas fast überhaupt keine Rolle in der Online-Tourismus-Branche.

Stattdessen nutzt das Gros der Internet-Gemeinde die Webseiten der Reiseveranstalter zur Information über Urlaubstrips. Die Skepsis der Internet-User erklärt die Studie mit folgenden Ergebnissen: 36, 9 Prozent der Nutzer finden einfach kein passendes Angebot, 27 Prozent meckern über das typische Service-Problem eines E-Commerce-Unternehmens im Vergleich zum klassischen Geschäft, ebenso viele Befragte misstrauen der Sicherheit im Internet.

Große Zukunft

Dennoch räumt die Tourismus-Branche dem Online-Reisemarkt große Zukunftschancen ein: Das Marktforschungs-Unternehmen Forrester Research rechnet damit, dass bis zum Jahr 2006 der Umsatz im Online-Reisemarkt europaweit auf 38,7 Milliarden Euro ansteigt. Allein in Deutschland soll sich der Umsatz bis dahin auf 10 Milliarden Euro erhöhen. Damit hätte der Internet-Reisemarkt einen achtbaren zehnprozentigen Marktanteil am Gesamtreisemarkt in Deutschland.

Buch-Tipps

Online bestellen:

Tobias Gohlis und Ralf Blittkowsky: Handbuch Reisen & Internet

Elke Nominikat und Martina Schulze: Reisen buchen im Internet

Georg Beckmann: Top-Internetadressen: Besser Reisen

Total votes: 16
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.