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wissen.de Artikel

Meteorologie

Disziplinen der Geowissenschaften unter der Lupe

Meteorologie ist die Wissenschaft der Physik der Atmosphäre. Sie erforscht die chemischen und physikalischen Vorgänge in der Atmosphäre und die Wechselwirkungen mit der Erdoberfläche und dem Weltraum.

Grundlage der Meteorologie ist die Wetterbeobachtung. Dazu sind Jahrzehnte bis Jahrhunderte lange Beobachtungsreihen und deren Auswertungen nötig. Die atmosphärischen Prozesse werden weltweit an zahlreichen Stationen erfasst und ihre Messdaten untereinander ausgetauscht. Ziel ist es, die physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, nach denen die atmosphärischen Vorgänge ablaufen. Schließlich soll mit diesem Wissen die Wettervorhersage erstellt werden. Und natürlich soll sie auch zutreffen.

Heute erfolgt die Wettervorhersage über Computermodelle und Satelliten- und Radarbilder. Vorhersagen für eine gesamte Woche sind heute fast schon möglich. Wissen über Nachbardisziplinen wie Geographie, Ozeanographie, Bodenkunde und Botanik ist dazu nötig. Den Meteorologen kommt angesichts der Klimaerwärmung eine immer wichtigere Rolle zu. Denn noch weiß man nur annäherungsweise, wie und wo sich die Klimaänderungen auf der Erde abspielen werden, und die meteorologischen Voraussagen werden immer wichtiger.

Zur Geschichte

Die Menschen haben schon immer das Wetter beobachtet. Regional gültige Erfahrungen haben bis heute als so genannte „Bauernregeln“ durchaus ihre Berechtigung. Galileo Galilei erfand 1592 ein Thermoskop, ein Wärme anzeigendes, aber noch nicht geeichtes Gerät. Die Erfindung des Barometers (Luftdruckmessers) durch Evangelista Torricelli (1643 - Maßeinheit torr für den Luftdruck) und des Thermometers ermöglichte erstmals wissenschaftlich fundierte Messungen. Regelmäßige Messreihen begannen gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Auf dem Hohen Peißenberg (988 m) wurden z. B. seit 1781 meteorologische Messungen durchgeführt, auf dem Hohen Sonnblick (3106 m) seit 1886, und auf der Zugspitze (2964 m) seit 1901. Heute erfolgen meteorologische Messungen mithilfe von Wetterballonen (bis 50 Kilometer Höhe) und Satelliten. Die neuesten Klimadaten sind für jedermann problemlos über das Internet zu erfahren.

Wie wird man Meteorologe?

Das Studium der Meteorologie erfordert einen Zeitaufwand von zehn Semestern und wird im Wintersemester begonnen. Es ist an zehn deutschen Universitäten möglich. Je nach Studienort kann man Meteorologie alleine studieren, in Verbindung mit Klimatologie oder auch mit Geophysik. Meteorologie kann auch als Nebenfach für die Hauptfächer Hydrologie, Biologie, Forstwissenschaft, Geographie und Informatik belegt werden. Praktika begleiten das Studium, das bis zum Vordiplom mit dem Studiengang Physik identisch ist. Das Studium ist arbeitsintensiv und stellt hohe Anforderungen. Jeder Studierende sollte ein sehr gutes mathematisch-physikalisches Verständnis mitbringen. Außerdem sind PC-Kenntnisse nötig und die Fähigkeit, Programmiersprachen zu erlernen. Englisch ist ohnehin Grundvoraussetzung.

Arbeitsmöglichkeiten eines Diplom-Meteorologen liegen beim Deutschen Wetterdienst oder anderen Instituten an Großforschungseinrichtungen (z. B. Alfred-Wegener-Institut, Deutsches Klimarechenzentrum, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt/DLR, Forschungszentrum Jülich, Fraunhofer-Institut für Atmosphärische Umweltforschung, Geophysikalischer Beratungsdienst der Bundeswehr), an Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden (zum Beispiel Landesämter für Umweltschutz), bei privaten Wetterdiensten, in den Medien oder im industriellen Bereich. Wer keine Anstellung in seinem Fachgebiet gefunden hat, hat durch seine erworbenen Programmierkenntnisse gute Alternativen in der Computerbranche bzw. Softwareentwicklung.

Dr. Gotlind Blechschmidt/Lesestein.de

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