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wissen.de Artikel

Mit Highspeed ins Internet

ADSL, Satellit, Richtfunk & Co - diese Übertragungstechnologien ermöglichen das TurboSurfen durch das Internet.

ADSL

Noch vor wenigen Jahren waren Modems mit einer Übertragungsrate von 14 Kbit pro Sekunde das Maß der Dinge, aber selbst bei analoger Technik sind heute 56 Kbit/s Standard. ISDN-Technik erlaubt in Privathaushalten inzwischen Übertragungsraten von mindestens 64 Kbit/s, wenn ein Kanal genutzt wird, und 128 Kbit/s bei der sog. Kanalbündelung, die immer mehr Provider anbieten. Der nächste Sprung ist die DSL-Technik. Häufig wird statt DSL auch die Abkürzung ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) verwendet : asymmetrisch, da Up- und Download mit unterschiedlichen Bandbreiten erfolgen.

Die Deutsche Telekom ist der größte Anbieter für DSL-Anschlüsse, da ihr die Anschlüsse in den privaten Haushalten gehören. Kunden können dank T-DSL mit bis zu 768 Kbit/s, oder mit T-DSL 1500 mit bis zu 1536 Kbit/s im WWW surfen. Eine beachtliche Geschwindigkeit, mit der unter optimalen Bedingungen eine 2 Megabyte große Datei bereits nach 22 bzw. 11 Sekunden heruntergeladen ist; bei ISDN dauert es hingegen 4,4 Minuten.

Bei der DSL-Technik wird im Gegensatz zu Modem- oder ISDN-Verbindungen der bisher brachliegende Teil des Übertragungsspektrums der Telefonkupferleitungen genutzt: Telefondienste nutzen nur einen bestimmten Frequenzbereich. DSL-Verbindungen werden zwar wieder zwischen einem Modem (spezielles DSL-Modem) beim Anwender und einem weiteren Modem in der Vermittlungsstelle hergestellt, doch werden die Daten auf einer anderen Frequenz übertragen. Um nun Telefongespräche und Datenübertragungen zu trennen und den jeweiligen Endgeräten zuzuführen, wird ein sogenannter Splitter eingesetz. Dieser wird im Allgemeinen vom jeweiligen Anbieter gestellt und ermöglicht so gleichzeitiges Surfen und Telefonieren selbst bei analogen Anschlüssen bzw. ohne ISDN.

Großer Nachteil der vor gut zwölf Jahren in den USA entwickelten DSL-Technologie: Je größer die Distanz zwischen PC und Vermittlerstelle, desto geringer fällt die Übertragungsrate aus. Liegen zwischen beiden Endstellen weniger als zwei Kilometer, ist im ADSL-Verfahren sogar eine Downstream-Geschwindigkeit von 8 Mbit/s möglich. Und es geht sogar noch schneller: Bei der High Tech-Variante VDSL (V = Very High Data Rate) flitzen die Daten im (eher theoretischen) Idealfall mit bis zu 55 Mbit/s durch das Netz.

Hinter der deutlich geringeren Geschwindigkeit von 768 Kbit/s steht eine komplizierte Rechnung. Bevor die Telekom mit der Breitband-Technologie auf den Markt ging, kalkulierte der Marktführer anhand der Infrastruktur genau, welche Geschwindigkeit flächendeckend angeboten werden konnte. Aber trotz der gedrosselten Geschwindigkeit ist der Begriff flächendeckend immer noch in Klammern zu setzen. Viele Einwohner, die in Kleinstädten oder Dörfern leben, dürften auch künftig vergeblich auf einen ADSL-Anschluss warten.

Ein weiteres Problem bei DSL-Verbindung liegt darin, dass sie nicht über die modernen Glasfaser-Telefonkabel funktionieren. Dies erwies sich besonders in den neuen Bundesländern als fatal, die großflächig mit der neuen Glasfaser-Technologie ausgerüstet wurden.

Neben der Telekom gibt es inzwischen zahlreiche andere Anbieter und noch zahlreichere Tarifmodelle, so dass sich ein Preisvergleich, etwa bei www.xdial.de, durchaus lohnen kann.

Satellitenschüssel

Per Satellit wie Eutelsat oder Astra 1G lassen sich nicht nur Fernsehbilder, sondern auch andere Datensignale übertragen. Diese Technologie bietet zum Beispiel der Berliner Marktführer Strato Medien schon seit 1999 unter dem Namen Sky DSL an.

Das technische Grundprinzip ist einfach zu erklären: Die Satellitenschüssel ist direkt mit dem PC verbunden und dient als reine Empfangsstation. Damit auch der Versand von Daten möglich ist, muss der konventionelle Telefonanschluss (analog oder ISDN) als Rückkanal weiterhin bestehen bleiben. Die notwendige Installation von Schüssel, PC-Karte, Kabel und Software ist zwar recht umständlich, dafür ermöglicht Sky DSL selbst im entlegensten Dorf Internetsurfen mit einer maximalen Downstream-Übertragungsrate von bis zu 8Mbit/s (120-facher ISDN-Geschwindigkeit). Ein weiterer Vorteil der Satellitentechnik ist die enorme Flexibilität: Benutzer können den bisherigen Provider in der Regel behalten und das Tempo ist ähnlich wie bei einer Gangschaltung variabel einstellbar.

Nach wie vor hat die Firma Strato (www.strato.de) in Deutschland eine (quasi) Monopol-Stellung inne. Weitere Satelliten-Anbieter sind derzeit vor allem im Ausland zu finden. So bieten mehrere deutsche Partner den Satelliten-Dienst des Luxemburger Unternehmens Europe Online an (Info unter www.europeonline.net). Weitere Anbieter machen sich aber auf die Socken. Preise und Abrechnungsmodelle unterliegen starken Schwankungen.

Richtfunk

Von allen Breitband-Lösungen hält die Richtfunk-Technologie derzeit den absoluten Geschwindigkeitsrekord. Mit bis zu 155 Mbit/s düst der Surfer förmlich im Überschalltempo durch das Internet, d.h. mit 2480-facher ISDN-Geschwindigkeit. Damit empfiehlt sich die Richtfunk-Technik vor allem für professionelle Online-Anwendungen wie Echtzeit-Videokonferenzen in hoher optischer Auflösung oder speicherintensive Multimedia-Dienste.

Bildlich gesprochen erhält jeder Kunde seinen eigenen Funk-Ortsanschluss. Eine kleine Parabol-Antenne auf dem Dach steht dabei per Richtfunk im ständigen Kontakt mit der Vermittlerstelle der jeweiligen Telefongesellschaft. Dieses Verfahren wird als Wireless Local Loop bezeichnet (Loop = Schleife), da die Telefonsignale in beide Richtungen übertragen werden. Die Funkübertragung erfolgt im dafür freigehaltenen Frequenzbereich zwischen 2 und 4 Gigahertz und klappt selbst bei einer Distanz von mehr als zwei Kilometern zwischen Vermittlerstelle (Carrier) und Antenne problemlos, vorausgesetzt, dass ständiger Sichtkontakt herrscht.

Für den normalen Privathaushalt ist Richtfunk schon wegen der nötigen Investitionskosten bei weitem zu teuer.

Kabelnetz

Die Idee einer Datenübertragung via TV-Kabelnetz birgt auf Grund der großen Verbreitung des Kabelfernsehens ein enormes Potential. In diversen regionalen Feldversuchen erzielten Anbieter in Deutschland dank des leistungsfähigen Koaxialkabels eine stattliche Bandbreite von bis 34 Mbit/s. Für anspruchsvolle Dienste wie das zukunftsträchtige Video-On-Demand-Geschäft ist das Kabelnetz daher geradezu prädestiniert.

Vorläufig werden allerdings solche Brandbreiten dem Kunden noch nicht garantiert: Vielmehr ist von maximal 2Mbit/s die Rede. Auch von einer flächendeckenden Versorgung kann noch nicht die Rede sein, denn konkrete Angebote gibt es nur für einzelne Regionen, z.B. von PrimaCom (www.primacom.de).

Der technische Aufwand in den eigenen vier Wänden ist recht gering. Der PC wird per Ethernet-Netzwerkkarte an ein spezielles TV-Kabel-Modem angeschlossen. Neben einer einmaligen Installationsgebühr fällt im Regelfall eine monatliche Flatrate-Pauschale, sowie ggf. eine Mietgebühr für das Modem an.

Da das Aufrüsten des Kabelnetzes mit hohen Investitionen verbunden ist, rechnen sich die Investitionen nur ab einer bestimmten Anzahl angeschlossener Haushalte. Das ist neben den unterschiedlichen Kabelnetz-Nutzerebenen der Hauptgrund, warum sich das Kabelnetz als Bandbreit-Technologie nur schleppend durchsetzt. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass künftig nahezu das gesamte Kabelnetz datenfähig sein wird.

Powerline - Highspeed aus der Steckdose

Datenübertragung per Strom, das klingt wie eine Revolution, ist es aber beileibe nicht. Bereits 1895 wurde das Patent für die Informationsübertragung per Strom eingereicht und seit 1920 ist das Telefonieren über die Steckdose kein “Science Fiction“ mehr (man denke nur an die Babyphones). Dass IBM an dieser Technologie erst seit 1993 wieder intensiv forscht, hat einen technischen Grund. Haushaltsgeräte wie Staubsauger oder Stereoanlagen erzeugen hochfrequente Störungen, die den Datenstrom auf der Übertragungsfrequenz zwischen 2 Mhz und 10 Mhz empfindlich stören.

Erst durch den Digitalisierungsprozess und leistungsfähige Chips der neuesten Generation sind die Datenströme resistenter gegenüber Störungen geworden. Durch die Privatisierung der Energieversorger sorgten zudem wirtschaftliche Interessen für das gesteigerte Interesse an dieser Breitband-Technologie - schließlich verfügt jeder Haushalt über Steckdosen. Mit Übertragungsraten bis zu 10 Mbit/s und mehr, bietet die Powerline darüber hinaus zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, wobei im Anfangsstadium allerdings “nur eine Bandbreite von 2 Mbit/s erreicht wird.

Neben technischen Kinderkrankheiten behinderten in Deutschland vor allem bürokratische Probleme den Durchbruch der Powerline-Technologie. Hintergrund: Die Regulierungsbehörde konnte diese Technologie lange Zeit nicht einordnen und fürchtete zudem Interferenzen auf den beanspruchten Übertragungsfrequenzen. Nachdem den Betreibern die Investitionskosten zu hoch und die Zukunftsaussichten zu unsicher wurden, wurden die Projekte in Deutschland bis auf weiteres eingestellt.

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