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Mit Schulranzen in den Hörsaal

„Kinder an die Macht“ hieß es einst in einem Songtext von Herbert Grönemeyer, als die Gesellschaft ihre Kinder noch für aufrichtig und unbefangen hielt: kindliche Naivität gepaart mit kindlichen Gestaltungsprinzipien. Mittlerweile heißt es „Kinder an die Uni“, was den Trend unserer Gesellschaft zur Wissensgesellschaft deutlich macht. Denn: Wissen ist Macht. Und Bildung ist ein wichtiges Kriterium für Erfolg – zumal im internationalen Wettbewerb.

 

Die Entstehung der Kinder-Unis: ein Rückblick

Versuch mit Magnet
Den Anstoß zu einer Vorlesungsreihe für Kinder an der Tübinger Universität hatten die Journalisten Ulla Steuernagel und Ulrich Janssen gegeben. Am 4. Juni 2002 öffnete die Tübinger Universität daher den ersten Hörsaal für eine Vorlesung, die sich an Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren richtete. Professor Gregor Markl machte mit der Klärung der Frage, warum Vulkane Feuer spucken, den Anfang einer Vorlesungsreihe. Auch die folgenden Vorlesungen beschäftigten sich mit den typischen Warum-Fragen, die Kinder Eltern und Lehrern häufig stellen und die sich meist als recht komplexe Sache erweisen. Ob das die Kinder nicht überfordern würde, fragten Kritiker – die gut besuchten Hörsäle brachten sie zum Schweigen.

In den folgenden Jahren gab es einen regelrechten Boom: In Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz entstanden zahlreiche Kinder-Unis. 2005 erhielt die Tübinger Universität die höchste Auszeichnung für wissenschaftliche Projekte der Europäischen Union, den Descartes-Preis. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits 70 Hochschulen ihre Hörsäle für den Nachwuchs geöffnet.

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von Michaela Wetter, wissen.de
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