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Mozarts Meisterwerke: Klarinettenquintett A-Dur KV 581

Das Werk

Entstehung: Wien, 1789

Uraufführung: Wien, 22. Dezember 1789 (möglicherweise früher)

Sätze: 1. Allegro – 2. Larghetto – 3. Menuetto – 4. Allegretto con variazioni

Besetzung: Klarinette, Violine I & II, Viola, Violoncello

Was hat Mozart bewogen, ein Werk für Klarinette und Streichquartett zu schreiben?

"Ach, wenn wir [in Salzburg] nur auch clarinetti hätten! – sie glauben nicht was eine sinfonie mit flauten, oboen und clarinetten einen herrlichen Effekt macht." Als Mozart diese Zeilen 1778 an seinen Vater schrieb, war er gerade in Paris. Er bedauerte es tatsächlich sehr, dass es in Salzburg dieses herrliche Instrument im Orchester nicht gab. Erst mit seiner Übersiedelung nach Wien im Jahre 1781 stand ihm im Burgtheater ein in seinem Sinne vollständiger Orchesterapparat zur Verfügung. Aus dieser Arbeit erwuchs auch so manche Freundschaft mit Sängern oder Instrumentalisten – etwa zu dem Hornisten Joseph Leutgeb, vor allem aber auch zu dem Klarinettisten Anton Paul Stadler, für den Mozart 1789 das Klarinettenquintett und in seinem Todesjahr 1791 noch das göttliche Klarinettenkonzert KV 622 komponierte.

In der Gattung der Streichquartette hatte Mozart bereits Gewichtiges komponiert, nun kombinierte er als neue Herausforderung den klanglichen Facettenreichtum der geliebten Klarinette mit den vier Streichinstrumenten.

Warum ist das Klarinettenquintett ein kompositorisches Meisterwerk?

Mit den beiden Violinen stehen der exponierten Klarinette zwei weitere Melodieträger gegenüber, während in der tieferen Lage Bratsche und Cello für einen ausgewogenen Gesamtklang zu sorgen haben. Mozart gelingt es bestens, die Klarinette genau zwischen den beiden Klangfeldern der Streicher zu positionieren und zugleich auch das Streichquartett als solches zur Geltung kommen zu lassen. Obgleich dem Klarinettisten Virtuosität und höchste Spielkultur abverlangt werden, stechen in keinem Takt bloße spieltechnische Äußerlichkeiten hervor: immer bleiben die Themen und ihre Veränderungen, bleibt die kompositorische Gesamtarbeit vorrangig.

Was macht den besonderen Reiz des A-Dur-Quintetts aus?

Dass die Klarinette vom tiefen Gemurmel über lebhaftes Sprudeln bis zum Aussingen sinnlichster Kantilenen alle ihr zur Verfügung stehenden Ausdrucksmöglichkeiten ausschöpfen kann, zeugt von Mozarts tiefer Zuneigung zu diesem Instrument. Das Herzstück des Werkes ist sicherlich der langsame Satz mit seinem innigen und empfindsamen Thema, das die Klarinette im Dialog mit der Violine entfaltet.

Welche Rolle spielt das Werk im Musikleben und für welchen Typ Hörer ist es besonders geeignet?

Mozarts Meisterwerk regte in der Nachfolge insbesondere Carl Maria von Weber und Johannes Brahms zu eigenen Beiträgen an, die man häufig im Zusammenhang mit dem Vorbild im Konzertsaal hört. Bei den Klarinettisten ist Mozarts Kammermusikperle sowieso außerordentlich beliebt: Wer die Gelegenheit hat, mit einem Streichquartett  zusammen zu arbeiten, spielt dieses Werk. So gehört es zum Standardrepertoire ebenso wie das Klarinettenkonzert KV 622.

Eine besondere Zielgruppe gibt es nicht: Bläserfreunde genießen es ebenso wie Liebhaber von Streicherkammermusik. Empfehlenswert ist es auch für rein lustbetonte Hörer, die vor der konzentrierten Intimität von Kammermusik sonst eher zurückschrecken.

Der CD-Tipp von wissen.de

Wolfgang Amadeus Mozart: Klarinettenquinett a-Dur KV 581

Carl Maria von Weber: Klarinettenquintett B-Dur op. 34

Eduard Brunner, Klarinette; Hagen-Quartett. Deutsche Grammophon/Universal

von Christian Strehk
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