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Mythen über Casinos und deren Spiele

Um unfassbare Gegebenheiten entstehen traditionell viele Geschichten. Geschichten, die in die Rubrik „Behauptung“ fallen. Geschichten, deren Wahrheitsgehalt oft nur wenig ausgeprägt ist. Per Definition haben diese Geschichten sogar eine spezielle Bezeichnung. Sie werden als Mythen bezeichnet. Und auch um das Glücksspiel und die Casinowelt ranken sich traditionell viele Mythen. Ein Mythos besagt, dass es Systeme in den Weiten der IT-Landschaft geben soll, die es dem Spieler ermöglichen, das Casino quasi zu „überlisten“. Wie hoch der Wahrheitsgehalt dieses Mythos‘ ist, soll Thema in diesem Beitrag sein.

Asphaltwegweiser in Richtung Casino
Casinos erfreuen sich wachsender Beliebtheit - auch wenn die Liste an Mythen rund ums Glücksspiel lang ist.

1. Wer im Casino spielt, geht immer als Verlierer nach Hause

Würde es so viele Fans des Glücksspiels geben, wenn es im Casino keine Gewinner gäbe? Dann würden selbst die 1,4 Millionen Besucher, die für das Jahr 2017 angaben, einmal monatlich ins Casino zu gehen, nicht dorthin pilgern (vgl. statista.com). Auch die 140.000 Freunde des Glücksspiels, die mehrmals wöchentlich die Spielbank aufsuchen, würden dies wohl nicht tun, wenn sie immer als Verlierer nach Hause gehen würden. Warum sich dieser Mythos jedoch vehement hält, auch dafür gibt es eine Begründung: Der Spieler geht, wenn ihm das festgelegte Budget des Abends ausgeht. Die Spielbank hingegen hat deutlich größere finanzielle Möglichkeiten. Und natürlich haben beide Parteien denselben Wunsch: Geld zu verdienen bzw. Geld zu gewinnen.

2. Die Spielbank kann entscheiden, wer gewinnt

Diese Behauptung kann nur ein Mythos sein, denn: Alle seriösen, virtuellen Automaten, die beispielsweise bei spielhallen.com rezensiert werden, unterliegen dem Zufallsprinzip. Mithilfe des Randon Number Generators wird die Gewinnzahl absolut zufällig generiert. Woher der Mythos kommen mag, erklärt sich vielleicht mit der verbalen Gleichsetzung der Auszahlungsrate oder schlicht dem falschen Verständnis dafür. Die Auszahlungsrate ist nämlich direkt auf jedem Automaten vermerkt.

Ebenso ein Ammenmärchen ist die Tatsache, dass Gewinnern ihre Gewinne nicht ausgezahlt werden. Warum das Humbug ist, erklärt das logische Denkvermögen: Jeder glückliche Gewinner ist ein Werbebotschafter, ohne dabei das Marketing-Budget zu belasten. Grundsätzlich gilt: Seriöse Casinos zahlen immer die Gewinne aus. Falls nicht, gibt es Kontrollbehörden, die dafür sorgen. Kein Casino der Welt würde riskieren, eine schlechte Bewertung einzuheimsen. In Zeiten von Social Media und Co. könnte eine schlechte Bewertung schnell das Aus bedeuten.

Halle eines Spielcasinos
Wer versucht zu "erfühlen", ob vor einem Automaten lange Zeit ein Spieler saß, glaubt an einen Mythos.
3. Nach einem großen Gewinn folgt am gleichen Automat eine Durststrecke

Wer einmal nach Las Vegas reist, der wird Spieler beobachten können, die leise wie eine Katze durch die Reihen der Slot-Machines schleichen. Nur eine fast unbemerkte Handbewegung enttarnt sie. Vorsichtig erfüllen sie auf den Barhockern, ob diese noch warm sind – weil lange Zeit jemand an diesem Automaten gespielt hat – oder bereits kalt sind. Was sie sich daraus abzuleiten versuchen, ist ein wahrer Mythos, der besagt: Nach einer langen Zeit ohne Gewinn muss wieder ein Gewinn folgen. Oder andersherum: Nach einem großen Gewinn wird der nächste Jackpot eine ganze Weile auf sich warten lassen.

Diese Behauptung fällt fast schon in die Rubrik der Selbsttäuschung, denn: Wer einige Zeit Pech hatte, argumentiert sein Weiterspielen (häufig über das gesetzte Limit hinaus) eben mit der Tatsache, dass nach einer langen Pechsträhne auch wieder Gewinne folgen müssen und diese vermutlich direkt bevorstehen. Diese Vorstellung widerspricht aber gänzlich dem unter (2) erläuterten Zufallsprinzip. Ergo: Die Zeitspanne zwischen Gewinn und erneutem Gewinn ist eine reine Sache des Zufalls.

Roulettetisch
Wo die Roulette-Kugel landet, obliegt nicht der Wahrscheinlichkeitsrechnung, sondern dem Zufallsprinzip.
4. Fürs Automatenspiel gibt es eine Gewinnstrategie

Und nochmal muss das Argument des Zufallsprinzips bemüht werden: Wenn ein Zufallsgenerator über Sieg oder Niederlage entscheidet, dann kann es auch keine Strategie geben bzw. wird jegliche Form von strategischer Überlegung damit auch hinfällig sein.

Beim Black Jack beispielsweise ist das etwas ganz anderes. Hier gibt es eine Strategie, doch Strategen sind häufig unerwünscht bzw. strategisches Taktieren ist mitunter sogar verboten. Die Rede ist vom Kartenzählen beim Black Jack. Ein Straftatbestand – eine Idee, die sich ebenfalls wacker als Gerücht hält, – ist das Kartenzählen allerdings nicht. Wer im Casino spielt, könnte allerdings dem Spieleparadies verwiesen werden – wenn das Kartenzählen in den Hausregeln untersagt ist.

Wer sich am Roulette-Tisch der Wahrscheinlichkeitsrechnung bedient, macht sich zwar unnötige Mühe, läuft aber nicht Gefahr, das Casino verlassen zu müssen. Die Idee, dass eine Roulette-Kugel einmal auf jeder Zahl des Rades landet, ist zwar spannend, aber widerspricht einmal mehr dem Zufallsprinzip. Und: Die Kugel ist nicht systemisch gesteuert oder kann sich gar erinnern, welche Zahl sie bereits ins Spiel geholt hat.

5. Mit dem passenden Ritual rückt der Jackpot in greifbare Nähe

Glücksspieler kennen sie alle: Rituale, die ihnen in ihren Augen dabei helfen, einen großen Jackpot zu gewinnen. Das beginnt bei dem passenden Outfit – bei Kleidung, Schmuck und dem kompletten Look – und endet bei Feng Shui (vgl. everyday-feng-shui.de) und Horoskopen noch lange nicht. Über 80 Prozent der Spieler glauben daran, dass ein bestimmtes Ritual ihnen zum Sieg verhelfen könnte. Auch diese Verhaltensweisen sind ein No-Go, denn sie provozieren für alle diejenige, die daran glauben, das Pech herauf:

  • Einen siegreichen Spieler zu berühren oder anzusprechen, unterbricht die Glückssträhne.
  • Singen und Pfeifen am Spieltisch ist verboten.
  • Verschränkte Arme, Finger und Beine schließen das Glück aus.
  • Wer Geld zählt, verhindert weitere Gewinne.

Wie die anderen hier angeführten Punkte auch, gilt auch bei diesen Ritualen: Belegbar ist die Funktionsfähigkeit dieser Verhaltensweisen und ihrer Wirkungen keinesfalls. Auch sie fallen in die Rubrik der unbestätigten Mythen.

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