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Nachschlagewerke: eine Zeitreise

Von der Papierrolle zum World Wide Web

Enzyklopädien und Lexika gab und gibt es zu allen Zeiten, in denen Menschen den Wunsch hatten, das Wissen ihrer Zeit systematisch zusammenzutragen und geordnet festzuhalten. Mit dem Online-Portal SPIEGEL Wissen ging im Februar 2008 ein völlig neues Nachschlagewerk an den Start.

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Bibliothek von Alexandria

Alexandria wurde 331 v. Chr. von Alexander dem Großen gegründet. Nach seinem Tod gründete sein Feldherr Ptolemaios ein neues Herrscherhaus in Alexandria. Die neue Residenz profitierte gewaltig vom Ansehen des pharaonischen Ägypten als Wiege der Weisheit. Die Stadt erlebte in den folgenden Jahrhunderten einen immensen wirtschaftlichen Aufschwung und entwickelte sich zum geistigen Zentrum. Gelehrte wie der griechische Mathematiker Euklid kamen zu Forschungszwecken hierher. In den Bibliotheken Alexandrias, allen voran der großen Bibliothek der Gelehrtenakademie Museion, war das Wissen der damaligen Zeit auf rund 900 000 Schriftrollen gesammelt. Doch bereits 49 v. Chr. gingen diese unersetzbaren Schätze in den Wirren der Thronstreitigkeiten zwischen Kleopatra und ihrem Bruder Ptolemaios XIV. in Flammen auf.

Enzyklopädien gab es bereits in der Antike. Schon damalige Gelehrte hatten den Wunsch, das Wissen ihrer Zeit systematisch zusammenzutragen und geordnet festzuhalten. Diese Darstellungen haben sich aber meist nur mit speziellen Sachgebieten beschäftigt. Ein Beispiel ist die Naturalis historia in 37 Büchern von Plinius dem Älteren, ein hauptsächlich naturwissenschaftliches Sammelwerk mit besonderem Interesse für erdkundliche, medizinische und auch kunstgeschichtliche Probleme. Im Mittelalter wurden dieses Wissenssammlungen um Werkteile über Gott, Religion und Heilsgeschichte erweitert. Die Verfasser der uns bekannten Enzyklopädien der Antike und des Mittelalters strebten danach, das gesamte Wissen ihrer Zeit oder das Wissen über ein bestimmtes Sachgebiet zu sammeln, systematisch zu ordnen und dadurch dem Leser leichter zugänglich zu machen.

Die neue Ordnung von A bis Z

Das erste alphabetisch geordnete Lexikon stammt aus dem Jahr 1503 und wurde - wie zu dieser Zeit üblich - in lateinischer Sprache verfasst. Als erstes alphabetisch geordnetes Lexikon in einer lebenden Sprache erschien 1674 das Grand Dictionnaire historique von Louis Moréri. Mit diesem Werk beginnt die Geschichte der neuzeitlichen enzyklopädischen Lexikographie. Insgesamt kam es im 17. Jahrhundert, dem Zeitalter des Barock, zu einer regelrechten "Sammelwut" und damit zu einer Expansion großer alphabetischer Lexika, in denen man das Wissen der Welt vereinen wollte.

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aus der wissen.de-Redaktion
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