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Parfümeur/in

“Wunderbar, wunderbar ...”, murmelte er und schnüffelte gierig, “es hat einen heiteren Charakter, es ist lieblich, es ist wie eine Melodie, es macht direkt gute Laune.” So urteilt der alternde Parfümeur Baldini in Patrick Süskinds fulminantem Roman “Das Parfum” über die Duftkreation eines Rivalen.

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Ein sinnlicher Beruf

Wohlgerüche, die die Sinne erregen, provokativ und betörend wirken oder einfach nur angenehme Entspanntheit hervorrufen, sind das Werk von Parfümeuren. Auch wenn Grenouille, der geniale, selbst aber geruchlose Protagonist aus “Das Parfum mit seiner mörderischen Suche nach dem unwiderstehlichsten aller Düfte Schauer hervorruft, kann sich Fred Naraschkewitz, Parfümeur bei Dragoco, in diesem Buch wiederfinden. Wie Grenouille, der den Gerüchen in Paris nachgeht und jede noch so feine Nuance erschnüffelt, kann sich auch Fred Naraschkewitz bei seinem Gang durch die Straßen den alltäglichen Gerüchen nicht entziehen.

“Manchmal habe ich wirklich die Nase voll und gehe nach einem anstrengenden Arbeitstag mit diesem Ich-brauche-eine-Pause-Gefühl nach Hause, gibt Fred Naraschkewitz zu. Schnell wird im Gespräch jedoch klar, dass diese Momente eher eine seltene Ausnahme sind. “Ich bin ein Nasentier, ergänzt Fred Naraschkewitz und “wie alle Parfümeure ein Sinnes- und Genussmensch. Düfte beeinflussen mein gesamtes Leben. Ich selbst verwende wenig Parfum, aber ich liebe beispielsweise die Geschmackserlebnisse beim Kochen. Mein Geruchssinn kommt auch nach Feierabend nicht zur Ruhe. Mehr als andere Menschen erschließt der Parfümeur die Welt über seine Nase und mehr als andere Berufe ist dieser von einer besonderen Begeisterungsfähigkeit geprägt. “Das Düfte-Erfinden ist kein normaler Job, sondern eine Leidenschaft, gesteht Fred Naraschkewitz schwärmerisch.

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BW Bildung und Wissen Verlag, Nürnberg 2002
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