Lexikon

Csta-Gvras

Constantin, eigentlich KonstantinosGavras, französischer Filmregisseur griechischer-russischer Herkunft, * 13. 2. 1933 Loutra-Iraias (Griechenland); dreht Filme, die sich durch politisches Engagement auszeichnen; u. a. „Z“ 1969; „Der unsichtbare Aufstand“ 1972; „Vermisst“ 1982; „Music Box“ 1989; „Der Stellvertreter“ 2002; „Die Axt“ 2005; „Eden à l'ouest“ 2009.
  • Deutscher Titel: Vermisst
  • Original-Titel: MISSING
  • Land: USA
  • Jahr: 1982
  • Regie: Constantin Costa Gavras
  • Drehbuch: Constantin Costa Gavras, Donald Stewart, nach einem Roman von Thomas Hauser
  • Kamera: Ricardo Aronovich
  • Schauspieler: Jack Lemmon, Sissy Spacek, Melanie Mayron
  • Auszeichnungen: Oscar 1983 für Drehbuch; Goldene Palme Filmfestspiele Cannes 1982 für Film
Constantin Costa Gavras, seit »Z« (1968) als Spezialist für Polit-Thriller anerkannt, dreht mit »Vermisst« seinen ersten Hollywood-Film. Er befasst sich mit dem authentischen Fall des Journalisten Charles Horman, der 1973 während des von den USA gestützten Putsches gegen die demokratisch gewählte Regierung von Salvador Allende in Chile spurlos verschwand.
Charles (John Shea) wurde laut den Erzählungen seiner Nachbarn von einer Militärpatrouille abgeholt. Seine Frau Beth (Sissy Spacek) und sein Vater Edmund (Jack Lemmon), der aus New York angereist ist, beginnen mit der Suche nach dem Vermissten. Die beiden unterschiedlichen Menschen kommen sich nur allmählich näher, sie wissen aber, dass sie bei ihren Recherchen aufeinander angewiesen sind. Edmund ist ein konservativer Geschäftsmann mit festen moralischen und christlichen Grundsätzen. Anfangs ist er deshalb der festen Überzeugung, dass sein Sohn durch eigenes Verschulden in Haft geraten sein muss.
Als sie aber bei der Spurensuche zunächst auf eine Mauer des Schweigens bei den Militärs, auf falsche Hinweise und Lügen von US-Regierungsvertretern stoßen, glaubt Edmund nicht mehr daran, seinen Sohn lebend wiederzusehen. Es gelingt den beiden aber, näheres über die Rolle der Amerikaner beim Militärputsch in Chile zu erfahren. Die Leiden der Zivilbevölkerung setzen bei Edmund einen Bewußtseinswandel in Gang, der ihn nunmehr zum scharfen Kritiker seiner eigenen Regierung und des von ihr gestützten Regimes in Chile macht.
Costa Gavras„ spannender Polit-Thriller führt zu Verstimmungen mit der US-Regierung unter Präsident Ronald Reagan, da in dem Film eine deutliche Anklage gegen die Vereinigten Staaten und ihre Haltung während des Putsches sowie ein unmissverständliches Plädoyer für die Einhaltung der Menschenrechte formuliert werden. Auf der anderen Seite verdeckt die glatte Hollywood-Dramaturgie und die Konzentrierung auf das Einzelschicksal über weite Strecken diese politische Botschaft.
Bereits in früheren Filmen setzte sich Costa Gavras kritisch mit Diktaturen auseinander: In »Z« (1968) mit den Putschisten in Griechenland und in »Das Geständnis« (1969) mit den sozialistischen Machthabern in der ČSSR.
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