Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Schock:
Das Wort hat zwei unterschiedliche Bedeutungen, die auch verschieden herzuleiten sind. Ursprünglich war
Schock
der Ausdruck für „60 Stück“, gelegentlich wurde das Wort auch im Sinn von „große Menge“ verwendet. Wurzel ist in diesem Fall das mittelhochdeutsche
schoc,
das einen Haufen von 60 Garben bezeichnete. Dazu gab es das Verb
schocken
für „(Heu) in Haufen setzen“.
Schock,
wie er heute geläufig ist, nämlich im Sinn von „Erschütterung“, leitet sich dagegen von dem französischen Wort
choc
für „(physischer) Schlag“, „Stoß“ her und wurde im 18. Jahrhundert ins Deutsche übernommen. Wurzel ist hier möglicherweise das mittelniederländische
schocken
„stoßen“. In der Medizin wird
Schock,
etwa in dem Begriff
Elektroschock,
tatsächlich noch im wörtlichen Sinn eines körperlichen Schlags verwendet. Darauf basiert die
Schockbehandlung
. Ansonsten wird das Wort heute zumeist im übertragenen Sinn einer seelischen Erschütterung gebraucht. Wer
schockiert
ist, dem wurde also in der Regel kein körperlicher Schlag versetzt, sondern der ist erschreckt oder bestürzt.
Schocker
nennt man einen Grusel oder Horrorfilm. Als
Kulturschock
bezeichnet man das Erschrecken über eine fremde, andersartige Kultur, das beim unmittelbaren Kontakt mit dieser eintreten kann. Dem Englischen entlehnt ist der sowohl in der ursprünglichen Schreibweise
shocking
, als auch in der eingedeutschten Version
schocking
anzutreffende Ausruf, mit dem auf etwas reagiert wird, das nicht den Konventionen entspricht.
Bitter-Rezeptor
Wissenschaft

Innen und außen bitter: Geschmacks-Rezeptor hat zwei Bindestellen

Bitteren Geschmack nehmen wir mit Hilfe einer Gruppe verschiedener Rezeptoren wahr. Nun haben Forschende die detaillierte Struktur eines dieser Geschmacksrezeptoren aufgeklärt. Demnach hat der Rezeptor namens TAS2R14 neben der bereits bekannten Bindungsstelle auf der Außenseite von Zellen eine weitere Bindungsstelle, die auf...

Small Modular Reactor
Wissenschaft

Kernkraftzwerge

Weltweit entwickeln Ingenieure kleine, modulare Kernreaktoren, die sich am Fließband fertigen lassen. Verhelfen sie der Nuklearenergie zu einer Renaissance? von MARTIN ANGLER Beim Schippen von Sand und Erde sieht man Bill Gates nicht jeden Tag. Doch für den ersten Spatenstich seines neuen Nuklearreaktors ist der Softwarepionier...

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