Lexikon
Bresson
[
-ˈsɔ̃
]Robert, französischer Filmregisseur, * 25. 9. 1901 (nach anderen Angaben 1907) Bromont-Lamothe, † 18. 12. 1999 Paris; drehte Filme mit religiös-theologischem Hintergrund in einem dokumentarischen formstrengen Stil: „Tagebuch eines Landpfarrers“ 1950; „Der Prozess der Jeanne d’Arc“ 1962; „Zum Beispiel Balthasar“ 1966; „Das Geld“ 1983.
- Deutscher Titel: Tagebuch eines Landpfarrers
- Original-Titel: JOURNAL D„UN CURE DE CAMPAGNE
- Land: Frankreich
- Jahr: 1950
- Regie: Robert Bresson
- Drehbuch: Robert Bresson
- Kamera: Léonce-Henri Burel
- Schauspieler: Claude Laydu, Jean Riveyre, Armand Guilbert
- Auszeichnungen: Spezialpreis Filmfestival Venedig 1951
Der junge Pfarrer (Claude Laydu) der kleinen Gemeinde Ambricourt leidet an einer unheilbaren Krankheit. Trotz des Misstrauens, das ihm die Bauern und die herrschaftliche Familie des Ortes entgegenbringen, arbeitet er in missionarischem Eifer weiter. Seine Selbstzweifel und seine Angst schreibt er täglich in einem Tagebuch nieder. Schließlich verschlechtert sich sein Zustand und er stirbt.
Robert Bressons Verfilmung des Romans von George Bernano revolutioniert die Gesetze des Kinos seiner Zeit. Er verzichtet auf imposante Bilder gerade die Kargheit wird auf diese Weise zu seinem wichtigsten Stilelement. So sieht man über lange Strecken nur die schreibende Hand des Pfarrers und hört seine kommentierende Stimme. Die meisten Darstellers sind Laienschauspieler; Bresson glaubt so größeren Einfluss auf das Werk nehmen zu können, als wenn er mit Profis gearbeitet hätte. Der überraschende Erfolg gibt diesem Konzept recht.
- Deutscher Titel: Der Prozess der Jeanne d„Arc
- Original-Titel: LE PROCÈS DE JEANNE D„ARC
- Land: Frankreich
- Jahr: 1962
- Regie: Robert Bresson
- Drehbuch: Robert Bresson
- Kamera: Léonce-Henri Burel
- Schauspieler: Florence Carrez, Jean-Claude Fourneau, Roger Honorat
- Auszeichnungen: Spezialpreis der Jury Filmfestspiele Cannes 1962
Mit Laiendarstellern und den authentischen Prozessakten als Vorlage zeichnet Robert Bresson die Ereignisse am Lebensende der Jungfrau von Orleans nach: Die heilig gesprochene Heldin steht 1431 wegen Ketzerei vor Gericht. Der Film rekapituliert nüchtern den Prozessverlauf bis zur Hinrichtung.
Kirchliche Kritiker sehen in der strengen Form eine Aussage über die Beweggründe der religiösen Heldin. Das Werk findet auch Anerkennung als Ergänzung zu der klassischen Stummfilmbiografie der heiligen Johanna von Carl Theodor Dreyer (1928).
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