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Meißener Porzellan

Porzellan bezeichnet man auch als "Weißes Gold" - und das kommt nicht von ungefähr: Hannes Walter, Porzellanexperte: "Das Porzellan ist gerade in den Anfangsjahren eigentlich ja auch wertmäßig fast mit Gold aufgewogen worden." Ein Grund dafür war sicherlich auch, dass es anfangs in Europa nur einen Produzenten gab, die Manufaktur in Meißen. Hier behielt man das Geheimnis der Herstellung lange Zeit für sich. Heute wissen wir, im Wesentlichen sind drei Bestandteile wichtig: Porzellanerde, Kaolin genannt, Mineralien und Quarz. Die Arbeitsschritte sind bis heute dieselben: für eine Figur werden erst die Einzelteile geformt. Danach setzt man sie Stück für Stück und in Handarbeit zu einem Ganzen zusammen. Am Ende sieht jede Figur annähernd gleich aus - und ist dennoch ein Unikat. Im Ofen werden die Stücke bis zu 20 Stunden lang bei rund 950 Grad gebrannt. Einige kommen anschließend in die Unterglasurmalerei. Die Muster aufzubringen ist nicht ungefährlich, denn das Porzellan ist noch weich und saugfähig. Der Malermeister hat nur einen Versuch. Uwe Menzel, Unterglasur-Malermeister: "Ganz kleine Sachen kann man schon mal mit dem Radiermesser wegnehmen, aber wie jetzt diese Partie, wenn ich merke, dass die verkehrt aufgeteilt oder angeordnet ist, die kann ich nicht wieder abnehmen, also das wäre das Stück dann schon entwertet." Die fehlerlosen Stücke dürfen ein abschließendes Bad in Glasur nehmen. Einige Teile werden auch mit der Glasur besprüht. Bei Figuren und der Blumenmalerei kommt Farbe in Spiel. Brigitte Greiss, Blumenmalerin: "Ich habe hier meinen Modellteller und versuch das genau so nachzumalen. Und sie sehen, wie das hier geworden ist schon und wenn es fertig ist, sollte es nach dem Brand dann genau so aussehen und ja, dass das alles schön zusammen passt." Auf Porzellan entstehen wahre Kunstwerke. Doch bevor die im Schrank oder der Vitrine landen, werden sie ein zweites Mal gebrannt. Erst jetzt erhalten die dekorativen Stücke ihren hohen Weißgrad, die Härte und den typischen Glanz; mit dem zweiten Brand wird das Porzellan zum "Weißen Gold".

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