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Wie man Fenster streifenlos putzt

Kaum scheint die Sonne, erkennt man auf den ersten Blick: die Fenster haben mal wieder eine Reinigung nötig. Machen altbewährte Hausmittel die Scheiben wieder klar? Gegen den Schmutz hilft Salmiakgeist, das ist eine 10 %-ige Ammoniaklösung. Die wirkt am besten wenn sie warm ist. Denn die hohe Temperatur hilft dem Salmiak den Dreck von der Scheibe zu lösen. Fensterglas zieht den Dreck magisch an. Links im Bild ein Fenster im Querschnitt: Der Salmiakgeist lädt das Glas und den Schmutz negativ auf, so dass der Dreck dann von der Scheibe abgestoßen wird. Den gleichen Effekt nutzen auch moderne Reinigungsmittel. Der Profi weiß: die gelösten Schmutzpartikel immer mit viel Wasser und einem Wischer daran hindern wieder an der Scheibe anzutrocknen. Aber was ist mit den Kalkresten auf der Scheibe? Ein altes Rezept: mit kaltem Essig-Wasser nachsprühen. Kalk besteht aus Calcium und Kohlensäure. Essigsäure ist stärker als Kohlensäure und kann daher den Kalk aufbrechen – gut zu sehen erst mit einer Highspeed-Kamera bei 200 Bildern pro Sekunde. Um die Scheibe abzuwischen, eignet sich ein saugfähiges Fensterleder. Und doch bleiben meist kleinste Wassertröpfchen übrig, die sehr schnell trocknen und kleine Flecken auf der Scheibe hinterlassen. Um solche Flecken zu vermeiden, setzt der Profi auf einen Abzieher. Wichtig dabei: Er hat die Scheibe vorher komplett nass gemacht, so dass der Abzieher eine regelrechte Wasserwelle vor sich her schiebt. Die spült den Dreck von der Scheibe. Der Wischer hinterlässt keine Tröpfchen. Nur mit einer Highspeed-Kamera mit 200 Bildern pro Sekunde lässt sich der Vorgang genauer betrachten. Trocknen kann man aber auch mit Zeitungspapier. Es soll die letzten Wassertröpfchen aufsaugen und für Glanz sorgen. Früher enthielt Druckerschwärze nämlich Blei, und die Glasscheiben ebenso. So verhalf das Zeitungspapier der Scheibe wieder zu frischem Bleiglanz. Heute kann man sich die Politur mit Zeitungspapier sparen. Die 150-fache Vergrößerung zeigt: kleinste Wassertröpfchen saugt ein Mikrofasertuch viel besser auf als die Zellulose des Papiers. Mit den vielen kleinen Fasern – links im Bild - kann es mehr Wasser aufnehmen als Zeitungspapier. Übrigens: Besonders hartnäckige Flecken niemals mit dem rauen Pad eines Haushaltsschwammes entfernen. Er kann Metallfasern enthalten und das Glas zerkratzen. Unter dem Mikroskop sieht man sehr deutlich das metallische Geflecht, das etwa 40 Prozent des rauen Pads ausmacht. Die restlichen 60 Prozent bestehen aus Kunststoff. Der Haushaltsschwamm hinterlässt hässliche Kratzspuren. Mit dem bloßen Auge kann man sie nicht sehen - aber in 50-facher Vergrößerung erscheinen sie wie eine Mini-Milchstraße. Aber warum haftet Schmutz so hartnäckig auf der Glasscheibe? Sie ist doch glatt, da sollte doch eigentlich gar kein Schmutz drauf bleiben. Im Elektronen-Mikroskop erscheint die Glasscheibe alles andere als glatt. Bei 10.000-facher Vergrößerung ähnelt die Oberfläche einer Berg- und Tal-Landschaft. Die entsteht bei der Verbindung des Hauptrohstoffes Quarzsand und verschiedenen zugesetzten Chemikalien. Und in den Tälern können sich Staub und Schmutzpartikel wunderbar absetzen. Angetrockneten Schmutz entfernt am besten vorsichtig mit einem Kratzer für Ceranfelder oder einem speziellen Pad.  Fensterputzer müssen vor allem eines: viel Strecke machen. Viele Zehntausend Quadratmeter an Glas jährlich müssen sie durchschnittlich bewältigen. Richtig Fensterputzen geht also so:- Ammoniakhaltiges Putzmittel ins warme Wischwasser.- Mit einem Schwamm reichlich auftragen.- Mit Essiglösung besprühen- nachwischen mit einem Fensterleder und dann mit einem Mikrofasertuch. Fertig. und dazu muss man nicht mal Profi sein.

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