Lexikon
O'Neill
[ɔuˈni:l]
Eugene, US-amerikanischer Dramatiker, * 16. 10. 1888 New York, † 27. 11. 1953 bei Boston; Mass., Wegbereiter des modernen amerikanischen Dramas; schilderte unter Verwendung unterschiedlichster Dramenstile die Schicksale vom Leben desillusionierter Personen sowie von gesellschaftlichen Außenseitern, wobei das Thema der Täuschung und Selbsttäuschung breiten Raum einnimmt; verband in seinen bühnenwirksamen Werken eine scharf-realistische Schau mit psychoanalytischen Erkenntnissen. O’Neill erhielt 1936 den Literaturnobelpreis. Hauptwerke: „Unterm karibischen Mond“ 1919, deutsch 1924; „Der Kaiser Jones“ 1921, deutsch 1923; „Der haarige Affe“ 1922, deutsch 1924; „Trauer muss Elektra tragen“ 1931, deutsch 1947; „Wildnis“ 1933, deutsch 1949; „Der Eismann kommt“ 1946, deutsch 1949; „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ (postum) 1956, deutsch 1956; „Fast ein Poet“ (postum) 1957, deutsch 1959.
O'Neill, Eugene
Eugene O'Neill
© Corbis/Bettmann/UPI
- Erscheinungsjahr: 1931
- Veröffentlicht: USA
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Trauer muss Elektra tragen
- Original-Titel: Mourning Becomes Electra
- Genre: Eine Trilogie
In der dreiteiligen Tragödie »Trauer muss Elektra tragen«, die am 26. Oktober im Guild Hall Theatre in New York uraufgeführt wird, überträgt Eugene O'Neill (* 1888, † 1953) den antiken Elektra-Mythos in die Zeit nach dem US-amerikanischen Sezessionskrieg (1865). Der Kriegsheimkehrer Ezra (Agamemnon) wird von seiner Frau Christine (Klytämnestra), die den Kapitän Brant (Aigisthos) liebt, vergiftet. Die Tochter Lavinia (Elektra) entdeckt den Mord und überredet ihren Bruder Orin (Orest), Brant zu ermorden. Die Mutter begeht Selbstmord. Eugene O'Neill will mit diesem Drama, das zu den bedeutendsten seiner frühen Schaffensperiode zählt, »modernes psychologisches Drama mit einer alten Sagenhandlung« verbinden.
- Erscheinungsjahr: 1956
- Veröffentlicht: USA
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Eines langen Tages Reise in die Nacht
- Original-Titel: A long Day's Journey into Night
- Genre: Schauspiel in vier Akten
Das autobiografisch gefärbte Schauspiel »Eines langen Tages Reise in die Nacht« von Eugene O'Neill (* 1888, † 1953) wird am 10. Februar im Kungliga Dramatiska Teatern in Stockholm uraufgeführt. Es handelt sich um die quälende Seelenanalyse einer Familie, deren Mitglieder aus Enttäuschung über das Leben in Drogen, in den Alkohol, in Scheinwelten flüchten. Die nervöse Mutter, der schwindsüchtige Sohn (Selbstporträt Eugene O'Neills) und der Vater quälen sich gegenseitig mit Enthüllungen und Bezichtigungen, bekunden sich jedoch gleichzeitig immer wieder Verständnis, Mitgefühl und Liebe. – Die deutsche Erstaufführung findet 1956 in Berlin statt.
- Erscheinungsjahr: 1957
- Veröffentlicht: USA
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Fast ein Poet
- Original-Titel: A Touch of the Poet
- Genre: Schauspiel in vier Akten
Postum wird das Schauspiel »Fast ein Poet« des US-amerikanischen Literaturnobelpreisträgers Eugene O'Neill (* 1888, † 1953) am 29. März im Königlichen Dramatischen Theater in Dänemark uraufgeführt, die deutschsprachige Erstaufführung findet im Rahmen der Salzburger Festspiele am 19. Juli statt. Zentrales Thema ist das Problem der Lebenslüge. Major a. D. Cornelius Melody, der heruntergekommene Wirt eines verschuldeten Landgasthauses, schwelgt in Erinnerungen an seine Soldatenzeit, die er glorifiziert, während sich seine Frau abarbeitet.
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