Der Nil - Anfang der Kalendergeschichte

Maya - Kalender auf Leder gebrannt.
Am Anfang der Kalenderentwicklung steht das Wasser des
Nil. Der riesige Fluss lieferte den Bauern im alten
Ägypten durch seine regelmäßigen Überschwemmungen einmal pro Jahr fruchtbare Erde. Genau 365 Tage später erfolgte die nächste Überflutung. Diese Tatsache gab etwa 4000 v. Chr. Anlass für den ersten Sonnenkalender der Menschheitsgeschichte. Etwa um die gleiche Zeit orientierten sich die
Sumerer zwischen
Euphrat und
Tigris am Mond, dessen Umläufe als erste unveränderliche Zeitgröße mit 29,53 Tagen berechnet wurden. Zwölf
Mondumläufe oder zwölfmal 30 Tage galten als ein Jahr. Als die Babylonier das Reich der Sumerer um 2000 v. Chr. eroberten, versuchten sie, das gewohnte Mond-mit dem längeren Sonnenjahr in Übereinstimmung zu bringen. Zwölf Mondmonate mit abwechselnd 20 und 30 Tagen bildeten ein Jahr von 354 Tagen. Schaltmonate sollten dabei die elf fehlenden Tage zum vollständigen
Sonnenjahr mit 365 Tagen ausgleichen. Dass der jeweils siebte Tag als Ruhetag für die Menschen dient, ist ebenfalls eine alte babylonische Tradition.
Die große Reform

Papst Gregor XIII von Lavinia Fontana
Die Römer suchten zunächst Kompromisse zwischen Mond-und Sonnenjahr, die Anzahl der Tage pro Monat schwankte zwischen 31, 29 und 28 Tagen im Februar. Das Jahr umfasste insgesamt 355 Tage. Als
Julius Cäsar 46 v. Chr. eine entscheidende
Reform verwirklichte, wies der Kalender bereits eine Abweichung von 90 Tagen zum Sonnenjahr auf. Den endgültigen Schritt zur Einführung des noch heute gültigen Kalenders vollzog jedoch 1582 Papst Gregor XIII. Nach ihm ist der
gregorianische Kalender benannt, den die protestantischen Staaten zunächst nur zögerlich akzeptierten.
Zeittafel
2397 v. Chr.: Das Jahr der Chinesen besteht aus Mondmonaten und wird durch einen Schaltmonat an das Sonnenjahr angeglichen.
300-900 n. Chr.: Die Maya entwickeln einen Kalender, der als einer der genauesten überhaupt gilt.
622 n. Chr.: Die islamische Zeitrechnung beginnt. Der Kalender basiert auf den Zyklen des Mondes und umfasst insgesamt 354 Tage.
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