Einer der wichtigsten Schriftträger der antiken Welt war der Papyrus. Als Alternative zu Tontafeln wurde er bereits um 3200 v. Chr. in Ägypten hergestellt und exportiert. Seine Bezeichnung leitet sich aus dem altägyptischen Begriff „pa-per-aa“ ab, was „Besitz des Pharaos“ bedeutet und einen Hinweis auf das königliche Produktionsmonopol liefert. Später übertrug man den Namen sogar auf ein in Europa erst im Mittelalter bekanntes Schreibmaterial – das Papier.
Die Herstellung des beschreibbaren Pflanzenstoffs war recht mühsam. Man schnitt die Halme der Papyruspflanze, die besonders in den Sümpfen des Nildeltas wuchs, in 30 bis 50 cm lange Stücke und zerteilte anschließend das Mark in feine Streifen. Diese wurden in zwei rechtwinklig zueinander versetzten Schichten gelegt, gepresst, getrocknet und geglättet. Durch den natürlichen, im Mark enthaltenen Klebstoff fügten sich die Streifen fest zu einem Blatt zusammen. Je nach Verwendungszweck wurden dann etwa 20 Blätter zu einer Rolle zusammengeklebt. Geschrieben wurde auf der Innenseite der Rolle. Zum Schreiben verwendete man meist Pinsel oder Rohrstängel und eine aus Ruß und Wasser bestehende schwarze Tinte.
Die Ägypter erfanden im 13. Jahrhundert v. Chr. auch das Pergament, ein Schreibmaterial aus gereinigten, enthaarten und geglätteten Häuten von Rindern, Ziegen oder Kälbern. Pergament war widerstandsfähigere als Papyrus, ließ sich aber auch schwerer herstellen. Dass das Pergament im achten Jahrhundert den Papyrus im Römischen Reich weitgehend verdrängte, erklärt sich wohl daher, dass die Papyrusstaude in den meisten Gebieten Europas nicht gedeiht.
Um 1500 v. Chr.: Verstorbene erhalten in Ägypten das sog. Totenbuch in Form einer Papyrusrolle für ihre Reise in die Unterwelt.
323 v. Chr.: Der Papyrus mit „Die Perser“ von Timotheus von Milet ist einer der ältesten erhaltenen griechischen Texte.
1947: Die ersten Schriftrollen von Qumran werden in verschiedenen Höhlen in der Nähe des Toten Meers gefunden.
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