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Schiffe – Ein Prinzip überdauert Jahrtausende

4000 v. Chr.: Schiffe – Ein Prinzip überdauert Jahrtausende

Sein Bestreben, hinter den Horizont zu schauen, veranlasste schon den prähistorischen Menschen, die heimatlichen Gestade zu verlassen. Aus Schilf, Flechtwerk oder Holzstämmen konstruierte er einfache Boote und Flöße, die nicht nur dem Fischfang dienten. Bäume wurden ausgehöhlt, Holzrahmen mit Tierhäuten oder Leinwänden bespannt, Fugen mit Hanf, Harz oder Teer abgedichtet. Schon um 4000 v. Chr. fuhren die ersten hölzernen Ruderschiffe mit rechteckigem Rahsegel und Steuerpaddeln am Heck auf dem Nil.

 

Eroberung der Meere

Seit 1300 v. Chr. trauten sich die Polynesier mit ihren Auslegerkanus und Katamaranen in die Weiten des Südpazifik, den sie von Neuseeland bis zur Osterinsel besiedelten. Im Zeitalter der Entdeckungen erschlossen Portugiesen und Spanier mit ihren Karavellen, also Dreimastern mit schräg gestellten Rahen und Dreieckssegeln, auch Lateinersegel genannt, neue Welten.

 

Der Handel als treibende Kraft

Kolumbus

Kolumbus Schiffe: Santa Maria - Nina und Pinta. The Discovery of Land (1492)

Zum sicheren und kostengünstigen Transport wertvoller Waren über die stürmische See mussten die Konstruktionen stabil, der Schiffskörper manövrierfähig und der Laderaum groß genug sein. Um 1200 v. Chr. war das Bauprinzip entwickelt, das dem Segelschiff seine Grundform gab: massive Längs- und Querbalken, verbunden durch die Balken vom Deck zum Kiel verlaufenden Planken, die von außen mit Spanten abgedackt waren. Mit ihren bis zu 20 Metern langen, gedrungenen »Rundschiffen«, die von vier Mann Besatzung bedient werden konnten, stiegen die Phönizier im ersten Jahrtausend v. Chr. zur ersten Handelsmacht im Mittelmeer auf, indem sie den Überseehandel zwischen Indischem Ozean, Rotem Meer und Atlantik organisierten.

 

Mit windgeblähten Segeln

Naumachie (Seegefecht),
Naumachie (Seegefecht),

Wandmalerei Roemische Wandmalerei, pompejanisch. - Naumachie (Nachstellung eines See- gefechtes).- Fundort: Pompeji, Tempel der Isis. Neapel, Museo Nazionale Archeologico.

Die Griechen und Römer fügten ihren Schiffen noch einen Mast, sowie Top- und Bugsegel, beziehungsweise eine dritte Ruderbank hinzu. Ihre bis zu 30 Meter langen Frachtsegler erreichten schon Geschwindigkeiten, die erst im 19. Jahrhundert, dem großen Zeitalter der schnellen Windjammer, deutlich überschritten wurden. Die Verlängerung der Masten, die Perfektionierung der Takelung, die Vergrößerung der Segelfläche, die Vervollkommnung der Stromlinienform und die Verwendung von Eisen und Stahl machten Klipper und Großsegler für den schnellen Transport von Gütern wie Tee, Chilesalpeter oder Getreide anfänglich auch gegenüber den neu aufkommenden Dampfschiffen durchaus noch konkurrenzfähig.

 

Warum schwimmt ein Schiff?

Ob Einbaum, Floß oder Stahlriese – alle Schiffe verhalten sich nach dem archimedischen Prinzip: Demzufolge wirkt auf jeden Körper, der in eine Flüssigkeit eintaucht, eine Auftriebskraft, die der Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Flüssigkeitsvolumen entspricht. Ist sein Gewicht geringer als die Auftriebskraft, schwimmt der Körper. Im umgekehrten Fall geht er unter.

 

Zeittafel

11.-16. Jh. n. Chr.: Die Galeere, das typische Kriegsschiff des Mittelmeers, wird in erster Linie von Rudern angetrieben.

13.-15. Jh. n. Chr.: Die Kogge ist das Schiff der Hanse mit bauchigem Schiffskörper, abgerundetem Heck und Rahsegel.

14.-16. Jh. n. Chr.: Spanier und Portugiesen nutzen Karavellen mit geringem Tiefgang, hohem Heckaufbau und Lateinsegel.

16.-17. Jh. n. Chr.: Den Namen verdankt die Galeone einer Art Balkon (Galion) am Oberdeck, der über den Bug ragt.

19. Jh. n. Chr.: Der Klipper ist ein Schnellsegler mit schlankem Rumpf, scharf geschnittenem Bug und großer Segelfläche.

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