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Niederdeutsch (Hamburger und Mecklenburger Platt, Friesisch)
Herzlich willkommen zu unserer neuen Audio-Serie "Schwätzen, babbeln, schnacken - So sprechen die Deutschen". In fünf Folgen erklären wir ihnen, wie und wo man richtig daddelt, derblakt, gaalert oder wo man Rußn trinkt. Sie kommen jetzt schon in’n Tüdel? Wir sorgen dafür, dass sich das ändert. Wir wandern von Nord- nach Süddeutschland und stellen Ihnen nicht nur verschiedene Mundarten vor, sondern auch die Eigenarten der Menschen, die sie sprechen. Wir brechen heute eine Lanze für die norddeutschen Mundarten. Dieses Schnoddrige, das das norddeutsche Platt bzw. Niederdeutsch kennzeichnet, ist unverwechselbar erfrischend neben dem gediegenen Hochdeutsch. Also: Plattdüütsch!
Hallo,
das ist mal eine gute Idee. Ich werde es mir für Wetzlar merken und das ganze mal in unserem Portal vorschlagen. Sicher finden sich für sowas genug Interessenten. :)
Viele Grüße
Sarah
Gibt es denn an der Universität oder sonst wo Kurse, in denen man richtig Plattdüütsch lernen kann?
Sprachwissenschaftlich/sprachgeschichtlich gesehen, gibt es eine oberdeutsche und eine niederdeutsche Sprache. Luther kam aus der Übrergangszone dazwischen und bemühte sich, eine Übersetzung zu liefern, die im ganzen Lande verstanden wurde; sächsisch ist seine (geschriebene) Sprache nicht; vielmehr erkennt man ihn als denjenigen an, der zu Beginn der Neuzeit die gemeinsame deutsche Sprache prägte. Diese hatte eine solche Durchsetzungskraft, daß im Ergebnis alle regionalen Varianten zunehmend auf die Stufe von Dialekten reduziert wurden - ganz ähnlich, wie provenzalische Mundarten heutzutage vom Französischen dominiert sind. Das beruht mit darauf, daß sich etwa in Norddeutschland keine zentrale Schrift- oder Normal-Sprache durchsetzen konnte (bis auf Ansätze im Bereich der Hanse).
Man kann jedoch zu keiner Zeit sagen, daß "Platt zur Mundart wurde". Vielmehr hat es stets nur als eine Summe von Dialekten existiert, wie alle Sprachen im Lauf der Geschichte, bis sich eine Hochsprache durchsetzte. Beim Deutschen ist das eine gesunde Mischung aus allen Regionen - in Frankreich dagegen hat sich eine Region recht einseitig durchgesetzt (Tours - Orléans - Paris).
Bei dem Material, das Sie vom Plattdeutschen ausgewählt haben, fehlt jede Erwähnung des westfälischen und des niederrheinischen Dialekts; und es ist schade, daß der Anteil an ganzen Sätzen und Mini-Dialogen so gering ist.
Richtig gestört hat mich, daß Nord- statt Ostseewellen angespielt wurden (die pommersche Autorin Martha Müller-Grählert hat den Text geschrieben). Und: es wird entschieden zuviel aus einer angeblichen englischen Herkunft begründet: nein, das Englische ist eine kuriose Sammlung sehr unterschiedlicher kontinentaleuropäischer Dialekte und flutet erst seit dem 20. Jahrhundert, vorzugsweise auf dem Weg über Amerika, zu uns zurück. Aber das ist ja ein anderes Thema.
Moin,
ich möchte hier einmal betonen, daß Platt kein Dialekt oder/und Mundart ist.
Platt ist eine eigene Sprache. Dialekte sind vielmehr die vielen regionalen Abwandlungen wie Mecklenburger Platt, Hamburger Platt, Heidjer Platt und so weiter......
Mundart ist dieses Touristen-Platt, das z.B. in den TV-Versionen des Ohnsorg-Theaters gegeben wird und als Missingsch bezeichnet wird.
Und Platt ist nicht zu verwechseln oder in einen Topf zu schmeißen mit Friesisch. Das ist wieder eine eigene Sprache mit vielen Dialekten.
Sonnige Grüße
Agrefina
Hallo Agrefina,
der Streit darüber, ob Plattdeutsch eine Sprache oder einfach ein Dialekt ist, ist sehr alt. Es stimmt, Plattdeutsch wurde in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen aufgenommen und gilt damit als eigene Sprache. In dem Podcast ist auch die Rede von der Niederdeutschen Sprache mit verschiedenen Ausprägungen.
Der Einfachheit halber haben wir uns im weiteren Verlauf für den Ausdruck "Dialekt" entschieden.
Die wissen.de-Redaktion
Leive Lüüd,
Luther harr mit sien Reformatschoon hier baven an de Küst nix warden kunnt. Dor leep em Bugenhagen över den Weg. De kunn Latinsch un Nedderdüütsch snacken. Allens, wat in de Hanse snackt un sc hreven worrn is, is in Plattdüütsch schreven.
Ik heff as een, de up een Insel Borne mit Mudder un mien Maten bloots Plattdüütsch snackt. Un dat is een Spraak.
Wenn se noch teihnmal schrieven, dat se sik up Dialekt einigt hebbt, blifft dat verkiehrt un Ehr Schrievers kaamt mi so an de Farv.
Rudi Witzke
Schaulraat a.D.
Wat ik een Quietscher orrer Höörn up Kopp drääg un ut suup?
Smieten Se mi man rut. Ik heff naug Maten, de Plattdüütsch för een Sprak halen un nich för'n Dialekt.
Rudi Witzke
Also. Man lernt doch nie aus. Denn ich dachte, dass unser Plattdeutsch,
nur ein Dialekt ist.
An eine eigene Sprache habe ich dabei nicht gedacht.
...das ist ja noch besser als Bayrisch, sakra-sakra.
mfg
hg
Sehr interessant. Ich erwarte die nächsten Folgen. Bin gespannt. A.J.
Peinliche Unaufmerksamkeit meinerseits! Tut mir sehr leid und ist mit Spannung zu erwarten. Wird ja interessant, zu sehen, wie sich das aus dem Plattdeutschen heraussortiert, zumal ja auch ich gerade Wert darauf lege, festzustellen, daß sie bisweilen die Relationen wandeln.
Sehr geehrter Herr Meier,
danke für die ausführlichen Erläuterungen. Wir möchten hier nur einen Aspekt rausgreifen: Zu den westfälischen und des niederrheinischen Dialekten haben wir einen eigenen Podcast in dieser Reihe.
Die wissen.de-Redaktion
Hallo,
recht amuesant und kurzweilig gehalten.
Nur schade, dass der wirklich hohe Norden aussen vor bleibt. Ich habe das Gefuehl, dass vor allem in Schleswig-Holstein, zumindest in meiner Heimat Nordfriesland, die plattdeutsche Sprache sehr in das alltaegliche Leben eingebunden ist. Oftmals ist sie erste Wahl vor dem Hochdeutschen und wird an nachfolgende Generationen weitergegeben.
Zudem wird an der Westkueste nordfriesisch gesprochen - und das in etwa zehn verschiedenen Dialekten. Das waere sicherlich ein neues Kapitel, aber meiner Ansicht nach passend fuer eine Reihe namens "So sprechen die Deutschen."
(Ausserdem ostfriesisch in Ostfriesland (Niedersachsen) und westfriesisch in Westfriesland (Niederlande)).
@Torch Electrique
Soweit ich weiss, gibt es keinen speziellen Studiengang fuers Plattdeutsche. An den Unis in Flensburg und Kiel besteht die Moeglichkeit, bestimmte Seminare zu belegen, teilweise ist das sogar Pflicht. Ausserdem kannst du dort Friesische Philologie bzw. Friesisch studieren (was sich aber sehr vom Plattdeutschen unterscheidet).
Plattdeutsch-Kurse werden, falls du Glueck hast, bei deiner Volkshochschule angeboten. Ansonsten: Schnack mit Muttersprachlern.
Gruesse aus China


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