Wann der Mensch das erste Mal Trauben presste und zu Wein vergor, ist nicht genau bekannt. Der älteste Hinweis führt nach Damaskus. Dort wurde eine Weinpresse gefunden, die etwa 8000 Jahre alt ist.
Göttlicher Rebensaft

Michelangelo Caravaggio : Bacchus. 1593–1594, Öl auf Leinwand, 95 × 85 cm. Florenz, Galleria degli Uffizi. Auftraggeber: Kardinal Francesco Maria del Monte. Italien Barock Wein Gott
The Yorck Project, Berlin
Dass der Mensch die wilden
Rebengewächse für sich zu nutzen lernte, ist wohl einem Zufall zu verdanken. Vermutlich hatte man Traubensaft getrunken, der durch Wärme gegoren war. Neben
Syrien gelten als weitere Wiegen des Weins Mesopotamien und der Transkaukasus. Von dort aus gelangte die
Rebe zunächst nach Ägypten und Phönizien. Im zweiten Jahrtausend v. Chr. erreichte der Wein Griechenland und wurde dort bald zu dem, was er heute noch sein kann: ein göttliches Getränk.
Dionysos, den Gott des edlen Tropfens, verehrten und priesen die Menschen damals ebenso wie den berühmten Apoll. »Die Macht der Götter reicht kaum an die Macht der Nützlichkeit des Weines«, philosophierte
Asklepios, der Gott der Heilkunst. Als Medizin galt der Wein auch den Römern, aber ebenso als Genuss- oder Zahlungsmittel. Während die Griechen dem berauschenden Getränk noch Honig oder Kräuter beimischten, kultivierten die Römer die Rebe so, dass der Wein ohne würzende Beimischungen zum Hochgenuss wurde. Sie gaben dem Gott des Weines den Namen
Bacchus.
Die Reben gelangen nach Norden
Die Griechen hatten den Wein nicht nur nach Italien, sondern auch nach Frankreich gebracht. Auch die Römer hatten einige Rebstöcke im Gepäck, als sie in kriegerischer Absicht gen Norden marschierten. So gelangte der Wein in die von ihnen besetzten Teile
Germaniens - hauptsächlich ins Rhein-, Mosel- und Maintal. Seit dem
Mittelalter pflegten und kultivierten hier vor allem Klöster und Güter dieses Erbe mit viel Geschick weiter.

Amphoren, in denen vor circa 2000 Jahren vermutlich Öl und Wein transportiert wurden, sind auf dem Bild zu sehen, das am 31.7.1997 von National Geographic in Washington herausgegeben wurde. US-Forscher haben insgesamt acht antike Schiffswracks im Mittelmeer entdeckt. Die Schiffe liegen auf der alten Handelsverbindung zwischen Rom und Karthago in bis zu 760 Metern Tiefe, berichtete Ballard, der durch seine erfolgreiche Suche nach der «Titanic» bekannt geworden ist. Mit Hilfe eines Unterwasserfahrzeugs haben die Forscher rund 100 Gegenstände aus den Wracks geborgen, darunter Weinkelche.
dpa Picture-Alliance GmbH, Frankfurt/AFP National Geographic
Zeittafel
600 v. Chr.: Die Griechen beginnen vorhandene Wildreben zu veredeln.
Ab 50 v. Chr.: Die Römer sorgen für die Ausbreitung der Rebkultur nach Germanien.
1850: Durch die aus Amerika eingeschleppte Reblaus erlebt der Weinbau in Europa einen herben Rückschlag.
Ab 1971: Jeder deutsche Qualitätswein wird amtlich chemisch analysiert.
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