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wissen.de Artikel

Präsentieren mit neuen Medien

Definition

In erster Linie wird eine "Präsentation" als Vorstellung verstanden. Präsentiert werden können die verschiedensten Produkte, Personen, Vorhaben oder auch Sachverhalte, Organisationen, Strukturierungen und vieles mehr. Dabei stehen Präsentationen in einem Spannungsfeld mehrerer Abhängigkeiten, wie der Sache, dem Publikum, der Situation sowie der präsentierenden Person.

Eine Präsentation mit neuen Medien schließt den Einsatz von Großbildprojektion mit angeschlossenem Computer oder Notebook ein.

Vorbereitung

Eine Präsentation soll informieren, überzeugen und motivieren. Dazu sind folgende Punkte wichtig, die in der Vorbereitung durchdacht werden sollten:

  • Thema und Ziel der Präsentation
  • Zielgruppe
  • Inhalt (Stoff sammeln und selektieren, komprimieren, visualisieren)
  • Organisation (Raum, Sitzordnung, Lichtverhältnisse, technische Hilfsmittel)
  • Vorbereitung der Medien (Projektor, PC, Flip Chart, Tafel, Unterlagen)
  • Visualisierung (Grafik, Diagramm, Filme, Fotos, Symbole, Piktogramme)

Bei der Auswahl der Medien kommt es auf das Ziel und die Rahmenbedingungen an. Die Medien müssen zur Präsentation passen, sonst ist die Vorstellung nicht wirkungsvoll. Beispielsweise kommt eine klare, gut ausgeleuchtete Oberheadfolie, bei der nicht der ganze Raum verdunkelt werden muss, besser an, als ein vorsintflutlicher Großbildprojektor, der nur unscharf und bei totaler Abdunklung das gewünschte Bild zeigt. Oft ist eine Kombination aus neuen Medien und FlipChart oder Plakat die beste Lösung.

Wenn du eine Präsentation mit neuen Medien planst, so kannst du diese zu Hause in Ruhe vorbereiten. Fertige Grafiken, Zeichnungen, Videos und Texte können eingearbeitet werden; zur Motivationssteigerung bietet sich die Intergration von Animationen und Effekte an. Du kannst und solltest deine Multimedia-Elemente und Animationen im Vorfeld auf Ihre Wirkung testen: Bringt die Animation den beabsichtigten Effekt oder lenkt sie nur von deinem Ziel ab? Behalte dein Ziel immer im Auge!

Vorteilhaft bei einer Präsentation mit neuen Medien ist, dass Ausdrucke für die Zuhörer gleich mit erstellt werden können und dass die Präsentation auch vor einem großen Auditorium möglich ist.

Aber es gibt auch Nachteile, die schon bei der Vorbereitung bedacht werden sollten: Die notwendige Technik (Großbildprojektion und PC) muss zur Verfügung stehen und funktionieren. Die multimedialen Möglichkeiten verleiten darüber hinaus zum übermäßigen Einsatz von Showeffekten. Die Position der Geräte muss vorher ausprobiert werden, damit eine optimale Einstellung und ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist. Am besten solltest du vorab testen, wie du beispielsweise trotz der Bedienung von Maus und Bildschirm die Zuhörer im Blick haben kannst.

Gestaltung der Bildschirmseiten

Für Bildschirmseiten gelten ähnliche Regeln wie auch für Overheadfolien:

Die Seite sollte klar und gut strukturiert sein und nicht zu viel Text enthalten. Wähle lieber Stichpunkte als ganze Sätze. Suche dir einen klaren und deutlichen Schrifttyp in einer Größe aus, die leicht gelesen werden kann. Achte auf ein ausgewogenes und konsistentes Layout: Text, Bild und Grafiken sollten den Bildschirm ausfüllen, ihn jedoch nicht überfrachten.

Die Farben und der Hintergrund dürfen nicht vom Inhalt ablenken. Bei der Auswahl der Farben solltest du bedenken, dass es in bestimmten Fachgruppen Standards für den Farbgebrauch gibt: Blau steht beispielsweise für kaltes und Rot für warmes Wasser. Im Straßenverkehr wird Rot immer mit Gefahr/Stopp und Grün mit Entwarnung/Gehen bzw. Fahren verbunden, so wie es sich auch in der Farbe sämtlicher Warnschilder sowie in den Ampelphasen ausdrückt. Farben übermitteln auch Gefühle: Orange und Braun beispielsweise wirken nah und warm, Blau dagegen distanziert und kalt.

Animationen solltest du nicht zu häufig einsetzen, denn jeder Effekt nutzt sich ab. Achte bei der Auswahl immer auf dein Ziel.

Zahlen- und Datenmaterial lässt sich u.a. gut durch Grafiken und Diagramme visualisieren; es wird so vom Publikum besser aufgenommen.

Wenn du ein Video- oder Audioelement einsetzt, kündige es am besten vorher an. Im Gegensatz zu den statischen Medien (Text, Grafik, Bild) lässt sich dabei die Geschwindigkeit nicht beeinflussen. Die Zuhörer sollten daher zuvor darauf eingestimmt werden, dass ein Film oder Tondokument folgt.

Vorbeugend solltest du interaktive Schaltflächen einbauen, damit du auf Nachfrage weitere vertiefende Seiten zu bestimmten Themenbereichen oder Beispiele auf Wunsch zeigen kannst.

Beispiel für ein Grundlayout (Masterfolie) mit Aufzählung:

Eine Bildschirmseite sollte auf jeden Fall einen Titel haben, der vom Inhalt klar abgehoben ist. Das erleichtert dir auch später das Wiederfinden. Üblich, aber nicht notwendig, sind die ordnenden Angaben in der Fußnote der Seite, wie Datum der Erstellung, Autor/in, Thema der Präsentation und Seitenzahl. Normalerweise geht das Auge beim Lesen von links oben nach rechts unten. Diese Leserichtung kann durch Symbole an entsprechender Stelle unterstützt werden.

Durchführung

Vor Beginn deiner Präsentation musst du unbedingt rechtzeitig die Technik prüfen. Plane deshalb genügend Zeit dafür ein. Starte den Computer und führe ihn an die richtige Stelle, mit der du beginnen möchtest. Prüfe die Großbildprojektion und stelle sie so ein, dass das Publikum alles sehen kann. Du kannst dann bis zum Start den Standby-Modus einschalten.

Achte darauf, dass alle Teilnehmer alles sehen können, und bitte sie notfalls, sich umzusetzen.

Stell dich so hin, dass du von allen Anwesenden gesehen wirst. Zeige die Punkte, über die du gerade sprichst, auf dem Bildschirm an und nicht auf der projezierten Fläche, sonst würdest du u.U. wichtige Teile verdecken.

Du solltest darauf achten, bei deinen Ausführungen immer wieder die Verbindung zur aktuellen Bildschirmseite herzustellen und neue Seiten bzw. Multimedia-Elemente anzukündigen.

Tipps bei Pannen

Zunächst hilft eine gute Vorbereitung, Pannen zu vermeiden. Doch auch wenn du die Technik im Griff hast und deine Präsentation ausgefeilt ist, können trotzdem noch Pannen auftreten.

Wenn du dich im Vortrag versprichst oder womöglich einen Punkt vergessen hast, so bausch dies nicht unnötig auf, denn so etwas ist menschlich und kleine Fehler wirken sympatisch.

Falls ein technischer Defekt auftritt und du dadurch eine Zwangspause hast, fülle diese mit ein paar passenden Worten aus. Zeiten, in denen nichts passiert, sind auch für die Zuhörer unangenehm, deshalb solltest du sie möglichst unterhalten.

Tritt eine größere Panne ein und haben die Zuschauer es bereits gemerkt, so sprich diese offen und ehrlich an. Es wird dir eher "verziehen", wenn du dich entschuldigst, als wenn versuchst, die Angelegenheit zu vertuschen, obwohl es jedem schon ausgefallen ist.

Bei größeren technischen Problemen ist es optimal, wenn du jemanden hast, der die Technik wieder in Ordnung bringt, während du das Publikum unterhältst. Schalte dann die Großbildprojektion aus, damit die Zuschauer nicht dem Tun des Technikers folgen, sondern dir zuhören. Musst du selbst der Technik auf die Sprünge helfen, kannst du - je nach Situation - dem Publikum eine Kaffeepause o.Ä. vorschlagen. Meistens bringt es nur Verwirrung, wenn etwa die Teilnehmer selbst bei der Fehlerbehebung der Technik helfen wollen.

In jedem Fall ist es günstig, wenn du - als Ausweichmöglichkeit zur Präsentation mit dem Computer - immer noch Ersatzfolien in der Tasche hast, die das Wichtigste enthalten. Oder du rettest dich über deine Handouts, die du zur Präsentation verteilt hast.

Teste dein Wissen!

Fragen

1) Was solltest du für deine Präsentation zuerst bestimmen und immer im Auge behalten?

2) Wie solltest du dich auf eine Präsentation mit neuen Medien vorbereiten?

3) Warum solltest du nicht zu viele Animationen einsetzen?

4) Wie gehst du am besten mit technischen Pannen um?

Antworten

1) Das Ziel der Präsentation ist das Erste, was man bestimmen muss und immer im Auge behalten sollte.

2) Die Präsentation sollte in Ruhe zu Hause geprobt und die Wirkung der Multimedia-Elemente überprüft werden. Dabei solltest du genug Zeit zur Vorbereitung und später zum Prüfen und Einstellen der Technik vor Ort einplanen!

3) Jeder Effekt nutz sich ab. Zu viele Animationen lenken vom Inhalt ab.

4) Im Idealfall hast du jemanden dabei, der sich mit der Technik auskennt und den Fehler behebt, während du das Publikum unterhältst. Ansonsten können die Teilnehmer ggf. eine Kaffeepause einlegen, während du dich um das Problem kümmerst. Keineswegs solltest du eine Panne verleugnen. Vorteilhaft wäre es, wenn du dich beispielsweise bei einem Computerausfall mit Hilfe von vorbereiteten Ersatzfolien oder anhand von Handouts retten könntest.

Bibliografie

Heinrich Fey: Sicher und überzeugend präsentieren. Kurzvortrag, Referat, Präsentation, Rhetorik, Didaktik, Medieneinsatz, Regensburg 1998

Markus Gressmann u.a.: Präsentation mit elektronischen Medien, Künzell 1999

Peter Kürsteiner: Reden - Vortragen - Begeistern, Weinheim 2002

Gert Schilling: Angewandte Rhetorik und Präsentationstechnik. Der Praxisleitfaden für Vortrag und Präsentation, Berlin 2003

Felix Schwab, Ingrid Schwab-Matkowitz: Computerunterstützte Präsentation, Wien 2001

Josef W. Seifert: Visualisieren - Präsentieren - Moderieren. Offenbach 2001

Hermann Will: Mini-Handbuch Vortrag und Präsentation. Für Ihren nächsten Auftritt vor Publikum, Weinheim 2001

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