Phlọgiston-Theorie
[
grch.griechisch phlogistos, „verbrannt“
]eine Hypothese über die Oxidationsvorgänge (Verbrennung, Rosten), von J. J. Becher [1] 1669 aufgestellt u.und von G. E. Stahl [2] erweitert. Nach der Phlogiston-Theorie enthalten alle brennbaren Stoffe „Phlogiston“, das beim Verbrennen oder Rosten (früher „Verkalken“ genannt) entweicht u.und das „Phlegma“ zurücklässt. Alle bedeutenden Forscher der damaligen Zeit waren Anhänger der Phlogiston-Theorie, weil sie der chemischen Forschung neue Impulse gab u.und sie aus den eng gezogenen Grenzen der Iatrochemie [3] befreite. Als bekannt wurde, dass Stoffe bei der Verbrennung oder beim Rosten an Gewicht zunahmen, musste in einer Hilfshypothese dem Phlogiston ein negatives Gewicht zugeschrieben werden; der Einfluss der Luft (des Luftsauerstoffs) bei der Verbrennung wurde nicht erkannt. Widerlegt wurde die Phlogiston-Theorie durch A. L. Lavoisier [4] 1775, der die Verbrennung u.und das Rosten als einen Oxidationsvorgang erkannte.