05.03.2012
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Der französische Schriftsteller und Philosoph schweizerischer Herkunft wurde am 28. Juni 1712 in Genf geboren. Er führte ein unstetes Wanderleben, das er in den „Confessions“ 1782, deutsch „Bekenntnisse“ 1782, mit rücksichtsloser Offenheit beschrieb; gehörte zum Kreis der Enzyklopädisten, wurde 1750 durch seine Preisschrift über den (negativen) Einfluss der Künste und Wissenschaften auf die Sitten berühmt („Discours sur les sciences et les arts“ 1750). Die darin erhobene Anklage gegen die Kultur, dass sie den Menschen einem naturnahen, glücklichen Urzustand entfremdet und ihm Unschuld, Freiheit und Tugend geraubt habe, ist der Beginn der modernen Kulturkritik. Das Recht auf Freiheit des Gefühls verkündete Rousseau in dem schwärmerischen Briefroman „Julie oder Die neue Heloise“ 1761, deutsch 1762. In dem Erziehungsroman „Emil oder Über die Erziehung“ 1762, deutsch 1762, stellte er das Ideal einer naturnahen, undogmatischen Erziehung auf, die die natürlichen Anlagen des Kindes frei entwickeln lassen soll. Die Schrift „Der Gesellschaftsvertrag“ 1762, deutsch 1763, betrachtet den Staat als eine freiwillige Vereinigung der Einzelwillen zu einem „Gesamtwillen“ (volonté générale); daher gehe die Souveränität vom Volk aus. Er vertrat den Standpunkt einer natürlichen Religion, die keiner Vermittlung zwischen Gott und Menschen bedarf und die Erbsünde leugnet. - Insgesamt bereitete Rousseau den Gefühlsstandpunkt der Romantik vor, ebenso war er ein Wegbereiter der Französischen Revolution und der Demokratie und von großem Einfluss auf die moderne Pädagogik. Er starb am 2. Juli 1778 in Ermenonville.

Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft. Jean-Jaques Rousseau