“Traumfabrik” inszeniert Eröffnungsfeier

Skandal um Nurmi
Schon vor Beginn der Wettkämpfe hatten die Spiele ihren großen Skandal: Unter dem Vorwurf, gegen die Amateurbestimmungen verstoßen zu haben, hatte das IOC Paavo Nurmi ausgeschlossen. Der finnische Läufer hatte bei verschiedenen Sportveranstaltungen - wie es damals durchaus üblich war - Startgelder angenommen. So blieb dem 35-Jährigen das erhoffte Marathongold zum Abschluss seiner Karriere, während der er 22 offizielle Weltrekorde aufgestellt sowie neun Gold- und drei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen gewonnen hatte, versagt.
In Finnland wurde Paavo Nurmi nie gesperrt und war noch einige Jahre aktiv. Für die geplanten Olympischen Spiele 1940 in Helsinki und die 1952 dort durchgeführten Spiele zierte sein Konterfei das offizielle Olympiaplakat. Sehr zum Ärger des IOC hatte ein für sie lebenslang gesperrter Profi die Ehre, die Fackel ins Stadion zu tragen und das Olympische Feuer anzuzünden.
Premiere fürs Siegertreppchen
Ein protokollarisches Novum gab es bei den Siegerehrungen, denn die Gewinner stiegen zur Medaillenvergabe auf ein dreistufiges Holzpodest. Wiederum wurde die Starterlaubnis eingeschränkt: Pro Nation durften maximal drei Athleten bei einem Einzelwettbewerb starten. Eine Goldmedaille im Alpinismus erhielten die Deutschen Toni und Franz Schmid für die Erstbesteigung der Nordwand des Matterhorns. Im Springreiten beeinträchtigte der schwere Parcours den Preis der Nationen: Keine der Equipen kam mit drei Reitern ins Ziel, so dass eine Medaillenvergabe ausbleiben musste.
Unklarheiten gab es im Ziel des 3000m-Hindernislaufs. Der Rundenzähler irrte sich und ließ die Sportler eine Runde zu viel laufen. Während dies für den uneinholbar führenden Finnen Volmari Iso-Hollo keine Konsequenzen hatte, büßte der Amerikaner Joseph McCluskey in der "Zusatzrunde" seinen zweiten Platz ein. Trotzdem verzichtete er auf einen Protest und gab sich mit Bronze hinter dem Briten Thomas Evenson zufrieden.