Golden Retriever
Was ist ein Retriever?
Der Mensch hat die Apportierfreudigkeit der Vorfahren unserer heutigen Retriever genutzt, indem er durch Kreuzung und Auswahl bei der Zucht diese und die anderen für den Retriever notwendigen Eigenschaften zu verstärken suchte. Dazu gehören beispielsweise das ausgezeichnete Gedächtnis, da sich der Hund beim Jagdeinsatz genau merken muss, wo das geschossene Wild verblieben ist. Seine gute Nase braucht er, um die Fährte angeschossenen Wildes aufzunehmen und anschließend seinen Weg zum Jäger wieder zurückzufinden. Seine hervorragende Schwimmtechnik sowie sein Wasser abstoßendes Fell ermöglichen seinen Einsatz im Wasser bei der Entenjagd. Bei der teilweise schwierigen Suche nach dem geschossenen Wild wird von dem Retriever außerdem enorme Ausdauer verlangt.
Trotz seiner hervorragenden jagdlichen Eigenschaften ist der Retriever jedoch kein "einseitiger" Hund. Ganz im Gegenteil, seine Leichtführigkeit (Lernwilligkeit und Lernfähigkeit) und sein ausgeglichenes und ausgesprochen freundliches Wesen machen ihn geeignet für eine ganze Reihe weiterer Aufgaben. So werden Retriever beispielsweise als Blindenführhunde, Rettungshunde bei Katastrophen und im Schnee (Lawinenhunde) und als Spürhunde bei Polizei und Zoll eingesetzt. Doch obwohl die Retriever als Gebrauchshunde gezüchtet wurden, führt heute die Mehrzahl das Dasein eines reinen Familienhundes. Gerade ihre freundliche Art, ihr ruhiges Verhalten im Haus und die ihnen fehlende Schärfe machen sie geeignet für dieses Leben. Sie sind nicht auf nur eine Führungsperson fixiert und fügen sich von daher gut in ihr "Famlienrudel" ein. Da sie keine ausgeprägten Hüte- und Schutzinstinkte haben, sind sie zu Fremden freundlich und auch in einer belebten Wohnung keine "Kläffer".
Aber ein jeder Retrieverbesitzer sollte niemals vergessen, dass sein Hund für ein aktives Leben voller Aufgaben gezüchtet worden ist. Jeder, der einen Retriever als Haus- und Begleithund hält, wird bald merken, um wie viel lebhafter, ausgeglichener und gleichzeitig fröhlicher sein Hund wird, wenn er mit ihm zuerst zum Hundeplatz geht und vielleicht sogar an einer jagdlichen Ausbildung teilnimmt (auch Nicht-Jäger können dies tun), wenn man seinem Hund also Aufgaben stellt. Neben den Grundkommandos "sitz", "platz", "halt", "bleib" etc. wird dort gewissermaßen Jagd gespielt.
Die Retriever lernen mit wachsendem Schwierigkeitsgrad ein so genanntes "Dummy" (gefüllte Sandsäckchen als Ersatz für erlegtes Wild) aus unterschiedlichstem Gelände zu apportieren. Das gewonnene Selbstvertrauen angesichts erfüllter Aufgaben schafft ganz nebenbei eine intensive Vertrauensbeziehung zwischen Mensch und Hund. Traurig der Retriever, der lediglich im Vorgarten und hinter dem Ofen sein Dasein fristet. Er kann es nicht sagen und lässt es sich (ohne Vergleich) auch kaum anmerken, aber wie froh wäre er, wenn er etwas leisten dürfte.
- Was ist ein Retriever?
- Der Golden Retriever [1]
- Rassestandard des Golden Retriever [2]
- Typische Krankheiten [3]
Bibliografie:
- Margitta Becker, Veronika Thiele-Schneider: Golden Retriever, Stuttgart 2000
- Patricia Busch: Golden Retriever - Das Rasseportrait, Mürlenbach/Eifel 2002
- Ursula Daugschieß-Thumm, Monika Schaal: Golden Retriever. Das große Rassehandbuch, Stuttgart 2005
- Nona Kilgore Bauer: Praxisratgeber Golden Retriever, Ruhmannsfelden 2003
- Ursula Thumm, Monika Schaal: Golden Retriever, Stuttgart 2000
Institution(en):
- Deutscher Retriever Club e.V. (DRC), Hans-Jürgen GeseDörnhagener Str. 13, D-34302 Guxhagen(05665)2774(05665)1718Office@drc-online.org