17.05.2013
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Leben heißt altern

Warum unser Organismus nur begrenzt lebensfähig ist

Mit der Stunde Null der Geburt fängt es spätestens an: Die Lebensuhr tickt, und die Zeit des Einzelnen beginnt abzulaufen. Trotz der Fortschritte der modernen Medizin sind Alterungsprozesse höchstens hinauszuzögern, nicht jedoch aufzuhalten. Denn die Zahl der möglichen Zellteilungen ist begrenzt, in unserer Erbsubstanz ist in etwa vorprogrammiert, wann das natürliche Ende naht. Mit der Verlangsamung der Regenerations- und Reparaturmechanismen im Alter nimmt auch die Zahl der Krankheiten zu. Verschleißerscheinungen kommen hinzu.

Die meisten Menschen wollen lange leben, keiner jedoch will alt und gebrechlich sein. Aber die typischen Altersleiden sind häufige Begleiter betagter Menschen: Jeder dritte Mann über 70 Jahren leidet an Prostatakrebs, unter den über 80jährigen ist es bereits jeder Zweite. Fast jeder Mensch über 80 hat eine Trübung der Augenlinsen; drei Millionen der Deutschen über 60 leiden an Alterszuckerkrankheit (Diabetes mellitus, Typ II), die durch schlechtere Insulinverwertung zu Stande kommt.

Dass es ein langes und zugleich gesundes Leben nur sehr selten gibt, hat viele Gründe. Seit man weiß, dass auch die Zelle sterblich ist und sich nicht unbegrenzt teilt, wird das biologische Alter nicht in Jahren, sondern nach der Zahl abgelaufener Zellteilungen gemessen.

Mit zunehmendem Alter können einzelne Veränderungen im Erbgut der Zelle (Mutationen) immer schlechter von Enzymen repariert werden, so dass häufiger die Reihenfolge der DNS-Bausteine durcheinandergerät. Durch Mutationen kann dann bisher unterdrücktes - da potenziell gefährliches - Erbmaterial aktiviert und auf diese Weise eine Krebserkrankung gefördert werden. Der gegenteilige Weg ist ebenfalls denkbar: Durch Mutationen, die nicht mehr ausgeglichen werden können, kommt es zum Verlust von Genabschnitten, die speziell das Tumorwachstum hemmen.

Andererseits gibt es auch vom Körper selbst produzierte Substanzen, die auf Dauer den Organismus schädigen: Immer wenn die Zellen Nahrung abbauen, um die darin enthaltenen Nährstoffe und die Energie zu nutzen, entstehen so genannte "Freie Radikale", reaktionsfreudige Moleküle, die mit Enzymen, Zellwänden und dem Erbgut reagieren, dieses schädigen und so das Altern beschleunigen.

  1. Warum unser Organismus nur begrenzt lebensfähig ist
  2. Wie kann man das Leben verlängern? [1]
  3. Die Leistungsfähigkeit des Menschen [2]
  4. Warum wir altern [3]
  5. Lebenserwartung [4]