21.05.2013
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Arcangelo Corelli - Orpheus des 16. Jahrhunderts

Zeit und Welt

Virtuosentum

Im Bereich der Musik ist das Zeitalter des Barock ist das Zeitalter des Virtuosentums. Corelli selbst sollte nicht nur einer der bekanntesten Geigenvirtuosen seiner Zeit werden, sondern auch als Komponist zahlreiche neue und richtungweisende Werke für dieses Instrument schreiben. Dabei gelang es ihm jedoch, die Degradierung künstlerischer Betätigung zu einem rein technischen Virtuosentum zu verhindern und technische Meisterschaft mit musikalischem Ausdruck zu verbinden. Das Barockzeitalter ist auch der Ursprung einer Musik, die nicht mehr nur ausschließlich zum Lobe Gottes erklingt, sondern sich zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt. Es entsteht eine Flut instrumentaler Musik mit immer höheren technischen Anforderungen an die Solisten. Gleichzeitig bemühen sich Instrumentenbauer, durch Weiterentwicklung der Instrumente diese Bestrebungen zu unterstützen.

Oper

Die bedeutendste Entwicklung vollzieht sich im Barock auf dem Gebiet der Oper. Ihre Wurzeln liegen zwar bereits in der Renaissance, aber die eigentliche Entwicklung der Oper findet erst im Barock-Zeitalter statt. Claudio Monteverdi (1567-1643) stellt in seinem musikdramatischen Schaffen einen Grundsatz auf, der noch bis Wagner seine Gültigkeit behalten sollte: „das Wort sei die Herrin der Musik.“ Auf dieser Grundlage entsteht eine Musik ganz im Sinne der Affektenlehre, die Gefühlsregungen auslösen soll. Hier knüpft auch Corellis Instrumentalmusik an, die nicht nur zeitlebens von dem menschlichen Instrument der Stimme inspiriert sein wird (Non lo udite parlare? Hörst du es nicht sprechen?), sondern auch die jüngste harmonische Errungenschaft der Dur-Moll-Tonalität unüberhörbar, effektvolle und für seine Zeitgenossen provokativ einsetzt.

Generalbass

Neben der Dur-Moll-Tonalität besteht eine weitere bedeutende Neuerung in der Einführung des Basso continuo oder Generalbasses, der in mehrstimmiger Musik die Funktion einer instrumentalen Bassstimme übernimmt. Diese Stimme bildet gleichzeitig die harmonische Basis des jeweiligen Stückes, über der durch Ziffern die darauf aufzubauenden Intervalle bezeichnet werden. Diese Notationsart wird auch als Generalbass-Schreibweise bezeichnet und die Epoche des Barock wird danach oft auch als Generalbass-Zeitalter bezeichnet.

Instrumentalmusik

Erstmals entsteht ein Orchester im heutigen Sinne mit Instrumentenfamilien und verschiedenen Klangfarben, die größere Ausdrucksmöglichkeiten bieten. Das wichtigste Instrument ist die Violine, die zusammen mit Viola, Violoncello und Kontrabass die klangliche Grundlage des barocken Orchesters bildet. An instrumentalen Formen entwickeln sich vor allem die Solo-Sonate bzw. das Solo-Konzert und das Concerto grosso. Das Concerto grosso entwickelt sich aus dem mehrchörigen Musizieren. Charakteristisch ist der ständige Wechsel zwischen Orchester und zumeist drei Streicher- oder Bläser-Solisten, die als Concertino bezeichnet werden. Corelli sollte dieser Gattung die ersten entscheidenden Impulse geben und damit die Weichen für die Zukunft stellen. Aus dem Concerto grosso entwickelt sich schon bald das Solokonzert, das v. a. durch Antonio Vivaldi repräsentiert werden wird. Arcangelo Corelli hinterlässt dagegen in der sich ab 1620 neu entwickelnden Form der Sonate mit seinen „Sonate a tre“ (Triosonaten) op. 1-4 sowie seinen Solosonaten für Violine op. 5 bahnbrechende Werke.

  1. Zeit und Welt
  2. Leben und Werk [1]

Bibliografie:

  • Peter Allsop: Arcangelo Corelli. New Orpheus of our Times, Oxford University Press, New York 1999
  • Marc Pincherle: Corelli. His Life, His Work, Dacapo Press, New York 1979