14.01.2013
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Wohnen im Häuschen

Früher wurde der menschliche Körper manchmal als Haus der Seele und des Verstandes umschrieben.

In seinem Epigramm "Feindseliger Blick" hat Johann Wolfgang von Goethe [1] gedichtet: "Warum bist du gleich außerm Haus,/Warum gleich aus dem Häuschen,/Wenn einer dir mit Brillen [2] spricht?" Ein kleiner Stich gegen Menschen, die brillentragenden Gelehrten gegenüber außer sich geraten.

Über die Herkunft dieser Redensart sind sich die Experten uneins. Die einen vermuten, sie gehe auf die alte Umschreibung des menschlichen Körpers als Haus des Verstandes und der Seele [3] zurück. Die anderen sehen den Ursprung in den französischen "Irrenanstalten", die als "petits maisons", also als kleine Häuser, umschrieben wurden. In dieser Bedeutung erscheint die Redewendung 1776 in Deutschland.

Wer aus dem Häuschen ist, gebärdet sich wie toll, verliert vor Begeisterung oder Ehrfurcht [4] völlig die Fassung. Heute ist das meist positiv [5] als Zustand freudiger Erregung gemeint.

Ganz aus dem Häuschen sein