Er hielt rund drei Stunden durch – der erste Herzschrittmacher der Welt, den der Kardiologe Ake Senning seinem Patienten Arne Larsson am 8. Oktober 1958 in Stockholm implantierte. Glücklicherweise hatte der Ingenieur Rune Elmquist, der den Schrittmacher aus zwei Transistoren, einer Batterie und einer mit Kunstharz ausgegossenen Schuhcremedose gebaut hatte, einen Ersatz gebastelt. Und dieser verrichtete seine Aufgabe immerhin zwei Tage. Ganze 26 Herzschrittmacher hat Arne Larsson – der zu einem der Botschafter der Herzschrittmacher-Implantate wurde – im Laufe seines Lebens verschlissen. Er starb am 28. Dezember 2001 – im Alter von 86 Jahren.
Taktgeber der Lebens-Pumpe

Lage des Herzschrittmachers beim Menschen
Wissen Media Verlag GmbH, Gütersloh
Rund 65.000 Menschen erhielten 2006 in Deutschland einen Herzschrittmacher. Dieser gibt bei zu langsamem Schlag elektrische Impulse an das Herz und regt es so zur Kontraktion – zur Pumpfunktion – an. Wurde bei der Implantation des ersten Taktgebers noch der Brustkorb geöffnet, so werden heute in den meisten Fällen im Bereich des Schlüsselbeines ein oder zwei Herzschrittmachersonden eingebracht und diese dann zum Herz vorgeschoben. Der Herzschrittmacher selbst wird unter die Haut im Bereich unterhalb des Schlüsselbeins eingepflanzt und mit den Sonden verbunden.
Lebensdauer: bis zu zehn Jahren

Röntgenbild eines Brustkorbes nach Anlage eines Herzschrittmachers
Dr. Reinhard Niehues, Düsseldorf
Gaben die ersten Geräte dem Herzen noch eine feste Pulsfrequenz vor, so passen sich heute viele Geräte dem Organismus an. Beim Schlafen senken sie den Herzschlag, während sie ihn bei Belastung beschleunigen. Dafür verantwortlich sind hoch entwickelte Schaltkreise und Sensoren. Kamen beim ersten Herzschrittmacher lediglich zwei Transistoren zum Einsatz, so sind es heute bis zu 500.000 Stück pro Taktgeber in einem hermetisch versiegelten Titangehäuse. Und dank Lithium-Ionen-Batterien erhöht sich die Lebensdauer eines Herzschrittmachers auf zwischen fünf und zehn Jahren.
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