Schon die alten Chinesen erfreuten sich an buntem Feuerwerk. Über Vorderasien kam es nach Griechenland (griech. Pyros = Feuer) und schließlich auch zu uns. Aufgrund der großen Beliebtheit des Spektakels erhalten "Pyromanen" und Krachmacher die Chance, von ihrer Leidenschaft zu leben.

Pyromanen und Krachmacher?
Doch eines ist natürlich klar: Sind Pyrotechniker am (Feuer-) Werk, genießt Sicherheit oberste Priorität. Kontrolle ist alles in diesem heißen Job. Schließlich will man den Zuschauern ja begeisterte "Ahs" und "Ohs" entlocken, nicht das schmerzerfüllte "Au". Die sichere und professionelle Ausführung des Spektakels lassen sich die Kunden auch einiges kosten. Ist man bei einem Höhenfeuerwerk mit etwa 1500 Euro dabei, geht's bei einem kleineren Gemeinde- oder Stadtfest ab zirka 2000 bis 3000 Euro los, und große Events, bei denen das Feuerwerk das Hauptereignis ist, kosten schnell mal 15.000 bis 50.000 Euro.
Beim bisher größten Feuerwerk der Geschichte anlässlich der Abschlussfeier der olympischen Spiele in Sydney lösten sich über fünf Millionen Mark in Rauch auf. Solche außergewöhnlichen Events sind natürlich das besondere Sahnebonbon im Berufsleben der Pyrotechniker. "Wenn Publikum, Wetter und Kulisse zusammenpassen und der Abbrennplan aufgeht, macht die Arbeit wirklich große Freude. Besonders toll ist es, wenn man einen Auftrag in alten Burgen oder Schlössern erhält. Die Atmosphäre ist da einfach einzigartig. Nie vergessen werde ich die Nacht der 150-Jahrfeier der Walhalla bei Regensburg. Da stimmte einfach alles", schwärmt Mark Weidenbach*, ein Pyrotechniker einer bayerischen Firma, die kleine und große Feuerwerke organisiert.
Kurz & bündig
Pyrotechniker planen und organisieren in Absprache mit den Kunden Feuerwerke und pyrotechnische Effekte. Sie wählen die zum jeweiligen Event passenden Feuerwerkseffekte aus, sprechen sich mit den Verantwortlichen vor Ort ab, entwerfen und montieren geeignete Vorrichtungen und sorgen für präzises Timing.
Wo arbeiten Pyrotechniker?
Jobs für Pyrotechniker gibt's vor allem bei:
- Eventagenturen
- Firmen für die Durchführung von Feuerwerken und von pyrotechnischen Spezialeffekten für Bühnen und Filmproduktionen
- Opern- und Schauspielhäusern und Konzerthallen
- Produktionsfirmen für Kino- und Fernsehfilme
- Vergnügungsparks
- Herstellern von pyrotechnischen Erzeugnissen
Stellen für Pyrotechniker finden sich in Stellenbörsen auch unter den Suchbegriffen:
- Feuerwerker/in
- Bühnenfeuerwerker/in
- Großfeuerwerker/in
- Special Effect Man/Woman
Was genau machen Pyrotechniker?
Pyrotechniker sind überall dort im Einsatz, wo es aus Freudengründen knallt. Sie lassen es nicht nur an Sylvester krachen, jaulen, pfeifen oder zischen, sondern auch auf Stadtfesten, Konzerten, Betriebs- und Familienfeiern oder auf Theaterbühnen und in Actionfilmen. Der Ablauf ist aber meist ähnlich, auch wenn Feuerwerke keine austauschbare Massenware sind. "Die Kunden kommen auf uns zu und erklären, welche Veranstaltung sie planen, in welcher Umgebung sie stattfinden wird und welches Budget dafür zur Verfügung steht. Unsere Aufgabe ist es dann, die passenden Effekte auszuwählen und alles zu organisieren, damit das Feuerwerk im Sinne des Kunden abläuft", erklärt Mark Weidenbach.
Die Hauptsaison für Großfeuerwerke ist natürlich der Sommer, in dem in nahezu jeder kleineren und größeren Stadt Deutschlands das obligatorische Sommer- oder Bürgerfest mit einem Feuerwerk gekrönt wird.
Bei schlechter Wetterlage, kann das Ganze auch unangenehm werden, wie Mark Weidenbach einräumt. "Wenn es geregnet hat, ist es wirklich kein großer Spaß durch sumpfige Wiesen zu robben und mit klammen Fingern die notwendigen Installationen vorzunehmen." Seine Kollegen im Showbusiness haben es da manchmal besser. Bei Opern, Theateraufführungen oder Konzerten kommen auch in größeren Hallen Feuerfontänen, bengalische Beleuchtungen und Feuerschriftzüge zum Einsatz. Dabei arbeiten Pyrotechniker auch am PC, um beispielsweise das Zusammenspiel von pyrotechnischen Effekten und Musik zu synchronisieren. Das erfordert dann auch ein gewisses Maß an künstlerischem Einfühlungsvermögen, um die pyrotechnischen Effekte dramaturgisch richtig einzusetzen.
Bei der Arbeit in geschlossenen Räumen ist das strikte Einhalten der strengen Sicherheitsvorschriften von noch größerer Wichtigkeit als im Freien, wobei auch dort kein Fehler unterlaufen darf, möchte der Pyrotechniker seinen Job behalten. Schlechte Auswirkungen auf die berufliche Zukunft würde es auch haben, wenn bei Film- oder Fernsehproduktionen nicht nur das Auto, sondern auch der Stuntman Feuer fängt. Um das zu vermeiden, müssen sich Pyrotechniker genauestens mit Regisseuren, Requisiteuren, Kameraleuten und Darstellern absprechen.
Auch wenn es scheinbar genügend zu tun gibt, sind es in Deutschland nur wenige Tausend Menschen, die einzig durch das Abbrennen von Feuerwerken oder Installieren von pyrotechnischen Effekten ihren Lebensunterhalt bestreiten. Die meisten Pyrotechniker arbeiten bei Event-Agenturen, bei denen das Durchführen von Feuerwerken nur eines von vielen Angeboten ist.
Wer ist geeignet?
Für diesen Job eignen sich vor allem:
- Fachkräfte für Veranstaltungstechnik
- Requisiteure/Requisiteurinnen
- Waffenmeister/innen
- Bühnen- und Beleuchtungsmeister/innen
"Eigentlich braucht man nur eine abgeschlossene Berufsausbildung, egal in welchem Bereich. Da man aber einiges Geschick beim Montieren der Feuerwerkseffekte benötigt, ist es am günstigsten, eine handwerkliche Ausbildung zu machen. Zwingend ist das allerdings nicht: Bei uns arbeiten auch Bäcker oder Leute, die eine wirtschaftliche Ausbildung haben", so Mark Weidenbach.
Zugangsvoraussetzungen sind in jedem Fall gutes Seh- und Hörvermögen, Beweglichkeit und ruhige sowie voll einsetzbare Hände. Außerdem sollten angehende Pyrotechniker über kommunikative Fähigkeiten verfügen, denn "die meiste Zeit beanspruchen die Vorbereitungen, Behördengänge und Absprachen mit den Verantwortlichen vor Ort. Wir erarbeiten nach einer Ortsbegehung einen Lage- und einen exakten Abbrennplan, damit die Feuerwehr immer weiß, was wann und wo passieren wird", erklärt Mark Weidenbach. Organisationsgeschick, Präzision und Timing ist für Pyrotechniker also ein Muss.
Ausbildung – wo und wie?
Eine geregelte oder anerkannte Ausbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes gibt es nicht. Wer an einem Lehrgang zum Pyrotechniker teilnehmen möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein und nachweisen, dass er oder sie einem professionellen Pyrotechniker bereits bei mindestens 26 Feuerwerken assistiert hat. Weiterhin dürfen Bewerber nicht vorbestraft sein und müssen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
Während eines Lehrgangs zum Pyrotechniker geht es vor allem um den korrekten und sicheren Umgang mit hochexplosiven Stoffen. Doch auch die Praxis kommt nicht zu kurz, denn Unterrichtsgegenstand ist meist auch das Planen und Abbrennen von Großfeuerwerken. Lehrgänge zum Special Effect Man, zum Bühnen- und zum Großfeuerwerker bietet beispielsweise die Dresdner Sprengschule an. Das umfassendste Angebot hält die Europäische Medien- und Event-Akademie GmbH in Baden-Baden bereit. Die Lehrgänge dauern meist fünf Tage. Das Lehrprogramm der Pyrotechnikerschule Hummig umfasst derzeit vier verschiedene staatlich anerkannte Lehrgänge.
Wo und wie weiterbilden?
Alle oben genannten Ausbildungsstätten bieten auch Weiterbildungsmaßnahmen und Spezialisierungen an. Beispielsweise hat die Europäische Medien- und Event-Akademie GmbH Weiterbildungen zum/zur Bühnenpyrotechniker/in oder für Spezialeffekte in Film- und Fernsehproduktionen im Programm.
Kontakt
Deutscher Sprengverband e.V.
Postfach 2124
57241 Netphen
Tel.: 0271/76566
Fax: 0271/790805
E-Mail: Deutscher-Sprengverband@t-online.de
www.sprenginfo.com/
Verband der pyrotechnischen Industrie
An der Pönt 48
40885 Ratingen
Tel.: 02102/186-200
Fax: 02102/186-169
E-Mail: kgotzen@ebm.de
www.feuerwerk-vpi.de/
Europäische Medien- und Event-Akademie GmbH
Rotweg 9
76532 Baden-Baden
Tel.: 07221/99651-00
Fax: 07221/99651-30
E-Mail: info@event-akademie.de
www.medien-und-event-akademie.de/









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