
Angeblich wenden sich Sonnenblumen immer dem Sonnenlicht zu. Stimmt das?
Sonnenblumen sollen sich nach der Sonne drehen. Aber wie kann eine Sonnenblume überhaupt den Kopf drehen? Pflanzen haben doch keine Muskeln. Die brauchen sie auch nicht und drehen ihre Köpfe trotzdem. Sie machen das mit Auxin.
Die Sonnenblume (Helianthus annuus) blüht von Juli bis Oktober und gehört zur Familie der Korbblüter (Compositae). Der Gattungsname "Helianthus" setzt sich aus den griechischen Wörtern "helios" für Sonne und "anthos" für Blume ab. Und der Artname "annuus" stammt vom lateinischen Wort "annus" das Jahr. Denn Helianthus annuus ist eine einjährige Pflanze.
Sonnenblumen drehen ihre Köpfe tatsächlich nach der – oder besser – mit der Sonne. Sie machen damit ihrem französischen Namen "tournesol" und ihren italienischen Namen "girasole" alle Ehre. Das ist schon ein großes Kunststück. Aber noch erstaunlicher ist es, dass die Sonnenblumen es in der Nacht schaffen, den Kopf nach Osten zurückzudrehen.
Die Sonnenblume folgt mit ihrem Blütenstand also dem Lauf der Sonne. In dem Teil des Blütenstandes, der weniger Licht erhält, bildet die Pflanze ein so genanntes Auxin. Das ist ein Stoff, der das Wachstum der Pflanze steuert. Durch diesen Stoff wächst die im Schatten liegende Seite des Blütenstandes schneller als die direkt von der Sonne bestrahlte. Daher neigt sich der Stängel der Sonne zu. Der Botaniker nennt das in der Fachsprache Heliotropismus.
Durch die auffallende Drehung gelingt es den Pflanzen, in der Wachstumsphase zehn bis 15 Prozent mehr Sonnenlicht zu erhaschen. Ist die Pflanze schließlich ausgewachsen und die Blüte ganz geöffnet, schauen die Sonnenblumen nur noch in östliche Richtung. Bewiesen hat man das Ganze übrigens mit Zeitraffer-Aufnahmen.
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