
Wenn wir eine Gänsehaut bekommen, stellen sich unsere Härchen auf. Die Haut sieht dann aus, wie die Haut einer gerupften Gans.
Egal, ob uns kalt ist, wir uns im Kino gruseln oder es uns beim Lieblingssong eiskalt den Rücken runter läuft: wir bekommen dabei eine Gänsehaut. Schuld daran sind winzige Muskeln an den Haaren der Haut und vermutlich unsere Urinstinkte.
Kleine Haare auf der Haut sind die spärlichen Überreste unseres einstigen Fells. Tief in der Unterhaut sitzen die Haarwurzeln, aus denen unsere Haare wachsen. Die Haarwurzeln stecken wiederum in einer Art taschenförmiger Röhre, dem so genannten Haarfollikel. An jedem Haarfollikel sitzen winzige Muskeln.
Die Gänsehaut entsteht dadurch, dass sich die kleinen Muskeln an den Haarfollikeln zusammenziehen. Dies passiert reflexartig. Die so genannten Haarbälge, die jedes Haar auf der Haut umgeben, bilden dann winzige Hügelchen und die Haare stellen sich auf. Die Haut sieht dann aus, wie die Haut einer gerupften Gans.
Einige Forscher meinen, dass die Gänsehaut auf die Zeit zurückgeht, in der wir noch ein Fell trugen. Wenn sich bei Kälte die Fellhaare hochstellten, bildete sich zwischen den aufgerichteten Haaren und der Haut ein Luftpolster, welches die Körperwärme besser hielt. Zudem wird die Durchblutung der Oberhaut und somit der Wärmeverlust verringert, wenn sie sich zusammenzieht.
Aber warum bildet sich die Gänsehaut, wenn wir uns gruseln? Forscher sehen darin eine Art Imponiergehabe. Wenn sich ein Urmensch einem Feind gegenüber sah und sich fürchtete, stellten sich die Haare reflexartig hoch. Er bekam eine Gänsehaut. Durch das aufgeplusterte Fell sah er viel größer und gefährlicher aus. Damit konnte der bedrohte Urmensch unter Umständen seinen Feind abschrecken.
Bleibt noch „der eiskalte Rücken“. Dies könnte vielleicht auf das „Balzverhalten“ unserer Vorfahren zurückgehen. Wenn die Herren der Urzeit eine reizvolle Urzeitdame erblickten, bekamen sie vor lauter Verzückung womöglich eine Gänsehaut. Die Fellhaare stellten sich hoch. Damit sah man viel prächtiger und stärker aus, etwa so wie ein durchtrainierter Macho, der am Strand vor der Damenwelt die Muskeln spannt.
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