
Kakteen pieksen: Doch womit verteidigen sich die stacheligen Zeitgenossen eigentlich? Mit Stacheln - oder doch mit Dornen?
Rosen haben Dornen und Kakteen haben Stacheln. Das weiß offenbar jedes Kind. Wirklich? Denn so ganz stimmt die Sache nicht. Dornen, Stacheln – dass hört sich ähnlich an. Und tatsächlich sind Verwechselungen garantiert.
Kakteen haben sich an ihre Umwelt angepasst. Viel Sonne, wenig Wasser. Dazu viele hungrige und durstige Zeitgenossen, die ihnen ans „Leder“ wollen, da es sonst nicht viel an Grünzeug gibt. Also entwickelten die Pflanzen pfiffige Abwehrstrategien gegen Feinde, Hitze und zu hohe Verdunstung.
Manche Kakteen setzen auf Tarnung und haben daher kaum oder keine stechenden Abwehrwaffen. Sie sind unscheinbar und gleichen fast dem steinig-felsigen Untergrund. Andere Kakteen-Gattungen verteidigen sich mit Gift. Doch die Mehrzahl der auf Fensterbänken beliebten Pflanzen hat ihre Blätter zum Schutz in Dornen umgewandelt. Dornen wehren Feinde ab, schützen vor Verdunstung und liefern je nach Dichte auch noch Schatten.
Die Dornen der Kakteen sind also nichts anderes als umgewandelte Blätter oder Organe. Rosen hingegen haben Stacheln. Diese sind botanisch als „Auswüchse“ der Epidermis, der äußeren Zellschicht von Sprossen und Blättern, definiert. Beim Stachel wurde also nichts umgewandelt. Eigentlich Schade, denn sprachlich gesehen stehen Rosen Dornen doch viel besser.
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