
Aus Gewohnheit, wegen der Zubereitung, wegen des Geschmacks?
Wir essen Enten, Hühner, Wachteln, Truthähne oder Tauben. Aber Schwan findet sich in der Regel auf keiner Speisekarte mitteleuropäischer Restaurants. Auch nicht im Tiefkühl- oder Frischeregal des Supermarktes. Schreckt etwa die Eleganz und Anmut der Tiere vom Züchten und Schlachten ab?
Wohl kaum. Denn wir verspeisen ja auch süße Lämmer, Kälber und putzige Frischlinge. Ein Grund für den allgemeinen Verzicht auf Schwan dürfe derselbe sein wie der Verzicht mancher Hausfrau auf die Weihnachtsgans: die Schwierigkeit der Zubereitung.
Deutsche Kaiser und britische Könige liebten angeblich gebratenen Schwan. Das Fleisch erinnere an Fasan oder Wildbret, so die Überlieferung. So benötigte der englische König Henry III im Jahr 1251 für sein Weihnachtsbankett 125 Schwäne. Und deutsche Kaiser reisten immer wieder in die Schorfheide, um dort das Fleisch der Schwäne zu genießen. Noch im Jahr 1965 wurde Staatsgästen von der britischen Königin Elizabeth II. Braten vom Schwan serviert.
Zahlreiche Quellen berichten immer wieder, dass Fleisch des Schwans sei zäh und schmecke tranig, weshalb man die Vögel nicht verspeist. Offenbar ist es tatsächlich eine Frage der Zubereitung, ob er Vogel schmeckt. Liebhaber von Schwanenfleisch raten, dieses vier Tage lang abzuhängen. Zudem sollte spezielles Futter verabreicht werden. Denn der unangenehme Geschmack des Fleisches hängt mit der natürlichen Ernährung der Tiere zusammen.
Letztendlich verhält es sich mit den Schwänen ganz ähnlich wie mit anderen essbaren Tieren. Wer isst in Mitteleuropa zum Beispiel Meerschweinchen? In Peru sind sie fester Bestandteil des Speiseplans.
So eine hirnrissige Frage. Man kann doch keine Schwäne schlachten und essen! In Bayern sind Schwäne fast heilige Tiere - unser verehrter König Ludwig würde nach dieser Frage im Grab rotieren.
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