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Rätsel des Alltags

Warum wird man seekrank?

Das Wetter spielt mit, die Mitreisenden sind alle sehr nett, die Stimmung an Bord ist hervorragend, doch einem selbst ist speiübel und schwindelig. Man ist seekrank. Schuld an der Misere sind widersprüchliche Informationen zwischen Sinnesorganen und Nervenbahnen, die das Gleichgewicht durcheinander bringen.

 

Die Sache mit der Kurve

Drei Dinge sind für das Gleichgewicht verantwortlich: das Sehvermögen, das Gleichgewichtsorgan im Ohr und eine Art Sensorsystem in den Gelenken und Muskeln, das so genannte propriozeptive System.

Wie wichtig die Augen für das Gleichgewicht sind zeigt folgendes: Wenn man im Auto in einer lang gezogenen Kurve auf der Autobahn die Augen schließt, hat man nach einer Weile das Gefühl, dass das Auto gerade fährt.

Ist die Kurve zu Ende, meint man, das Auto kurvt nun in die andere Richtung. Doch wenn man jetzt die Augen öffnet, sieht man sofort, dass das Auto gerade fährt. Die Augen sind also recht bestimmend, was das Gleichgewicht angeht.

 

Bewegung trotz Stillstand

Bei Seegang schwankt das Schiff. Das Sensorsystem in den Gelenken und Muskeln meldet Bewegung, obwohl man ruhig steht und in die Ferne sieht. Gleichzeitig bewegt sich das Wasser oder in Küstennähe die Landschaft.

Somit nehmen auch die Augen und auch das Gleichgewichtsorgan im Ohr Bewegung wahr, der Körper hingegen ist völlig ruhig. Dadurch kommen im Gehirn widersprüchliche Informationen an, man wird seekrank. In der Regel lassen die Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme nach wenigen Tagen nach.

 

Seekrank im Kino

Die Symptome der Seekrankheit, auch Reise- oder Bewegungskrankheit genannt, können auch in vielen anderen Situationen auftreten. So etwa im Auto, im Reisebus, in der Achterbahn, im Flugzeug und in neuerer Zeit auch bei Computerspielen oder im 3D-Kino.

Dr. Alexander Stahr
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