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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

forensisch

fo|rn|sisch
Adj.
, o. Steig.
gerichtlich;
~e Medizin; ~e Chemie; ~e Psychiatrie; ~e Pädagogik
im Jugendstrafvollzug angewandte Pädagogik
[→
Forum
]
forensisch:
Das Wort kommt aus dem lateinischen
forensis
„zum Forum gehörig“, „auf dem Forum befindlich“. Das Forum war im alten Rom der Markt und Gerichtsplatz einer Gemeinde.
Forensisch
ist mithin etwas, das zum Gerichtsplatz gehört, daraus leitet sich die heutige Bedeutung „gerichtlich“ bzw. „gerichtlichen, kriminologischen Zwecken dienend“ her. Die
forensische Chemie
ist ein Teil der Gerichtsmedizin, der alles einschließt, das mit dem Nachweis von Vergiftungen zu tun hat. Die
forensische Linguistik
analysiert die Autorschaft von Texten.
Forensische Pädagogik
ist für den Jugendstrafvollzug bedeutsam.
Im Zusammenhang mit dem antiken Marktplatz steht auch die Wendung,
jemandem ein Forum geben
, also die Möglichkeit zur öffentlichen Darstellung. Der Begriff ein
Forum von Wissenschaftlern
zielt allerdings nicht unbedingt auf die große Öffentlichkeit, sondern auf einen durchaus auch kleinen Kreis von Fachleuten. Jemand der vor einem Forum von Wissenschaftlern spricht, muss also nicht notwendigerweise ein breites Publikum haben. Schließlich gibt es den Ausdruck
Diskussionsforum,
der allgemein eine „Diskussionsrunde“ bezeichnet.
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