
An die "quinta essentia", den alles durchdringenden Äther, kommt man so nicht heran.
Eine Quinte kennen wir aus der Musik als Abstand von fünf Tönen; das lateinische Zahlwort „quintus“ bedeutet der fünfte. Und die Essenz finden wir in der Küche – als Konzentrat. Pate stand hier das lateinische Wort "esse" = sein. Eine Essenz bietet das Wesentliche, das Destillat einer Substanz.
Die Quintessenz wäre also das fünfte Hauptsächliche. Aber was soll das sein? Die antiken Philosophen glaubten, die Welt bestünde aus vier "Bausteinen": Feuer, Wasser, Erde und Luft. Der Philosoph Aristoteles vermutete, diese vier Elemente seien aus einem fünften entstanden und würden von diesem durchdrungen – dem unveränderlichen Äther, einem flüchtigen Himmelsstoff. Auf Latein war das die "quinta essentia". Trotz aller Experimente blieb sie ein Gedankenkonstrukt, aber sprachlich hielt sie sich. So sagen wir noch immer "Dies bedeutet in der Quintessenz…", wenn wir zum Kern einer Angelegenheit vorstoßen.
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