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Redewendung des Tages

Etwas aus dem Ärmel schütteln

Mönchsmode

Vermutlich geht die Redewendung "etwas aus dem Ärmel schütteln" auf die Kleidung der Geistlichen im Mittelalter zurück.

Haben Sie noch die Kutten der mittelalterlichen Mönche vor Augen, wie sie im Film "Der Name der Rose" zu sehen waren? Diesen braunen Franziskaner-Habit, gegen den das weiß-schwarze Kapuzengewand des Inquisitors, eines Dominikaners, besonders grell abstach?

In den weiten Ärmeln konnte man schnell mal eine Brille, ja, ein ganzes Manuskript verschwinden lassen. Oder auch ein paar Leckerbissen für das arme Volk horten, die sich dann ebenso flott wieder heraus schütteln ließen.

Wahrscheinlich waren es denn auch Kirchenmänner, bei denen die Redensart im übertragenen Sinn aufkam:  Wenn wortgewaltige Prediger aus dem Stegreif und mit großer Gestik ihre langen Vorträge von der Kanzeln hielten – sie im übertragenen Sinn "aus dem Ärmel schüttelten".

Darüber hinaus gab die spätmittelalterliche Mode nicht nur für Mönche weitere Ärmel vor als heute und viele Menschen verwendeten ihre Ärmel wie wir heute unsere Jacken- oder Handtaschen, für Geld oder kleine Gegenstände.

Besonders prägend dürften die Vorstellungen der Zauberer, Trickbetrüger und Taschenspieler gewesen sein: Sie machten sich die Kleidung zunutze um mit leichter Hand Dinge wie aus dem Nichts erscheinen oder verschwinden zu lassen.

Auch wenn die Oberbekleidung heute knapper sitzt: Wo etwas locker von der Hand geht, schüttelt man es seither redensartlich aus dem Ärmel.

Ähnlich ist es bei "etwas im Ärmel haben": Diese Redewendung meint heute einfach eine bisher ungenutzte Reserve, geht aber auf eine beliebte Taktik bei Falschspielern zurück, bei der zusätzliche Karten verbotenerweise im Ärmel verborgen wurden. Den Trumpf schüttelt der Betrüger jedoch nicht einfach heraus, sondern schummelt ihn möglichst unauffällig auf die Hand.

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