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Redewendung des Tages

Larifari sein

Unsinn in d-Moll

Larifari leitet sich von der Erkennungsmelodie des Kaspers ab.

Tri, tra, trullala, Kasperle ist wieder da! Und zwar der italienische Kasper Larifari, der im 18. Jahrhundert den Hanswurst ablöste. Der Münchner Hofmusikintendant, Komponist und Maler Franz Graf von Pocci (1807–1876) machte den Spaßmacher dieses Namens populär.

Poccis Larifari übernahm viele Seite seiner Vorgänger, darunter auch viele Schwächen, beispielsweise fürs Essen und Faulenzen. Diese lebte er jedoch in einem vertretbaren, sympathischen Rahmen aus.

Pocci verfasste pädagogisch wertvolle Stücke. Sie wurden im Münchner Marionettentheater aufgeführt, das etwa zeitgleich von Josef Leonhard Schmid gegründet wurde.

Kennzeichnend für die Figur des Larifaris, wie sie "Papa Schmid" verwendete, waren eine gelbe Hose, rote Jacke und Wortkomik, wobei Larifari im Gegensatz zum Hanswurst derbe Obszönitäten vermied.

Seinen Namen trägt der Kasperl, weil er oft mit einer Dreiklangsmelodie auftrat, nach den italienischen Tonsilben la-re-fa-re. Bei uns wären das die Töne a-d-f-d. Denn bekanntlich bezeichnet das Italienische die Töne der Tonleiter mit den Silben do-re-mi-fa-sol-la-si.

Der Benediktinermönch Guido von Arezzo führte sie im 11. Jahrhundert ein, indem er die Anfangssilben eines Johannes-Verses benutzte:

Ut queant laxis

resonare fibris

mira gestorum

famuli tuorum

solve polluti

labii reatum,

Sancte Johannes!

(Auf Deutsch etwa: Dass der Diener Stimmen frei und hell ertönen und der Wundertaten deines Lebens singen, löse die Schuld der lästerlichen Lippe, Heiliger Johannes!)

Später wurde das "ut" im Italienischen durch "do" ersetzt und als siebte Silbe ein "si" (oder "ti") verwendet. Und weil der Kasper für jeden Spaß zu haben ist, wird sein Name heute als Synonym für Unsinn gebraucht: Das ist doch Larifari, das ist doch Quatsch!

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