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Redewendung des Tages

Schwarz auf weiß

Vertrauen in Verträge

Alle wichtigen Übereinkünfte treffen wir heute auf Papier.

"Jetzt haben wir es schwarz auf weiß!" So tönt es erleichtert, wenn die Details einer Vereinbarung endlich schriftlich vorliegen oder ein Vertrag unterzeichnet wurde. "Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen" – das wusste schon der Schüler in Johann Wolfgang von Goethes "Faust". Die Formulierung "schwarz auf weiß" geht auf die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg zurück; gemeint ist die Druckerschwärze auf dem weißen Blatt Papier.

Die Schriftform verheißt Nachprüfbarkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit. Kein Wunder, dass sich Vertragspartner, wenn viel Geld im Spiel ist, grundsätzlich lieber darauf verlassen als ihrem Gegenüber zu vertrauen. Gleichwohl ist eine mündliche Übereinkunft genauso verbindlich. Nur in besonderen Fällen ist ein Vertragsdokument unbedingt notwendig, beispielsweise wenn eine Immobilie den Eigentümer wechseln soll.

Und auch wenn zuerst "Gottes Wort" mit Hilfe der Drucktechnik vervielfältigt wurde, wussten die Menschen damals wie heute, dass die Inhalte auf Papier genauso anfechtbar sein können wie die Inhalte einer Rede. Bei allem Vertrauen ins Schriftliche verweisen Redensarten wie "Das ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wird", "Papier ist geduldig" oder "Er lügt wie gedruckt" darauf, dass die Schriftform allein noch kein Garant für die Wahrheit ist.

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