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Redewendung des Tages

Sich einen hinter die Binde gießen

Einmal ist keinmal

Ein einzelnes Gläschen ist nicht genug, um sich sprichwörtlich einen hinter die Binde zu gießen.

Nein, da sitzt keiner in der Kneipe, hat die (glasigen) Augen verbunden und kippt den Korn an die falsche Stelle. Wer sich einen hinter die Binde gießt, spricht zwar kräftig dem Alkohol zu, aber er tut es nach Art der Kroaten. Deren Reiterverbände unterstützten seit 1529 das habsburgische Heer gegen die Türken und waren an einem Halstuch aus Leinen zu erkennen, der Binde.

Wenn die schnellen Gesellen einen über den Durst tranken, kippten sie die geistige Nahrung also ganz bildlich „hinter die Binde“, in den Hals. Das markante Kennzeichen wurde schon bald von französischen Kavallerieverbänden übernommen, die sich ­„cravates royaux“ (königliche Anhänger) nannten. Diese Titulierung ging auf die Binde über – daher trägt die Krawatte ihren Namen. Die allerdings ist kleckergefährdet: Wer sich einen auf die Binde gießt, sollte lieber den Heimweg antreten.

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