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wissen.de Artikel

Risiko Herzinfarkt

Ein Thema für Männer und Frauen

Die junge Frau, Bankerin in einem Investmenthaus, hielt sich für kerngesund und ging jeden Tag mit Elan ihrer Arbeit nach. Und dann das: Nachts wurde sie durch plötzliche Schmerzen in der linken Schulter geweckt. Eine Verspannung? Die Schmerzen wurden stärker und schließlich musste der Notarzt helfen. Diagnose: Herzinfarkt! Und das mit 32. Dies ist kein Einzelfall. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind in Deutschland wie in allen anderen Industriestaaten derzeit Todesursache Nummer 1. Jährlich erleiden in diesen Ländern bis zu 300 000 Menschen einen Herzinfarkt. Der Infarkt ist dabei längst keine reine Managerkrankheit mehr. Er trifft alle Berufssparten und mit allein in Deutschland 130 000 Fällen pro Jahr zunehmend Frauen – vor allem auch jüngere.

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Herz-OP

Ein operativer Eingriff ist für viele Herzinfarktpatienten die letzte Hoffnung.

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Jede Minute zählt

Der Erstversorgung durch den Notarzt kommt entscheidende Bedeutung zu.

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Herzmodell
Empfindliches Herz

Risikofaktoren für einen Herzinfarkt sind u. a. Alter, Geschlecht und Erbfaktoren.

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Vorbeugen durch Sport

Das A und O der Infarkt-Prophylaxe: Bewegung schützt vor Herzkrankheiten.

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Frau oder Mann?

Die Symptome eines Herzinfarkts sind geschlechtsspezifisch.

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Zu schwer?

Risikofaktor Übergewicht: Durch eine ausgeglichene, fettarme und vitaminreiche Ernährung senken Frauen und Männer ihr Herzinfarktrisiko.

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200 Todesfälle pro Tag

Herz-OP

Ein operativer Eingriff ist für viele Herzinfarktpatienten die letzte Hoffnung.

In Deutschland stirbt alle sieben Minuten ein Mensch an einem Herzinfarkt, mehr als 200 pro Tag, 80 000 im Jahr. Auf das Konto von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehen jährlich rund 400 000 Todesfälle, mehr als die Hälfte aller Todesfälle bei Frauen und mehr als 40 Prozent bei Männern. Studien u.a. der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben ergeben, dass Männer in der Regel 15 Jahre früher einen Herzinfarkt erleiden als Frauen, deren Infarktanfälligkeit nach der Menopause allerdings stark ansteigt.

 

Jede Sekunde zählt

Jede Minute zählt

Der Erstversorgung durch den Notarzt kommt entscheidende Bedeutung zu.

Treten Symptome eines Herzinfarkts auf, muss schnell gehandelt werden. Denn nur wenn der Arterienverschluss innerhalb von drei Stunden nach dem Infarkt geöffnet werden kann, besteht Aussicht, das Gewebe hinter dem Verschluss zu retten. Ansonsten ist es dauerhaft geschädigt und die zurückbleibende Narbe schwächt das Herz. Bei der Beseitigung des Verschlusses stehen heute Medikamente zur Verfügung, diese kann aber auch mit Hilfe eines Katheters, der durch die Hauptschlagader bis zur Verschlussstelle vorgeschoben wird, erfolgen. Häufig wird ein Geflecht (Stent) eingesetzt, das einen erneuten Verschluss der Ader verhindern soll.

 

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren

Herzmodell
Empfindliches Herz

Risikofaktoren für einen Herzinfarkt sind u. a. Alter, Geschlecht und Erbfaktoren.

Ein Herzinfarkt tritt ein, wenn sich in einem bereits verengten Herzkranzgefäß ein Blutpfropfen festsetzt, der die Arterie komplett verschließt. Das hinter dieser Verschlussstelle liegende Areal des Herzmuskels wird nicht mehr durchblutet und stirbt ab, wenn die Arterie nicht schnell genug geöffnet wird. Die Verengung des Herzkranzgefäßes tritt in Folge von Arteriosklerose ein, deren Ursachen wiederum nicht gänzlich geklärt sind.

Faktoren, deren Vorliegen das Herzinfarktrisiko nachweislich steigern, sind zunehmendes Alter, Geschlecht und Vererbung. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen schützt Frauen bis zur Menopause vor dem Infarkt, jedoch relativiert sich der Schutz durch Einnahme der Antibabypille und Rauchen, das den Östrogenspiegel senkt. Eine gewisse Disposition zum Herzinfarkt haben Menschen, in deren Familie die Veranlagung zu Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen besteht.

 

Beeinflussbare Risikofaktoren

Vorbeugen durch Sport

Das A und O der Infarkt-Prophylaxe: Bewegung schützt vor Herzkrankheiten.

Während man die nicht beeinflussbaren Risikofaktoren hinnehmen muss, können wir an der Verminderung der beeinflussbaren Risikofaktoren erheblich mitwirken. Hierzu zählt die Vermeidung von Übergewicht, das weitere Risiken wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes begünstigt.

Bewegungsmangel, der häufig mit Übergewicht einhergeht, steigert das Herzinfarktrisiko. Regelmäßige körperliche Bewegung drei- bis viermal die Woche hält die Blutgefäße elastisch, senkt den Blutdruck und die Blutfettwerte und baut zudem Stresshormone ab.

Bluthochdruck gilt es unbedingt zu vermeiden, da er Blutgefäße, Herz, Gehirn und Nieren schädigt. Die richtige Ernährung, Bewegung und Medikamente können helfen.

Hohe Blutfettwerte, insbesondere des “bösen Cholesterins LDL, das die bei Arteriosklerose typische Bildung von Ablagerungen (Plaques) an den Innenwänden verursacht, steigern ebenfalls das Herzinfarktrisiko. Der Cholesteringehalt des Blutes lässt sich mit Ernährung, Bewegung und Medikamenten beeinflussen.

Rauchen ist ein weiterer Risikofaktor, denn es schädigt die Blutgefäße, indem es die Ablagerungen an den Gefäßwänden beschleunigt. Rauchen ist für Frauen viermal schädlicher als für Männer, weil es u.a. den Östrogenschutz gegen arteriosklerotische Erkrankungen vermindert.

 

Männliche und weibliche Symptome

Frau oder Mann?

Die Symptome eines Herzinfarkts sind geschlechtsspezifisch.

Schnelles Handeln ist jedoch nur möglich, wenn die Symptome richtig gedeutet werden. Da Herzinfarkt lange Zeit als Männer-Krankheit galt, waren auch nur die bei ihnen auftretenden Symptome bekannt. Erst nach und nach stellte sich die Medizin darauf ein, dass Frauen andere Symptome zeigen.

Bei Männern deuten Schmerzen und Enge auf der Brust einen Herzinfarkt an, ebenso Schmerzen an Armen, Rücken und Unterkiefer, kalter Schweiß, fahles Aussehen, Luftnot, Schwäche und Bewusstlosigkeit.

Bei Frauen macht sich der Infarkt dagegen durch Schmerzen im Oberbauch, im Kreuz, Übelkeit, Erbrechen, Schwäche, Müdigkeit, Atemnot und seltener Bewusstlosigkeit bemerkbar.

 

Beste Vorbeugung: Vermeidung der Risiken

Zu schwer?

Risikofaktor Übergewicht: Durch eine ausgeglichene, fettarme und vitaminreiche Ernährung senken Frauen und Männer ihr Herzinfarktrisiko.

Neben regelmäßigen Kontrollen von Blutdruck und Blutfett ist die Vermeidung der beeinflussbaren Risikofaktoren die beste Prävention vor Herzinfarkt. Ergänzt wird sie durch ausreichende Bewegung und eine gesunde, vitaminreiche Kost, deren Fettanteil auf 30 Prozent der täglichen Nahrungsaufnahme begrenzt sein sollte. Alkohol sollten gerade Frauen nur in Maßen trinken  maximal ein Glas pro Tag denn der weibliche Organismus ist stärker von den negativen Wirkungen des Alkohols betroffen.

aus der wissen.de-Redaktion
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