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In Sachen Rechtsanwälte

Rechtsanwalt

ist eine geschützte Berufsbezeichnung für einen juristischen Beistand. Sie wird in Deutschland von der Bundesrechtsanwaltskammer verliehen. Rechtsanwalt ist ein sogenannter „freier Beruf“ der im sogenannten Anwaltsrecht geregelt wird. § 3 BRAO (Bundesrechtsanwaltsordnung) beschreibt den Beruf wie folgt: „Der Rechtsanwalt ist der unabhängige Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten.“ Gemäß § 1 BRAO ist der Rechtsanwalt „ein unabhängiges Organ der Rechtspflege“.

Titularanwalt

Rechtsanwälte, die keine Mandate übernehmen, nennt man Titularanwalt. Diese behalten die Berufsbezeichnung meist, um im Rechtsanwaltsversorgungswerk eine Altersversorgung zu erwerben, oder einfach aus Imagegründen.

Gesetzliche Regelungen

Die BRAO regelt Rechte und Pflichten, die Rechtsanwälte gegenüber Mandanten und Dritten einhalten müssen, sowie weitere berufsrechtliche Fragestellungen.

Aufgaben

Die Aufgabe von Rechtsanwälten besteht darin, ihren Mandanten mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu verteidigen und ihnen zu ihrem Recht zu verhelfen. Dabei müssen Sie darauf achten, eine sogenannte Kollision zu vermeiden. Damit ist gemeint, dass sie nicht auch gleichzeitig den Gegner vertreten dürfen. Das VertretG (Vertretungsgesetz) regelt Rechte und Pflichten, die Rechtsanwälte gegenüber Mandanten und dritten einhalten müssen sowie weitere berufsrechtliche Fragestellungen.

Die folgenden anwaltlichen Tätigkeiten werden ebenfalls vom Rechtsanwalt durchgeführt:

  • die außergerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen
  • das Erwirken von Vergleichen bzw. das Abraten von der Klageerhebung und damit Entlastung der Justiz
  • die Verfahrenshilfe für Gerichtsprozesse (Klärung der Sachverhalte, Erstellung von Rechtsausführungen)
  • die rechtliche Gestaltung von Verträgen und sonstigen Dokumenten
  • die Sicherung von Beweisen
  • die Aufklärung zu Ansprüchen und Gegenansprüchen
  • die Kontrolle der Rechtmäßigkeit der Rechtsprechung in den unteren Instanzen und gegebenenfalls das Einlegen der Revision gegen gefällte Urteile
  • das Vornehmen von Prozesshandlungen wie das Abschließen von Vergleichen, das Einlegen von Rechtsmitteln oder die Erhebung von Einreden Beiträge zur Entwicklung von Rechtsprechung und Gesetzgebung

Anwaltszwang

Ist der Streitwert kleiner als 5.000 € und wird somit vor dem Amtsgericht verhandelt, so kann man sich auch selbst - ohne Anwalt - vertreten. Die Pflicht sich von einem Rechtsanwalt gerichtlich vertreten zu lassen (der sogenannte Anwaltszwang), ist erst bei Überschreitung des oben genannten Wertes oder bei Verfahren vor Landgerichten und den folgenden Instanzen gegeben.

Anwaltsgebühren

Die Gebühren für die Rechtsdienstleistungen richten sich nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz. Allerdings können Rechtsanwälte auch außerhalb dieser Grenzen höhere Gebühren mit ihren Mandanten vereinbaren.

Anwaltsmonopol

Im Kernbereich der Rechtsberatung besteht nach wie vor ein Anwaltsmonopol. Das bedeutet, dass ausschließlich zugelassene Rechtsanwälte eine Rechtsberatung durchführen dürfen. Dies soll dem Schutz der Rechtsuchenden sowie der Entlastung der Gerichte dienen.

Lediglich in sehr eng gefassten Spezialbereichen dürfen auch Dritte Rechtsberatung vornehmen (z.B. Bankkaufleute, Kfz-Meister, Versicherungsvertreter). Diese müssen dann jedoch eine ausreichende Expertise nachweisen können.

Anzahl von Rechtsanwälten

Gab es in den siebziger Jahren nur rund 30.000, so gibt es in Deutschland heute über 160.000 Rechtsanwälte.

Fachanwalt

Jeder Rechtsanwalt kann in maximal drei bestimmten Rechtsgebieten besondere theoretische und praktische Erfahrungen nachweisen, um damit den Titel „Fachanwalt für…“ zu erlangen. Dazu müssen Anwälte zusätzlich regelmäßig Seminare belegen und eine Abschlussprüfung bestehen.

Den richtigen Anwalt finden

Für die Suche nach dem passenden Rechtsanwalt sollte man sich Zeit nehmen, denn es wird ein besonderes Vertrauensverhältnis notwendig sein, um einen gemeinsamen Erfolg zu erreichen. Grundsätzlich sollte der Rechtsanwalt in den notwendigen Schwerpunkten spezialisiert sein. Zudem ist es von Vorteil, wenn er bereits über positive Bewertungen verfügt.

Das Rechtsportal rechtsanwalt.com beschreibt die Tätigkeiten der dort gelisteten Rechtsanwälte sehr ausführlich und man kann sich, im wahrsten Sinne des Wortes, vorab ein Bild von der Leistungsfähigkeit des Anwaltes machen.

Anwaltshotline

Das Portal Deutsche-Rechtsanwaltshotline.de bietet die Möglichkeit, Telefonate mit einem Rechtsanwalt zum Festpreis zu führen oder auch eine schriftliche Rechtsberatung (Onlinerechtsberatung) vorab zu nutzen. Beides ist ideal für eine Ersteinschätzung des Falles und bietet volle Kostentransparenz ohne Risiko.

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