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Salt Lake City: Entdeckungen in der Olympiastadt

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Die Skyline von Salt Lake City
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Tempel der Mormonen in Salt Lake City
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Orgel des Mormon Temple
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Mormonen in historischen Kostümen beim traditionellen Treck
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Farbenfrohe Ankündigung der Olympischen Spiele im Wintersportort Park City
Farbenfrohe Ankündigung der Olympischen Spiele im Wintersportort Park City
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Salt Lake City, das vom 8.-24. Februar als Austragungsort der Olympischen Winterspiele im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen wird, bietet auch jenseits von Skipisten, Loipen und Sprungschanzen eine Vielzahl touristischer Highlights.

Metropole am Großen Salzsee

Die Skyline von Salt Lake City

Die Skyline von Salt Lake City

Eingebettet in das reizvolle Tal der Wasatch Mountains, einem Gebirgszug der Rocky Mountains, liegt auf 1350 Meter Höhe das kulturelle und politische Zentrum des US-Bundesstaats Utah. Benannt nach dem nordwestlich angrenzenden Großen Salzsee erfüllt Salt Lake City im dünn besiedelten zentralen Westen der USA mit seinen nur 160 000 Einwohner eine Metropolenfunktion. Im Stadtgebiet und dem angegliederten Großraum Wasatch Metro leben mehr als drei Viertel aller 2,06 Mio. Einwohner Utahs. Salt Lake City ist Eisschrank und Backofen zugleich: Die Wüstenstadt ist für ihre extremen Klimaunterschiede bekannt. Im Januar fällt das Thermometer im Schnitt auf minus fünf Grad, im Juli/August steigt tagsüber die Quecksilbersäule zuverlässig auf über 30 Grad.

Kampf gegen alte Klischees

Der Hauptstadt der streng gläubigen Mormonen haftete lange Zeit der Makel an, eintönig, hinterwäldlerisch, schwerfällig und zutiefst puritanisch zu sein. Wie dem auch sei: Im Gegensatz zu anderen US-amerikanischen Großstädten gilt Salt Lake City als außerordentlich sauber, beinahe steril. Heruntergekommene Slumviertel sucht man hier vergebens. In letzter Zeit wandelt sich die konservative Mormonenbastion zusehends in eine moderne, technikorientierte Stadt. Durch die Austragung der Olympischen Winterspiele 2002 will Salt Lake City seine Provinzialität abschütteln und seine Weltoffenheit demonstrieren.

Reizvolle Hauptstadt

Tempel der Mormonen in Salt Lake City

Tempel der Mormonen in Salt Lake City

Die Orientierung in Salt Lake City fällt wie in vielen US-amerikanischen Städten auch Nichteinheimischen sehr leicht, da alle Straßen gitterförmig angelegt und durchnummeriert sind. Die Zusätze South, North, East und West beziehen sich auf das Zentrum der Stadt, den Temple Square. Er ist sozusagen das Herz der Mormonenbewegung. Hinter einer fünf Meter hohen Mauer, die von schmiedeeisernen Toren durchbrochen wird, ragt der imposante Mormon Temple in die Höhe. Der Granitbau mit den spitzen Türmen ist die Hauptkirche aller Mormonen, nur ihnen ist der Zutritt in den Tempel gestattet. Für Touristen steht das Besucherzentrum offen, in dem interessante Hintergrundinformationen über die Wanderungen der ersten Mormonen nach Utah gezeigt werden.

Orgel des Mormon Temple

Orgel des Mormon Temple

Eines der beeindruckendsten Gebäude aus der Pionierzeit ist der elliptische Tabernakel. 1867 wurde dieses technische Wunderwerk fertig gestellt, nach dem Ausbau einer Galerie finden heute 10 000 Menschen unter der Kuppel Platz. Berühmt geworden ist die außergewöhnliche Akustik des Versammlungsortes. Kein Wunder also, dass die Sonntagvormittagskonzerte des “Tabernacle Choir weltweit im Radio übertragen werden. Dabei kann man auch den Klang der Orgel bewundern, die nach mehreren Aufstockungen heute aus 11 623 Pfeifen besteht.

Weitere Mormonenstätten außerhalb des Temple Square sind das Brigham Young Memorial, das Pioneer Memorial Museum und das Living Museum Old Desert. Besichtigt werden kann auch das erste Wohnhaus des Mormonenführers. Neben dem so genannten Beehive House steht das Lion House, in das einige der 26 Ehefrauen und 56 Kinder von Young ausweichen mussten.

Zentrum der Mormonen

Mormonen in historischen Kostümen beim traditionellen Treck

Mormonen in historischen Kostümen beim traditionellen Treck

Nachdem die Anhänger der Kirche Jesus Christus der Heiligen der Letzten Tage (Church of Jesus Christ of the Latter Day Saints) im Osten der USA massiven Anfeindungen ausgesetzt waren und der Sektengründer Joseph Smith ermordet wurde, machte sich sein Nachfolger Brigham Young mit einem Trupp Gleichgesinnter auf den Weg nach Westen. Der Treck erreichte 1847 sein Ziel, als Young der Legende nach beim Anblick des Great Salt Lake Tals “This is the place! gerufen haben soll. Mit großem Fleiß und ausgeklügelten Bewässerungssystemen brachten die Siedler gemäß den Worten des Alten Testaments “die Wüste zum Blühen.

Blutige Konflikte mit einheimischen Indianerstämmen sowie Auseinandersetzungen mit der Bundesregierung in Washington, der die Polygamie der Mormonen ein Dorn im Auge war, verzögerten zunächst die Staatsgründung. Erst als die Mormonenkirche die Vielehe offiziell aus ihren Statuten strich, konnte 1896 der Bundesstaat Utah mit Salt Lake City als Hauptstadt aus der Taufe gehoben werden.

Die Mormonen dominieren nach wie vor das politische und wirtschaftliche Leben in der Stadt. Fast 80% der Bevölkerung Utahs leben nach den Grundsätzen der Glaubensgemeinschaft: Sie befürworten ein strenges Patriarchat und lehnen Genussmittel wie Alkohol, Tabak und Kaffee sowie jede Art der Empfängnisverhütung ab. Durch die ausgeprägte Missionstätigkeit kommen Touristen fast nicht umhin, sich mit dem Mormonentum auseinanderzusetzen.

Weltliche Sehenswürdigkeiten

Reduziert man Salt Lake City nur auf die Einflüsse der Mormonen, wird man der Stadt nicht gerecht. So ist die Maurice Abravanel Concert Hall mit ihrer hervorragenden Akustik eine angemessene Heimstätte für dasUtah Symphony Orchester. Das Union Pacific Depot wandelte sich von einer ehemaligen Wartehalle der Amtrak-Züge zu einem stilvollen Ort für historische Ausstellungen.

Südlich des Temple Squares schließt sich das Geschäftszentrum mit riesigen Shopping Malls an. Der Trolley Square, ein altes Straßenbahndepot, wurde in den 1970er Jahren in einen Restaurant- und Einkaufskomplex umgebaut. In den Ziegelgebäuden befinden sich heute beliebte Cafés, Designershops und Kunstgalerien.

Nördlich des Zentrums thront das mächtige Utah State Capitol. Vom steilen Aufstieg sollte sich niemand abschrecken lassen der Capitol Hill bietet den besten Blick auf die Metropole. Zum Schluss noch ein Tipp für Freunde der Genealogie: Die Family History Library ist die umfangreichste genealogische Sammlung der Welt. Bei freiem Eintritt können Besucher an den Computern Ahnenforschung betreiben, viele Geburts- und Sterbedaten reichen mehr als 500 Jahre zurück.

Ausflug in die Umgebung

Farbenfrohe Ankündigung der Olympischen Spiele im Wintersportort Park City

Farbenfrohe Ankündigung der Olympischen Spiele im Wintersportort Park City

Obwohl er der Salt Lake City den Namen gegeben hat, liegt die Stadt nicht direkt am Great Salt Lake. Der 4000 m2 große Binnensee ist ein Überrest des 50 000 km2 umfassenden prähistorischen Lake Bonneville. Der abflusslose See mit den idyllischen Inseln war Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebter Erholungsort. Als der Wasserpegel aus unerklärbaren Gründen drastisch sank, blieben die Besucher aus. Dafür stieg der Salzgehalt des Gewässers sprunghaft an, mit 25% ist er weltweit nach dem Toten Meer auf Platz zwei der salzhaltigsten Seen. Diese Situation könnte sich jedoch ändern, da der Wasserpegel seit den 1980er Jahren wieder steigt.

Am wichtigsten für den Tourismus sind die sieben großen Skiorte östlich von Salt Lake City. Im Winter fallen hier bis zu elf Meter Schnee ideale Bedingungen für traumhafte Abfahrten. Park City, eine alte Silberbergbaustadt, ist der älteste Wintersportort dieser Region. Sein moderner Nachbar, das Sundance Resort, wurde von dem Filmstar Robert Redford gegründet. Redford ist auch der Schirmherr des Sundance-Filmfestivals, das Independent-Filmen ein Forum bietet, und auch dieses Jahr wieder Ende Januar in Park City stattfindet.

Buch-Tipps

Online bestellen:

Kluge, Volker: Olympia Guide Salt Lake City

Manfred Braunger: USA, Südwesten

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