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Schlafgewohnheiten aus aller Welt

Schlaf ist ein Grundbedürfnis für jeden Menschen. Doch so unterschiedlich die kulturellen Gewohnheiten rund um den Globus sind, so verschieden sind auch die Schlafgewohnheiten in anderen Ländern. Unterschiede ergeben sich hier nicht nur in der durchschnittlichen Zeit, die geschlafen wird, sondern auch in der Tageszeit und natürlich in der jeweiligen Schlafstätte

Die National Sleep Foundation hat in einer Studie die Schlafkultur in sechs verschiedenen Ländern untersucht und dabei unter anderem herausgefunden, dass die allermeisten Menschen angeben, zu wenig zu schlafen. Befragt wurden etwa 1500 Menschen im Alter von 25 bis 55 Jahren.

Zwischen Kopfkissen und Bettdecke hervorschauender Arm
Bei den Schlafgewohnheiten herrschen teilweise große kulturelle Unterschiede.

Amerika – dicke Matratzen und Haustiere im Bett

In den USA wird, anders als beispielsweise in Deutschland, selten in einem Stück nachts geschlafen, sondern der Schlaf über den Tag verteilt. Kleine Nickerchen, sogenannte naps, werden hier immer beliebter, denn es hat sich herausgestellt, dass diese kurzen Pausen für genügend Erholung sorgen, um den Rest des Tages produktiv zu bewältigen.

Besonders häufig wird in amerikanischen Schlafzimmern auf Boxspringbetten geschlafen. Das Wort Boxspring setzt sich aus den Worten box (zu Deutsch: Kasten) und spring (zu Deutsch: Sprungfeder) zusammen. Während ein herkömmliches Bett sich in der Regel aus einer Matratze und einem Lattenrost zusammensetzt, besteht ein Boxspringbett laut boxspringbetten.net aus drei verschiedenen Matratzensystemen, die aufeinander abgestimmt sind. Auch Bonnellfederkernmatratzen sind beliebte Schlafunterlagen.

Amerikanische Schlafzimmer werden durchschnittlich am seltensten gelüftet. Dafür wird hier gern zu zusätzlichen Düften gegriffen wie Lavendel oder Jasmin. Eine Besonderheit in den USA: Haustiere dürfen hier häufig mit ins Bett.

Deutschland – gründlich gelüftete Schlafzimmer

Deutsche lüften im Gegensatz zu Amerikanern deutlich häufiger das Schlafzimmer und legen großen Wert darauf, dass dort ein angenehmer Geruch herrscht. Häufig bleibt das Fenster sogar über die Nacht hindurch geöffnet und eventuell vorhandene Vorhänge werden gern offen gelassen. Dafür wird die Bettwäsche nur alle zwei bis drei Wochen gewechselt, obwohl das laut Experten alle 14 Tage vorgenommen werden sollte.

In Deutschland wird bevorzugt auf einer Kaltschaummatratze geschlafen und etwa 79 Prozent der Befragten geben an, täglich ihr Bett zu machen.

Großbritannien – ein Getränk vor dem Einschlafen

Hier geben Befragte an, dass ihre tägliche Routine genügend Zeit für ausreichend Schlaf ermöglicht. Mit 82 Prozent, die dieser Aussage zustimmen, liegt das Land deutlich vor den anderen. Vor dem Einschlafen wird in Großbritannien häufig noch ferngesehen. Auch beruhigende Getränke werden gern genommen und oft wird zum Einschlafen noch zu einem Buch oder einer Zeitschrift gegriffen.

Wie in Deutschland und Mexiko wird auch in Großbritannien großer Wert darauf gelegt, dass es im Schlafzimmer angenehm riecht. Zudem wird hier häufiger unbekleidet geschlafen als in den anderen Ländern der Studie.

Japan – viele Nickerchen statt langer Nachtruhe

In Japan schlafen die Menschen der Studie nach in der Nacht am wenigsten; sie kommen auf etwas weniger als 6,5 Stunden Schlaf. Allerdings wird, wie auch in den USA, in Japan viel tagsüber geschlafen, beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln im Büro oder auch in der Schule am Arbeitstisch. Dieses Phänomen nennt sich inemuri und kommt vom japanischen Begriff für Schlafen. Insbesondere vor und nach den klassischen Arbeitszeiten können vor allem in den Zügen viele Schüler und auch Erwachsene beim Schlafen beobachtet werden. Dieses Verhalten ist so weit verbreitet, dass niemand Anstoß daran nimmt, solange dabei nicht andere Mitreisende belästigt werden, beispielsweise wenn der Kopf eines Schlafenden auf die Schulter des Sitznachbarn sinkt.

Die traditionelle Schlafstätte in Japan ist der Futon, eine dünne Matratze, die tagsüber platzsparend im Schrank verstaut wird. Zum Schlafen wird der Futon auf dem Boden ohne weitere Lattenroste oder Bettgestell auf dem Boden ausgebreitet, vorzugsweise auf weichen Reisstrohmatten. Insbesondere in traditionellen Herbergen, sogenannten Ryokans, sind diese Schlafstätten beliebt. In herkömmlichen Haushalten hat diese Schlafweise den großen Vorteil, dass der Schlafraum tagsüber für andere Aktivitäten genutzt werden kann, was insbesondere in den großen Städten mit kleinen Wohnräumen nützlich ist.

Schlafzimmeransicht
Die meisten Befragten legen großen Wert darauf, dass es im Schlafzimmer frisch und gut riecht.

Mexiko – viel Schlaf und Entspannung vor dem Einschlafen

Von allen Befragten schlafen die Menschen in Mexiko mit etwas mehr als sieben Stunden pro Nacht an meisten. Hier wird im Vergleich auch der größte Wert auf ein wohlriechendes Schlafzimmer gelegt, allerdings wird dies mehr durch regelmäßiges Wechseln der Bettwäsche erreicht als durch bloßes Lüften oder duftende Zusatzmittel. Musik wird hier ebenfalls gern genutzt, um eine entspannte Atmosphäre zu erzeugen, die auf den Schlaf vorbereitet.

80 Prozent der befragten Mexikaner schauen vor dem Einschlafen noch fern, 62 Prozent nutzen Mediation oder das Gebet, um sich auf die Nachtruhe vorzubereiten und 59 Prozent nehmen gern noch ein warmes Bad oder eine Dusche zum Entspannen.

Fazit der Studie

Obgleich die meisten Befragten in den verschiedenen Ländern äußerten, dass ihre tägliche Routine genügend Zeit für ausreichend Schlaf lässt, geben doch alle Teilnehmer der Studie an, dass sie durchschnittlich eine halbe Stunde mehr Schlaf benötigen.

Schuld an diesem Missverhältnis sind unter anderem die Rituale vor dem Einschlafen. So erklären viele Teilnehmer, dass sie vor dem Schlafen noch fernsehen, lesen oder sich mit elektronischen Geräten wie Tablets und Smartphones beschäftigen, sodass sie die Zeit vergessen und schlussendlich später einschlafen als eigentlich geplant.

17.08.2015
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