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So geht die Steuererklärung einfach und schnell

Jedes Jahr Ende Mai haben Steuerberater wieder mehr zu tun – die Abgabefrist für die Steuererklärung endet zum Monatsende. Und auch in vielen Haushalten versucht man, Ordnung in die vielen Belege und Rechnungen des letzten Jahres zu bringen. Denn die Hilfe der Steuerberater ist ein zweischneidiges Schwert. Man hat wenig Arbeit, muss aber für die Steuererklärung etwas tiefer in die Tasche greifen. Aber: Die Einkommenssteuererklärung muss nicht jeder Bundesbürger abgeben. Wer beispielsweise:

  • keine Leistungen wie Eltern- oder Kurzarbeitergeld bezogen hat
  • nicht mehrere Arbeitslöhne erhält
  • als Ehepaar nicht die die Steuerklassenkombination III/V nutzt

muss die Erklärung nicht zwingend abgeben. Das Ergebnis: 2015 gingen bei den Finanzämtern nur 20 Millionen übermittelte Steuererklärungen ein.

Aus Sicht des Fiskus ein „lohnendes Geschäft“. Denn häufig verzichten Steuerpflichtige mit der freiwilligen Steuererklärung auch auf eine Nachzahlung. Wie kann sich man ohne viel Aufwand die Steuern zurückholen. Inzwischen setzen einige Anbieter auch auf die Online-Steuersoftware. Deren Qualität hat erst kürzlich Stiftung Warentest geprüft. Und hinsichtlich der Bedienung und Ergebnisse unterscheiden sich die Lösungen. Kann die Software den Steuerberater letztlich ersetzen? Die Antwort ist gar nicht so einfach. In der Praxis kommt es sehr oft auf die Rahmenbedingungen und Komplexität der Sachverhalte an. In diesem Artikel soll deshalb ein kleiner Überblick über die wichtigsten Eckpunkte der Steuererklärung gegeben werden, so dass diese in Zukunft eventuell leichter von der Hand geht.

Steuerfromlar und Kugelschreiber
Wenn die Frist näher rückt, beginnt jedes Jahr bei vielen Steuerzahlern die Panik. Die Steuererklärung wird als lästig und unübersichtlich wahrgenommen - mit einigen Strategien lässt sich dieses Problem jedoch geschickt lösen.
Hält Steuersoftware, was sie verspricht?

Die Erledigung der Einkommenssteuererklärung lässt sich schon seit Jahren mit technischer Unterstützung vornehmen. Hat man früher – nach Eingabe aller Daten – die Formulare ausgedruckt und in Papierform an das Finanzamt geschickt, ist seit einigen Jahren die elektronische Übermittlung (Stichwort ELSTER) gängige Praxis.

Mit den Online-Lösungen ist eine weitere Sparte hinzugekommen. Prinzipiell muss man hier sehr klar unterscheiden, welche Variante man nutzt. Es gibt – gerade bei der Software für PC und Laptop – kostengünstige Versionen mit einem grundlegenden Funktionsumfang. Diese werden von sehr professionellen Tools (für höhere Preise) flankiert.

Einen überschaubaren Aufwand sollte die Software aber immer meistern können. Sehr deutlich variiert die Bedienbarkeit der Tools. In einigen Fällen findet man sich schnell zurecht, andere Programme erfordern etwas mehr Aufwand in der Einarbeitung. Vorteilhaft kann Steuersoftware sein, die als Interview durch den ganzen Prozess führt. Generell sollte man sich letztlich fragen, welche Anforderungen man die Steuerprogramme stellt.

Gerade wenn:

  • Arbeitslohn
  • Renten
  • Einkünfte aus Vermietung
  • Werbungskosten
  • Abschreibungen
  • Kapitalanlagen

zusammenfallen, können recht komplexe Steuersachverhalte entstehen, die einige einfache Softwarelösungen überfordern.

Wie lässt sich die Steuererklärung einfach gestalten?

Die beste Lösung wäre es natürlich, wenn man gar keine Steuer zahlen müsste. Aufgrund der geltenden Grundfreibeträge nach &32a EStG Einkommensteuergesetz von 8.652 Euro dürfte dies aber bei den meisten Arbeitnehmern nicht zutreffend sein.

Wer seine Steuerklärung vereinfachen will, hat an dieser Stelle mehrere Optionen. Wichtige Eckdaten – zum Einkommen und den Abzügen wie:

  • Rentenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • betriebliche AV

lassen sich allgemein den Gehaltsmitteilungen entnehmen, die man zur Hand haben sollte. Ein zweiter Schritt ist Ordnung in allen Belegen. Heute teilen Versicherer, Vermieter und Co. Meist übersichtlich mit, was an den Ausgaben für die Steuer relevant sein kann.

Dazu gehören unter anderem:

  • BU-Versicherung
  • private Gesundheitsversicherungen
  • Unfallversicherung

deren Beiträge eine Rolle spielen. Kennen sollte man zudem die Pauschbeträge. Hierbei handelt es sich um Beträge, welche ohne den Nachweis durch Einzelbeträge angesetzt werden können. Es handelt sich u. a. um:

  • den Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.000 Euro) oder
  • Sparer-Pauschbetrag (801 Euro).

Wichtig: Kennen sollte man immer die Obergrenzen, bis zu denen einzelne Posten in die Steuererklärung einfließen können. Beispielsweise sind 2015 für die Kinderbetreuung bis zu 4.000 Euro steuermindernd.

Besonderheiten im Überblick

Leider ist das Thema Steuererklärung oft nicht ganz so einfach. Das beste Beispiel sind Arbeitnehmer mit teils vermietetem Wohneigentum. Hier wird die Erklärung schnell komplexer – durch die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.

Neben Aspekten – wie der Absetzbarkeit der Schuldzinsen für die Finanzierung oder von nicht-umlagefähigen Betriebskosten – sollte man sich an dieser Stelle auch mit dem Thema Absetzung für Abnutzung (AfA; allgemein Abschreibung) auseinandersetzen.

Bis Ende 2005 gestellte Bauanträge können noch zur degressiven Abschreibung (hohe AfA in den ersten Jahren) berechtigen. Seit 2006 ist nur noch die lineare AfA möglich. Letztere erlaubt den Abzug von zwei Prozent des Immobilienwerts als steuermindernd. Aber: Dies gilt nicht für Grundstücke, da diese keinem Wertverzehr in den Augen des Finanzamts unterliegen. Bevor man als Vermieter die Abschreibung einfach ansetzt, muss der Grundstückswert abgezogen werden.

Übrigens: Wer hin und wieder auf Sportwetten setzt, zahlt inzwischen Steuern. Die Wettsteuer schultern nur sehr wenige Anbieter. Entweder wird der Betrag vom Gewinn der „Better“ abgezogen – oder die Einsatze werden entsprechend vom Buchmacher vermindert. Über die Steuererklärung kann man sich diese Steuern übrigens nicht erstatten lassen. Gewinne aus Glücksspiel/Sportwetten bleiben in Deutschland allgemein steuerfrei. Näheres hierzu lässt sich auf www.wettanbietervergleich.de in Erfahrung bringen.

Taschenrechner und schriftliche Unterlagen
Mit einer Steuersoftware lassen sich viele stressige Vorgänge stark vereinfachen. Darüber hinaus erscheint das Thema steuern oftmals komplizierter als es wirklich ist - wer einige Sonder-Aspekte bedenkt, kann seine Steuererklärung doch recht problemfrei erledigen.
Fazit: Jedes Jahr sorgt die Steuer für Frust

Steuern zahlen sicher die wenigsten Erwerbstätigen gern. Über die Steuererklärung hat man die Chance, sich einen Teil dieser Abgaben wiederzuholen – man muss nur die Erklärung einreichen. Trotz der Option einer Rückzahlung verzichten Haushalte immer noch auf die Einkommenssteuererklärung. In vielen Fällen drängen die Finanzämter jedoch auch auf die Abgabe. Hilfe gibt’s inzwischen nicht nur durch Software vom PC – sondern auch online. Die Qualität der verschiedenen Angebote variiert. Eine Tatsache, der man sich klar sein muss. Je nach Komplexität des eigenen Steuersachverhalts kann es sich rechnen, eine etwas umfassendere Lösung heranzuziehen. Andernfalls hat man immer noch die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit Profis. Gerade im Fall eines Arbeitnehmers muss es nicht immer der nächste Steuerberater um die Ecke sein.

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