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Sommer ist Eiszeit - Geschichten rund ums Eis

Süße Abkühlung: Speiseeis gehört zum Sommer wie die Zimtsterne zur Weihnachtszeit. Die cremige Kalorienbombe blickt dabei auf eine lange Tradition zurück. Mit dem honiggesüßtem Bergschnee aus dem antiken China hat die heutige Eiscreme allerdings kaum noch etwas gemein. Stattdessen können besonders mutige Zungen an Eiskugeln mit Tomatengeschmack schlecken oder sich lieber ein klassisches Spaghetti-Eis schmecken lassen.

Eiscafe
Eisdielen versorgen heißgelaufene Zeitgenossen mit einer köstlichen Notkühlung.
Jetzt sind sie wieder Anlaufpunkt Nummer eins in Deutschland: Eisdielen versorgen heißgelaufene Sonnenanbeter wie in jedem Jahr mit ihren kühlen Köstlichkeiten. Heute verbinden wir "echtes" Speiseeis meist mit italienischer Dessertkunst. Schließlich waren es die Italiener, die um 1920 damit begannen, ihr Eis in kleinen Läden in Deutschland anzubieten.

Bereits 1850 waren sie quasi als Wirtschaftsflüchtlinge aus ihrer Heimat in den Dolomiten ausgewandert. Dort hatten sie nach der industriellen Revolution ihre finanzielle Lebensgrundlage als Handwerker verloren. Mit dem Verkauf von Esskastanien und später Eis versuchten sie, erneut Fuß zu fassen: in Österreich sowie in Deutschland.

Der Sprung zurück in die Selbständigkeit ist geglückt. In den 1950er Jahren boomte das Geschäft der sogenannten Gelatieri. Sie begannen bald, feste Ladenlokale einzurichten. Weil sie dafür zunächst einfach Bretter beziehungsweise Dielen als Tresen vor ihre Fenster nagelten, entstand das Wort Eisdiele - so zumindest eine Legende um den Ursprung dieser Bezeichnung.

Italienisches Eis
Die traditionelle italienische Eisdiele steht für eine Vielfalt täglich frischer Eiswaren.
Wer hat's zuerst erfunden?

Die Italiener haben das Eis zwar in Deutschland populär gemacht, erfunden haben sie es aber nicht. Tatsächlich gibt es nicht den einen Erfinder von Speiseeis. Denn die große Kunst der Eisherstellung hat sich über einen Zeitraum von 5.000 Jahren allmählich entwickelt.

Welche Kultur als erste auf die Idee einer ursprünglichen Form der Eiszubereitung kam, lässt sich daher nicht mehr mit Bestimmtheit feststellen - Italien war es jedenfalls nicht. Als Ursprung des Speiseeises gelten das antike China und Griechenland. Dort hatte man bereits im dritten Jahrtausend vor Christus Schnee mit Honig und anderen Zutaten zum genussvollen Verzehr vermischt.

Exklusiv für die Reichen

Weil in der frühen Zeit der Eisherstellung noch keine Möglichkeit existierte, das gefrorene Gut aktiv zu kühlen, war die Beschaffung des Bergschnees von den umliegenden Gipfeln sehr aufwändig. Daher konnten sich nur die Reichsten diesen Genuss leisten.

Berühmte historische Eisliebhaber waren zum Beispiel der makedonische König Alexander der Große oder der griechische Arzt Hippokrates, welcher der kühlenden Speise sogar eine heilende Wirkung zusprach. Auch Kaiser Nero soll das kostbare Gut aus den Bergen geschätzt haben. In Erdgruben gelagert wurde es zum zeitnahen Verzehr mit Honig, Zimt und Rosenwasser verfeinert und erhielt durch beigemischtes Baumharz die besondere Würze.

Kältemaschine bringt den Durchbruch

Der erste große Durchbruch auf dem Weg zum heutigen Speiseeis erfolgte 1530 nach Christus: Man entdeckte die kühlende Wirkung von Salpetersalzen und konnte nun erstmal aktiv das Eis kalt stellen. So war man auch endlich in der Lage, selbst eine Art von Sorbet herzustellen: Durch die künstliche Kälte und ständiges Rühren während des Gefriervorgangs entstanden fantasievolle Kreationen aus Fruchtaromen und Blumen wie Jasmin oder Veilchen.

Doch erst 1881 wurde die Eisherstellung endgültig salonfähig. In diesem Jahr nahm Carl von Linde die erste Kältemaschine in Betrieb, nach deren Wärmetauscher-Prinzip auch heutige Kühlschränke arbeiten. Seitdem hat sich die Kunst der Eisherstellung vor allem in der Variation von Zutaten und ausgefallenen Designideen weiterentwickelt.

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CLU, 07.06.2017
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