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Sonne tanken in Südtirol

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Winterlandschaft in Südtirol
Winterlandschaft in Südtirol
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Traumhafte Dolomitenkulisse: Der Naturfreund kommt in Südtirol keineswegs zu kurz.
Traumhafte Dolomitenkulisse: Der Naturfreund kommt in Südtirol keineswegs zu kurz.
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Kleine Stadt mit viel Charme: Bozen
Kleine Stadt mit viel Charme: Bozen
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Die berühmte Mumie “Ötzi” fand in Südtirol ihre letzte Ruhestätte.
Die berühmte Mumie “Ötzi” fand in Südtirol ihre letzte Ruhestätte.
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Schlösser und Burgen beherrschen das Landschaftsbild Südtirols.
Schlösser und Burgen beherrschen das Landschaftsbild Südtirols.
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Blick auf das mondäne Meran
Blick auf das mondäne Meran
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Sommer- und Winterparadies

Winterlandschaft in Südtirol

Winterlandschaft in Südtirol

Keine Lust mehr auf das kalte Schmuddelwetter in Deutschland? Lust auf einen kleinen Wochenendausflug? Warum nicht nach Südtirol? Das Land jenseits des Brennerpasses vereint alpenländische Gemütlichkeit und italienische Lebenslust. Und während sich auf den Bergspitzen bereits die ersten Skifahrer der Saison tummeln, finden sich in den Straßencafes im Tal diejenigen ein, die wärmende Winter-Sonnenstrahlen genießen. Ein mildes Klima umschmeichelt schließlich das Land, ein blauer Himmel ist selbst im Winter keine Seltenheit.

Südtirol: Das Tor zum Süden

Traumhafte Dolomitenkulisse: Der Naturfreund kommt in Südtirol keineswegs zu kurz.

Traumhafte Dolomitenkulisse: Der Naturfreund kommt in Südtirol keineswegs zu kurz.

Es ist diese besondere Mischung aus Natur, Kultur und Kunst, aus altösterreichischen und italienischen Einflüssen, dieser fließende Übergang zur mediterranen Welt, die den viel besungenen Reiz Südtirols ausmachen. Selbst der Melancholiker Arthur Schnitzler, sonst wenig anfällig für euphorische Werbesprüche, schwärmte: “Ich sitze hier in einem Garten voller südlicher Farben und Gerüche, nippe an einem Kleinen Schwarzen, hier Espresso genannt, und blicke auf ein Panorama, wie von einem sentimentalen Maler geschaffen: im Vordergrund Palmen, dahinter diese einmalige Alpenkette, eingetaucht in arkadisches Licht... und weiß Dich noch im winterlich frostigen Wien.

Alle diese Lobgesänge, die quer durch die Literaturgeschichte zu finden sind, haben einen realen Kern. Selbst in den spätherbstlichen und vorwinterlichen Wochen hat Südtirol seinen besonderen Reiz. Gerade in der ersten Dezemberhälfte scheint oft die Sonne und im Bozner Kessel oder im Unterland herrschen Temperaturen von deutlich über 10 Grad. Bei Sonnenschein kann man über die Mittagsstunden ohne Thermobekleidung draußen sitzen und bei einem Glas Prosecco mit Schadenfreude an das Wetter nördlich der Alpen denken.

Bozen: Viel zu entdecken

Kleine Stadt mit viel Charme: Bozen

Kleine Stadt mit viel Charme: Bozen

Ob Goethe in seiner “Italienischen Reise, Mozart, Rousseau, Ibsen oder William Turner: Zahllos sind die Hommagen an das besondere Flair der kleinen Stadt Bozen. Braust man auf der Autobahn an Bozen vorbei, wirken Industriezonen und Neubaugebiete wenig reizvoll. Doch dahinter verbirgt sich eine besonders schöne Altstadt mit einer lebendigen Mischung aus Mittelalter, Renaissance und Barock. Das Zentrum bilden die Lauben: Durchgehende Arkaden vor den Häusern, die Waren und Käufer vor dem Wetter schützen sollten. Heute mischen sich in der Gasse noch wunderbar altmodische Geschäfte mit der allgegenwärtigen Boutiquenwelt. Wer sich für Hüte interessiert, sollte das Geschäft der Rizzollis betreten, eine der ältesten Hutmachereien Italiens. Die hinteren Räume des Ladens erinnern an ein Museum für Kopfbedeckungen.

Der einfachste Weg, in die Geschichte der Stadt Bozen einzutauchen, ist ein Besuch des Stadtmuseums. Das Museum selbst hat durch seine gediegen einfache Art der Präsentation eine besondere Atmosphäre und bietet ein reichhaltiges Spektrum an Kunst- und Kulturschätzen der Region: Das beginnt mit wertvollen Funden aus der Frühgeschichte und der Römerzeit. Sein besonderer Schwerpunkt liegt im Mittelalter und dem Barock. Interessante Exponate finden sich auch in den Bereichen Handwerksgeschichte, Volkskunst und Holzskulpturen.

Wie gehts Ötzi?

Die berühmte Mumie “Ötzi” fand in Südtirol ihre letzte Ruhestätte.

Die berühmte Mumie “Ötzi” fand in Südtirol ihre letzte Ruhestätte.

Quasi um die Ecke am südwestlichen Rand der Altstadt befindet sich das Archäologische Museum. Es ist die Ruhestätte für “Ötzi, eine etwa 5.300 Jahre alte Mumie, die 1991 auf dem Gletscher des Berges Similaun gefunden wurde. Das 1999 neu eröffnete Museum hat über 1.200 qm Ausstellungsfläche und verzeichnete bereits über eine Viertelmillion Besucher. Es zeigt in museumspädagogisch anspruchsvoller Qualität mit Orginalfunden, Modellen, Hologrammen, Videos und Tonbandführern die Geschichte Südtirols von den Anfängen bis ins frühe Mittelalter. Daneben werden die Geschichte des “Ötzi-Fundes und die damit verbundenen medizinisch-technischen Fragen aufbereitet. (Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 9.00 bis 17.00 Uhr, Donnerstag: 10.00 bis 20.00 Uhr, Montags geschlossen.)

Wohin als Schloss-Fan?

Schlösser und Burgen beherrschen das Landschaftsbild Südtirols.

Schlösser und Burgen beherrschen das Landschaftsbild Südtirols.

Schloss Runkelstein ist sicherlich eines der schönsten in einer an Burgen und Schlössern besonders reichen Region. Das im 13. Jahrhundert von den Herren von Wangen gebaute Schloss hat drei besondere Merkmale: Seine herrliche Lage am Knotenpunkt zwischen Bozner Kessel und dem Sarntal; seine besondere architektonische Struktur sowie seine besonders schönen und zahlreichen Fresken.

“Bilderburg, diesen Namen führt Schloss Runkelstein zu Recht. Die Fresken machen es zu einem Kulturgut von europäischem Rang: Beide Herrenhäuser und auch die als Verbindung geführte Laube sind zum größten Teil mit Fresken ausgestaltet. Der gesamte mittelalterliche Kosmos findet sich an den Wänden der Burg wieder. Es waren Atmosphäre und die Fresken, die Pier Paolo Pasolini bewogen hatten, einen großen Teil seines “Decamerone auf Schloss Runkelstein zu drehen.

Daneben präsentiert das Schloss immer auch eine temporäre Ausstellung, die einen Bezug zur Burggeschichte hat. Bis 13. Januar 2002 sind russische Ikonen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert zu sehen. Die Tafeln sind zum ersten Mal einer Öffentlichkeit zugänglich. Bisher lagerten sie im Depot der Galleria di Pallazzo Leoni Montanori in Vicenza. Zu empfehlen sind auch die liebevollen und zugleich sachkundigen Schlossführungen. Schloss Runkelstein liegt rund zehn Autominuten von der Bozner Altstadt entfernt. An Wochenenden und Feiertagen gibt es von 10.00 bis 18.00 Uhr einen kostenlosen Shuttle-Dienst vom Waltherplatz aus.

Schlern und Rosengarten

Beide Bozner Hausberge, Ritten und Kohlern, sind leicht von der Stadt aus per Seilbahn zu erreichen und bieten vielfältige Möglichkeiten zum Spazierengehen und Wandern. Dass es dort wie fast überall in Südtirol urige und stilvolle Einkehrmöglichkeiten gibt, versteht sich von selbst. Eine Rast lohnt sich: Schließlich laden nicht nur die Südtiroler Spezialitäten zum Verweilen und Genießen ein, sondern auch die herrlichen Ausblicke auf den Schlern und den Rosengarten beide auf der gegenüber liegenden Seite des Eisacktals gelegen. Der Schlern krönt das Wander- und Langlaufparadies der Seiser Alm, während das Dolomit-Massiv des Rosengartens dort soll das Reich des Zwergenkönigs Laurin gewesen sein in der untergehenden Sonne in prachtvollem Rot leuchtet.

Kunst & Wellness in Meran

Blick auf das mondäne Meran

Blick auf das mondäne Meran

Die Kurstadt Meran, von Bozen aus per Schnellstraße in einer knappen halben Stunde und auch bequem per Bahn zu erreichen, war die Residenz der Grafen von Tirol und bis in die dreißiger Jahre eine der bekanntesten Kurorte Europas. Kein Prominenter, der seinerzeit zum Kuren, oder was man darunter verstand, nicht nach Meran fuhr. Noch immer ist es ein Ort, in dem es sich anmutig flanieren läßt und der mit einem breiten Wellness-Angebot aufwartet.

Mitten in der Altstadt (Laubengasse 163) befindet sich ein gerade neu eröffnetes Haus für moderne und zeitgenössische Kunst mit Namen “Kunst Meran. Die Eröffnungsausstellung hat sich “Kunst und Kur zum Thema gesetzt. Sie bietet eine spannende Mischung aus Gegenwart und klassischer Moderne, aus Malerei, Konzeptkunst und Performance. Zu sehen sind unter anderem Werke von Piere Auguste Renoir, Picasso, Paul Signac, Ernst Ludwig Kirchner, Helmut Newton, Massimo Vitali, Elke Krystufek und Carsten Höller (bis 7.04.2002).

Lust auf “Törggelen?

Wers deftiger und ursprünglicher mag, dem sei ein Besuch in Eppan, 15 Autominuten von Bozen, empfohlen. Der kleine Ort an der Weinstraße ist von neun Burgen und Schlössern geprägt. Hinzu kommen noch einige Adelspaläste. Heute lebt das Dorf von seinen guten Weinen. Vier Kellereigenossenschaften und sieben private Weinkellereien sorgen für Wohlstand. Fast alle kann man nach Voranmeldung besichtigen. Weinverköstigungen gehören in der Regel dazu. Im nahen St. Pauls befindet sich einer der schönsten Weinkeller Südtirols, der Paulser Dorfkeller. Hier kann der Gast das traditionelle “Törggelen genießen, eine Mischung aus Weinverköstigung des “Nuien (des neuen Herbst-Weines), begleitet von heißen Kastanien der Region und einer zünftigen Marende (Südtiroler Brotzeit). St. Pauls zeigt alljährlich ab dem 1. Dezember eine traditionelle Krippenausstellung.

Wer vom Südtiroler Wein nicht lassen mag, fährt eine Viertelstunde weiter nach Magreid und besucht das berühmte Weingut der Lageders. Es gibt dort eine schöne Schenke sowie einen Direktverkauf, der trotz des prominenten Namens immer auch bezahbare Weine vorrätig hält.

Weihnachtsplätzchen selber backen

Für unternehmungslustige Naschkatzen empfiehlt sich eine vorweihnachtliche Einstimmung: In Jenesien, sechs Kilometer von Bozen entfernt, kann man Freitags (bis 21.12.) zwischen 15 und 17 Uhr unter Anleitung einer Expertin Weihnachtsplätzchen backen. Nett verpackt sind die selbstgemachten Plätzchen ein ideales Mitbringsel und die Rezepte lassen sich auch zuhause nachbacken (Informationen und Anmeldung beim Tourismusverein Jenesien, Tel: +39/0471/354 196, oder email:info@jenesien.net). Daneben empfiehlt sich ein Spaziergang durch das sehenswerte Dorf.

Wo gibt es stimmungsvolle Weihnachtsmärkte?

Auch in Südtirol gibt es seit dem späten Mittelalter eine Tradition der Weihnachtsmärkte, mal städtisch geprägt in Bozen und Meran, mal eher mit dörflichem Charakter wie in Brixen, Sterzing und Bruneck. Die Märkte sind besonders beliebt bei italienischen und deutschen Touristen nicht zuletzt wegen der heimeligen Stimmung der Märkte und des würzigen Glühweins, der dort ausgeschenkt wird. Es ist ein Versäumnis, im Apfelland Südtirol nicht auch den Apfel-Glühwein zu verkosten.

Nikolaus ist für Kinder schon immer ein besonderes Fest, aber auch die Erwachsenen können hier in die Kinderwelt zurückreisen: Am 5. und 6. Dezember halten St. Nikolaus, Stadtpatron von Meran, und sein Gehilfe Knecht Ruprecht Hof in der Altstadt von Meran.

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