1976 flog die "Enterprise" das erste Mal. Es war nur ein Test, aber alles war ganz echt. Der Typ "OV-101" war das erste Space Shuttle, das die NASA in den Vereinigten Staaten entwickelt hatte. Eigentlich hätte es "Constitution" heißen sollen. Doch die Star Trek-Fans ließen nicht locker und setzten sich bei der Namensgebung des Prototypen durch. Es war Ende der 60er Jahren vor allem um Kostenreduzierung gegangen, als der damalige US-Präsident Richard Nixon ein Programm zur Entwicklung eines wieder verwendbaren Raumgleiters auflegte. Denn bislang hatte es ausschließlich Raketenstufen gegeben, die nur ein einziges Mal verwendet werden konnten.
Die Planungen
Ursprünglich hatten die Firmen North American Rockwell und McDonnell Douglas an einem zweistufigen, in beiden Stufen bemanntes und wieder verwertbares System gearbeitet. Diese Stufen sollten sich nach dem gemeinsamen Start von der Rampe nach etwa 40 Kilometern Flug trennen, die eine wie ein Flugzeug landen und die andere in den Orbit eindringen. Auch der Orbiter, so der Plan, sollte nach seinem Flug wieder auf die Erde schweben. Das Konzept hätte funktionieren können, doch erwiesen sich die Entwicklungskosten von bis zu zwölf Milliarden Dollar als so gigantisch, dass die NASA auf ein nur teilweise wieder verwertbares System umschwenkte. Die Entwicklung des eigentlichen Space-Shuttles kostete etwa die Hälfte.

Der Prototyp der Space Shuttles, die Enterprise, im Freiflug über dem Rogers Salzsee in Kalifornien, nachdem sie vom Shuttle Carrier Aircraft, einer umgebauten Boing 747, gelöst wurde. Mit der Enterprise wurden im Jahr 1977 insgesamt fünf Landungstests durchgeführt. Die auf diesem Bild gut zu sehende Verkleidung der Triebwerke diente der Verringerung von Luftturbulenzen. Für die letzten zwei der fünf Freiflüge wurde die Kappe entfernt.
Das Space Shuttle
Das noch verwendete Space Shuttle ist ein System aus Raumfähre, externem Tank und Feststoffraketen. Während der externe Zusatztank in der Erdatmosphäre verglüht, fallen die Feststoffraketen an Fallschirmen ins Wasser und werden von Spezialschiffen geborgen. Nur der Orbiter kehrt als Gleiter zur Erde zurück.

Am 12. April 1981, wenige Sekunden nach 7.00 Uhr Ortszeit, starten die Astronauten John Young und Robert Crippen zur ersten Shuttle-Miison STS-1. Sie landen nach 54 stündigem Flug auf der Edwards Air Base in Kalifornien.
Ist die Raumfähre im Orbit angekommen, schwenkt sie in eine elliptische Umlaufbahn ein. Hier werden die Haubtriebwerke abgeschaltet, auf der stabilen Umlaufbahn sind nur mehr die Manövriertriebwerke nötig. Jetzt kann der eigentliche Auftrag beginnen, meist sind Menschen, Satelliten oder Bauteile zu transportieren und zum Beispiel zu einer Weltraumstation zu bringen. Wenn das Space Shuttle wieder in die Erdatmosphäre eintritt, wird es durch spezielle Hitzeschutzkacheln vor den extremen Wärmeeinwirkungen und der Reibungshitze geschützt. Doch insbesondere diese Kacheln erwiesen sich immer wieder als Manko des Systems, denn NASA-Ingenieure fanden nach den Landungen immer wieder beschädigte Kacheln oder stellten fest, dass solche verloren gegangene waren. Das Besondere bei der Landung der Raumfähre ist der Gleitflug, der antriebslos vollbracht wird.
Zum ersten Flug ins All startete am 2. April 1981 die "Columbia". Zwei Tage später landete sie auf der Edwards Air Force Base. Die "Columbia" hatte insgesamt 28 Einsätze, beim letzten ereignete sich eine der beiden schweren Katastrophen der Space Shuttle-Geschichte. Beim Wiedereintritt am 1. Februar 2003 brach der Orbiter auseinander und verglühte teilweise. Alle sieben Astronauten an Bord starben. Bereits 1986 wurde die Raumfahrt durch ein Unglück mit einem Space Shuttle überschattet: am 28. Januar explodierte die "Challenger" aufgrund defekter Dichtungsringe kurz nach dem Start. Insgesamt wurden fünf raumflugfähige Shuttles gebaut, die "Discovery" hatte ihren ersten Flug 1984, die "Atlantis" ein Jahr später und die "Endeavour" startete erstmals 1992 ins All.









0 Kommentare