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Spannende Spinnen

Spinnen sind sehr alt: Sie leben bereits seit über 400 Millionen Jahren auf unserem Planeten und sind noch lange nicht bis ins letzte Detail erforscht. Jahr für Jahr werden mehr Arten entdeckt und identifiziert. Weltweit sind fast 40.000 bekannt. Doch die Forschung schätzt, dass diese Zahl nur die Hälfte dessen ist, was sich noch in den weitgehend unentdeckten Tropen in Höhlen und im Dschungel tummelt. In Deutschland sind knapp über 1.000 Arten bekannt. Und – beruhigend für alle „Angsthasen“ – nicht eine einzige davon besitzt ein für Menschen tödliches Gift.

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Schwarze Witwe
Die Schwarze Witwe, Latrodectus mactans, ist ohne Zweifel eine der giftigsten Spinnen, deren Biß zum Tod führen kann. Ihr Verbreitungsgebiet reicht über ganz Süd- und Nordamerika sowie den karibischen Raum.
RCS Libri & Grandi Opere SpA Milano / Il mondo degli animali
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Phoneutria nigriventer, Kammspinne
Die Brasilianische Wanderspinne ist eine der giftigsten Spinnenarten der Welt.
Paraná State Government, Brazil
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Spinnennetz
Kurzlebiges Kunstwerk - bis zu fünf Mal täglich erneuern Spinnen ihr Netz.
H. Bücker, München
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Der Blick ins Elektronenmikroskop:Spatelförmige Feinstrukturen an den Fußsohlen der Spinnen sorgen für Haftung - sogar kopfüber.
Max-Planck-Institut für Metallforschung, Stuttgart
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Filmszene aus "Tarantula" (USA 1955): Eine im Labor entstandene Riesenspinne lehrt das Grauen.
Cinetext Bild- und Textarchiv GmbH, Frankfurt

Giftiger und tödlicher Biss

Schwarze Witwe

Die Schwarze Witwe, Latrodectus mactans, ist ohne Zweifel eine der giftigsten Spinnen, deren Biß zum Tod führen kann. Ihr Verbreitungsgebiet reicht über ganz Süd- und Nordamerika sowie den karibischen Raum.

Wenn auch nicht für den Menschen, so ist dennoch genau genommen jeder Spinnenbiss gefährlich, und zwar für das erbeutete Insekt. Wenn die Spinne auf Raubzug geht, verwendet sie ein lähmendes, tödliches Gift für ihre Opfer. Mit ihren Giftklauen, die sich am Vorderkörper vor ihrer Mundöffnung befinden, hält sie es fest und spritzt ihr Gift.
Im Anschluss folgt der zweite Akt dieses Verspeisungsrituals: Die Spinne spuckt einen Verdauungssaft auf ihre Beute, so dass sie sich verflüssigt und von ihr bis auf die unverdaulichen Reste aufgesogen werden kann.

Phoneutria nigriventer, Kammspinne

Die Brasilianische Wanderspinne ist eine der giftigsten Spinnenarten der Welt.

Von allen weltweit bekannten Spinnenarten stellen nicht mehr als 20 bis 30 eine Gefahr für den Menschen dar. Diese leben in südlichen Ländern, beziehungsweise in den Tropen. Eine davon ist die brasilianische Wanderspinne, eine andere die in Australien lebende Trichternetzspinne, deren Gift einen Menschen töten könnte.

 

Spinnen als Umweltindikatoren

Weil die Mehrheit der Spinnen eher unentdeckt lebt, lassen sich zum Bestand nur schwer Aussagen treffen. Es wird angenommen, dass Spinnen äußerst sensibel auf Veränderungen in der Umwelt reagieren. Beispielsweise kommen auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche nur rund 20 bis 30 Spinnenarten vor, am Waldrand können es durchaus zehn Mal so viele sein.

 

Empfindliche Hausgäste

Gerade im Anschluss an einen herrlichen Altweibersommer treiben es die Spinnen besonders wild. So scheint es wenigstens. Am Tag ist es sonnig und warm – nachts kühlt es dagegen stark ab. In den Morgenstunden glitzern die Tautropfen in den Netzen und werden so an vielen Orten sichtbar.
Viele Spinnen, die sich um diese Jahreszeit in die menschlichen vier Wände verirren, bleiben nur für kurze Zeit Mitbewohner. Sie benötigen eine Luftfeuchtigkeit, die spätestens mit dem Aufdrehen der Heizung nicht mehr gegeben ist. Sie gehen ein.

Einige Arten dagegen nisten sich grundsätzlich gern in Häusern ein, weil sie das Außenklima nicht überleben können.

 

Fangmethode Netz

Spinnennetz

Kurzlebiges Kunstwerk - bis zu fünf Mal täglich erneuern Spinnen ihr Netz.

Sie sitzt regungslos in ihrer kunstvoll aufgespannten Falle und wartet geduldig. Und dann setzt sie sich urplötzlich in Bewegung. Wenn eines ihrer Opfer das kunstvoll gewebte Netz einmal zerstört, ist das für sie gar kein Problem. Denn Spinnen werden täglich bis zu fünf Mal ihrem Namen gerecht. So häufig nämlich erneuern sie ihr Netz. Die Fäden bestehen aus Eiweiß, die in bis zu acht Drüsen erzeugt werden. Sie sind reißfest und dehnbar.

Das weiß auch jeder Autofahrer, der sich wundert, dass das Netz am Außenspiegel sogar eine Autobahnfahrt übersteht.

Übrigens: Das Weben eines Netzes ist die evolutionäre Antwort der Spinne auf die Flugleistung der Insekten.

Rund die Hälfte aller Spinnen fängt ihre Beute ohne Netz, hat andere Jagdmethoden entwickelt. Es gibt Arten wie die Kescherspinne, die, wie der Name schon sagt, ein Fangnetz mit sich herumtragen, das sie dem Beutetier einfach überwerfen. Manche Spinnen wickeln ihre Beute mit ihren Fäden ein. Forscher haben herausgefunden, dass es sogar Spinnen gibt, die in fremden Netzen jagen. Tückischerweise ist manchmal die Netzbewohnerin das Objekt der Begierde.

 

Eine haarige Angelegenheit

Der Blick ins Elektronenmikroskop:Spatelförmige Feinstrukturen an den Fußsohlen der Spinnen sorgen für Haftung - sogar kopfüber.

Beim Beutezug vertraut die Spinne nicht auf ihre acht Augen, sondern erhält über die Schwingungen in ihrem Netz Informationen über das Opfer. Das Tier erkennt seine Beute sogar, bevor sie im Netz zappelt: Die Fußglieder einiger Spinnen sind mit einem samtigen Flaum überzogen, der aus bis zu 200.000 Härchen besteht. Mithilfe dieser Härchen können die Spinnen ihre Umwelt so genau wahrnehmen wie es  eigentlich Sinnesorgane leisten.

 

Arachnophobie oder die Angst vor Spinnen

Filmszene aus "Tarantula" (USA 1955): Eine im Labor entstandene Riesenspinne lehrt das Grauen.

Eine krankhafte Angst vor Spinnen ist die am weitesten verbreitete Phobie überhaupt. Zugegeben entsprechen Spinnen nicht eben der menschlichen Vorstellung von einem Schmusetier. Mit ihren langen Beinen, ihrem plötzlichen und geräuschlosen Erscheinen oder Verschwinden lösen sie bei Phobikern Ekel oder gar Panik aus.

Für eine Spinnenphobie gibt es angeblich unterschiedliche Gründe. Manche Wissenschaftler behaupten, dass sie angeboren ist. Kein Wunder: Vor vielen Tausend Jahren waren Spinnen ein wirklicher Feind des Menschen. Das Gefühl, durch Spinnen bedroht zu sein, habe sich dann bis heute weiterentwickelt. Eine andere Theorie stammt aus der Psychologie. Sie besagt, dass Menschen mehr Angst haben vor Tieren, die sich stark vom menschlichen Schema unterscheiden. Außerdem können sich Menschen aufgrund der Unberechenbarkeit von Spinnen unterlegen fühlen. Ein weiterer Punkt ist, dass Spinnen häufig mit Schmutz in Verbindung gebracht werden: Sie leben gern im Keller oder in schlecht geputzten Räumen.

Natürlich spielt auch die Erziehung eine große Rolle. Wenn ein Mensch schon in der Kindheit das ängstliche Verhalten vorgelebt bekommen hat, kann er diese Angst durchaus übernehmen.  

von Michaela Wetter, wissen.de
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10 Kommentare

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krasssss so einer spinne möschte ich nich begegnen


Sind sie doch einmal im Bett, in der Wanne oder auf dem Tisch gelandet, versuche ich sie mittels Hilfsgeräte in die Freiheit zu bringen. Anfassen mag ich sie nicht, was so wie ich denke, jedoch auch auf Gegenseitigkeit beruht. Diese Wesen verdienen meinen Respekt und meine Achtung, da sie großartiges auch für uns Menschen leisten.


Ich liebe und bewundere Spinnen. Sie sind schweigsame, geduldige Freunde der Menschen, Künstler die sich im Hintergrund halten, ihre Leistungen sind phänomenal. Sie halten fliegendes und anderes Ungeziefer fern und somit manche den Menschen gefährlich werdende Krankheiten. Sie sind mir willkommende Mitbewohner, sofern sie sich an die Regeln halten, meinen unmittelbaren Wirkungsbereich zu meiden.


...dass Spinnen, die ein paar Meter vom Haus ausgesetzt werden, postwendend zurückkommen. Nützt also gar nix, diese Nummer.


die spinnen aus europa sind zwar nicht tödlich aber auch für den menschen giftig. es ist logisch in anbetrachtung der wirkung des nervengiftes auf die zellen. darüber weißt die heutige schulmedizin noch ziemlich wenig aber manche heilprektiker können menschen die z.b parkinson, morbus bechterew usw. leiden sehr gut helfen...ja, oft sind diese krankhieten deshalb nicht therapiebar


Also nee, ich find die Dinger ekelhaft! Und dann muss ich auch noch ein Referat über die Fangmethoden (ausgerechnet!) von den Viechern halten. Vielleicht halten sie ja UNgeziefer fern, aber sie sind trotzdem ekelerregend!!!!


ich liebe spinnen ich versteh nicht warum manche menschen angst haben vor spinnen


Ich habe eigentlich auch keine Arachnophobie aber beim ANblick einer Geisselspinne schwindelt es mir auch vor Ekel. Wie kann ein Tier alleine so bösartig, eklig und absolut alptraummäßig aussehen? Dabei sind sie für Menschen völig harmlos.


durch das mildere klima haben sich einige exoten bereits in hamburg angesiedelt. speziell skorpionarten haben die fähigkeit, sich anzupassen, trotz kalter winter. und unsere gartenkreuzspinne kann einem menschen einen schmerzhaften biss zufügen. nicht tödlich, aber für menschen mit allergien und kreislaufproblemen ebenso bedrohlich wie ein wespenstich.


ja dass sind gute informationen danke ;)


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