Spinnen sind sehr alt: Sie leben bereits seit über 400 Millionen Jahren auf unserem Planeten und sind noch lange nicht bis ins letzte Detail erforscht. Jahr für Jahr werden mehr Arten entdeckt und identifiziert. Weltweit sind fast 40.000 bekannt. Doch die Forschung schätzt, dass diese Zahl nur die Hälfte dessen ist, was sich noch in den weitgehend unentdeckten Tropen in Höhlen und im Dschungel tummelt. In Deutschland sind knapp über 1.000 Arten bekannt. Und – beruhigend für alle „Angsthasen“ – nicht eine einzige davon besitzt ein für Menschen tödliches Gift.
Giftiger und tödlicher Biss

Die Schwarze Witwe, Latrodectus mactans, ist ohne Zweifel eine der giftigsten Spinnen, deren Biß zum Tod führen kann. Ihr Verbreitungsgebiet reicht über ganz Süd- und Nordamerika sowie den karibischen Raum.
Im Anschluss folgt der zweite Akt dieses Verspeisungsrituals: Die Spinne spuckt einen Verdauungssaft auf ihre Beute, so dass sie sich verflüssigt und von ihr bis auf die unverdaulichen Reste aufgesogen werden kann.

Die Brasilianische Wanderspinne ist eine der giftigsten Spinnenarten der Welt.
Spinnen als Umweltindikatoren
Weil die Mehrheit der Spinnen eher unentdeckt lebt, lassen sich zum Bestand nur schwer Aussagen treffen. Es wird angenommen, dass Spinnen äußerst sensibel auf Veränderungen in der Umwelt reagieren. Beispielsweise kommen auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche nur rund 20 bis 30 Spinnenarten vor, am Waldrand können es durchaus zehn Mal so viele sein.
Empfindliche Hausgäste
Gerade im Anschluss an einen herrlichen Altweibersommer treiben es die Spinnen besonders wild. So scheint es wenigstens. Am Tag ist es sonnig und warm – nachts kühlt es dagegen stark ab. In den Morgenstunden glitzern die Tautropfen in den Netzen und werden so an vielen Orten sichtbar.
Viele Spinnen, die sich um diese Jahreszeit in die menschlichen vier Wände verirren, bleiben nur für kurze Zeit Mitbewohner. Sie benötigen eine Luftfeuchtigkeit, die spätestens mit dem Aufdrehen der Heizung nicht mehr gegeben ist. Sie gehen ein.
Einige Arten dagegen nisten sich grundsätzlich gern in Häusern ein, weil sie das Außenklima nicht überleben können.
Fangmethode Netz

Kurzlebiges Kunstwerk - bis zu fünf Mal täglich erneuern Spinnen ihr Netz.
Das weiß auch jeder Autofahrer, der sich wundert, dass das Netz am Außenspiegel sogar eine Autobahnfahrt übersteht.
Übrigens: Das Weben eines Netzes ist die evolutionäre Antwort der Spinne auf die Flugleistung der Insekten.
Rund die Hälfte aller Spinnen fängt ihre Beute ohne Netz, hat andere Jagdmethoden entwickelt. Es gibt Arten wie die Kescherspinne, die, wie der Name schon sagt, ein Fangnetz mit sich herumtragen, das sie dem Beutetier einfach überwerfen. Manche Spinnen wickeln ihre Beute mit ihren Fäden ein. Forscher haben herausgefunden, dass es sogar Spinnen gibt, die in fremden Netzen jagen. Tückischerweise ist manchmal die Netzbewohnerin das Objekt der Begierde.
Eine haarige Angelegenheit

Der Blick ins Elektronenmikroskop:Spatelförmige Feinstrukturen an den Fußsohlen der Spinnen sorgen für Haftung - sogar kopfüber.
Arachnophobie oder die Angst vor Spinnen

Filmszene aus "Tarantula" (USA 1955): Eine im Labor entstandene Riesenspinne lehrt das Grauen.
Für eine Spinnenphobie gibt es angeblich unterschiedliche Gründe. Manche Wissenschaftler behaupten, dass sie angeboren ist. Kein Wunder: Vor vielen Tausend Jahren waren Spinnen ein wirklicher Feind des Menschen. Das Gefühl, durch Spinnen bedroht zu sein, habe sich dann bis heute weiterentwickelt. Eine andere Theorie stammt aus der Psychologie. Sie besagt, dass Menschen mehr Angst haben vor Tieren, die sich stark vom menschlichen Schema unterscheiden. Außerdem können sich Menschen aufgrund der Unberechenbarkeit von Spinnen unterlegen fühlen. Ein weiterer Punkt ist, dass Spinnen häufig mit Schmutz in Verbindung gebracht werden: Sie leben gern im Keller oder in schlecht geputzten Räumen.
Natürlich spielt auch die Erziehung eine große Rolle. Wenn ein Mensch schon in der Kindheit das ängstliche Verhalten vorgelebt bekommen hat, kann er diese Angst durchaus übernehmen.









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