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wissen.de Artikel

Steigende Stromkosten

Schon jetzt ein Luxusgut?

 

„Sehr geehrter Kunde. Aufgrund steigender gesetzlicher Umlagen und Netzentgelte passen wir zum 1. März 2012 die Preise für Strom an. Der Preis für eine Kilowattstunde Strom steigt zum genannten Termin um netto 0,70 cent. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Stromanbieter.“  Ein solches Schreiben kennen wohl die meisten Verbraucher in Deutschland nur allzu gut. Das Szenario wiederholt sich nämlich von Jahr zu Jahr: Die Stromkosten in Privathaushalten steigen kontinuierlich an und der Konsument ärgert sich. Eine unendliche Geschichte? Möglicherweise, denn nach Ansicht des Bundesverbands der Verbraucherzentralen ist auch in den kommenden Jahren keine Besserung der Lage in Sicht: Experten befürchten in Zukunft eine Steigerung der Stromkosten um jährlich zwei bis drei Prozent. Hauptsächlich wird der Strompreis durch die Preisentwicklung an den Großhandelsmärkten für Strom bestimmt. An der deutschen Energiebörse EEX (European Energy Exchange) in Leipzig wird Strom – ähnlich wie an einer Wertpapierbörse - angekauft und verkauft. Durch die Kombination aus Angebot und Nachfrage kommt der Preis zustande.

 

Aber warum sind die Strompreise für Privathaushalte so hoch?

Strommast in England
Der Strompreis in Deutschland setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Auf die Faktoren Netzkosten, Energie-Lieferung, Mehrwertsteuer und Stromsteuer entfallen dabei die größten Anteile. Die Kosten für die Netznutzung erhebt der Stromnetzbetreiber für die Durchleitung von Strom. Hinzu kommen Kosten für die Messung (technische Messeinrichtungen, Ablesungskosten, etc.) und die Abrechnung der Strommenge. Der Anteil für die Energie-Lieferung beinhaltet zudem den Gewinn des Energieversorgers. Führt man sich die Entwicklung der Stromkosten bei Privathaushalten vor Augen, fällt vor allem eines auf: Seit der Jahrtausendwende ist der Strompreis stark gestiegen, im Vergleich zum Jahr 2000 hat er sich sogar fast verdoppelt. Verschiedene Faktoren werden dafür verantwortlich gemacht, dass die Stromkosten in Deutschland derartig hoch sind. Einen Grund sehen Experten im mangelnden Wettbewerb auf dem Strommarkt. Rund achtzig Prozent des deutschen Strommarktes wird von einigen wenigen Großkonzernen dominiert. Obwohl Absprachen kartellrechtlich verboten sind, ist der Markt durch diese wenigen entscheidenden Unternehmen leicht zu steuern. Auch die Energiewende, d.h. der Ausstieg aus der Kernenergie und der Umstieg auf erneuerbare Energien, wird häufig für die steigenden Preise verantwortlich gemacht. Hinzu kommen Faktoren wie die Steuerlast, falsche Geschäftspolitik und die mangelnde Bereitschaft seitens der Verbraucher, ihren Stromanbieter zu wechseln und damit den Wettbewerb anzukurbeln.

 

Was kann der Verbraucher tun?

Steckdosenleiste mit Schalter

Durch die Betätigung des Schalters lassen sich mehrere Geräte gleichzeitig vom Netz nehmen. Auch das ist eine Maßnahme gegen versteckten Stromverbrauch im Standby-Betrieb.

Eine Möglichkeit, die Stromrechnung trotz steigender Preise im Griff zu behalten, ist die Senkung des Stromverbrauchs im eigenen Haushalt. Und auch der wohlüberlegte Stromanbieterwechsel kann sich lohnen. Noch eine Alternative: Man erzeugt seinen Strom mithilfe eines Blockheizkraftwerkes oder einer Fotovoltaik-Anlage selbst - es könnte sich rentieren!
wissen.de-Autorin Anna Berndt-David, August 2012
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Der Idealfall ist, wenn einem der Saft von den Elektrizitätswerken abgedreht wird. Dieser Zustand ist leicht zu erreichen, wenn man deren Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. Da das immer öfters vorkommt, wie in der einschlägigen Presse zu lesen ist, stellt diese Methode des Stromsparens ein besonders effektives Werkzeug zur Bewältigung des "Atomausstiegs" (was für ein bescheuertes Wort) dar. Dazu braucht es nicht mal mehr neue Gesetze. Schade ist nur (und man hat es offenbar bei der Formulierung des EEG), daß man dann auch keine Umlage bezahlt. Vielleicht sollte man sie pauschal unabhängig vom Stromverbrauch in Rechnung stellen - nur so eine Idee...